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Django 3000 mit Kamil Müller (von rechts), Florian R. Starflinger, Jojo Vogt und Korbinian Kugler sorgten für ausgelassene Stimmung beim k1-Open-Air im Franz-Haberlander-Freibad in Traunreut. (Foto: Benekam)

Lebens-Erfrischungskur mit »Django 3000«: Tanzlaune beim k1-Open-Air im Traunreuter Freibad

Traunreut – »Tanz dich frei, hab Spaß dabei!« Sei »wuid und laut und feier's Leben« – die Textauszüge der Songs von Django 3000 lassen es vermuten: Das Konzert im Rahmen des Traunreuter Open-Air im Franz-Haberlander-Freibad ging ordentlich in die (Tanz-)Füße. Der Wiesengrund schien unter den stapfenden und hüpfenden, zumeist barfüßigen Konzertgästen, zu beben, während sich das Laub der Bäume auf dem weitläufigen Liegewiesengelände den Rhythmen des mitreißenden Gypsy-Swing hingab: Da zitterte, zappelte und wippte wirklich alles.


Stimmungsaufpeitschende Vorarbeit mit treibenden Sounds und wummernden Beats hatten im Sonnenuntergang als Vorband die Jungs von Brew Berrymore aus Regensburg geleistet: »Future Rocks aus Bayern«, so die Kurzbeschreibung. Schnell war zwischenzeitlich die erste Halbe verdunstet und eine g'schmackige Bosna lieferte Energie für »Ausdauertanz« mit lautstarken Singeinlagen. Sitzgelegenheiten hatte, bis auf ein paar wenige Biertischbänke, das veranstaltende Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 bewusst nicht bereitgestellt.

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»Leilei la leilei!«, fachten die bayerischen Gypsies ihre Gäste zum Mitsingen an. Damit ein Konzert für beide Seiten funktioniert, so erfuhr man, setzt Django 3000 auf Zusammenarbeit. Erst mal näherkommen, hieß es. Da ließen sich die Traunreuter nicht lange bitten – Berührungsängste gab es keine, Mitklatschen und Tanzen kam wie ein Reflex.

Die fetzigen Balkan-Beats mit erdigen Gitarren-Rock'n'Roll-Einsätzen und die teuflisch virtuosen Geigensoli – sie waren wie gemacht fürs Sommerabend-Open-Air-Idyll. Heißer Gypsy-Sound – schade, dass man sich nicht im kühlen Nass der Franz-Haberlander Fluten erfrischen konnte. Doch das wäre dann wohl zu viel der Sommer-Genüsse.

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So übernahmen, in puncto Lebens-Erfrischungskur, die Nummern des neuen Albums »AliBabo« diesen Part. »AliBabo«, das ist eine Art Tanz-Dämon, was den Zauber um die Wirkung dieser Musik erklären mag. Der abenteuerliche Stil-Mix aus Gypsy-Sound, Bayern-Rock, Swing und Ska macht nicht nur Laune, er hört sich bei höchster musikalischer Professionalität nach »Mehr« an, viel mehr.

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Spielfreude gepaart mit höchster Virtuosität, das schlug hohe Wellen im Freibad. Eine Chiemgauer Folkrockband – Kamil Müller (Gesang, Gitarre), Florian R. Starflinger (Geige, Gitarre, Gesang), Jojo Vogt (Drums, Gesang) und Korbinian Kugler (Kontrabass) – mit Vergangenheit und Zukunft.

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Fotos: Benekam

Die ausufernd gute Stimmung entsprang letztlich diesen originellen Titeln, wie etwa »Neis Lem«, »Stoaadler«, »AliBabo«, »Guada Geist« oder »Des Oanzige« – textlich originell und inhaltlich aus dem Leben gegriffen. Ein gelungener Open-Air-Abend, bei dem die sympathischen Gypsy-Bajuwaren bis zum Konzertende in stetiger Steigerung Hochstimmung versprühten, die den Gästen vermutlich einen Energieschub für die ganze Woche bescherte.

Kirsten Benekam