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Lehrer-Ehepaar feiert »Goldene Hochzeit«

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Die Eheleute Josephine Anna Brandner und Martin Brandner aus Langenspach sind seit 50 Jahren verheiratet. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Josephine Anna Brandner, geborene Oettl, und Martin Brandner aus Langenspach sind seit 50 Jahren glücklich verheiratet. Ihre Goldene Hochzeit wollen sie im engsten Familienkreis aber erst in gut zwei Wochen feiern, dann nämlich wenn sich ihre kirchliche Trauung am 3. August 1968 in Berchtesgaden zum 50. Mal jährt.


»Sie haben ja einen Säugling geheiratet«, habe ihr damaliger Chef einst entgegnet, als sie ihm die Bescheinigung über die Eheschließung vorgelegt habe, erinnert sich die ehemalige Fachoberlehrerin Josephine Anna Brandner, damals frisch verheiratet, an die skurrile Szene in der Schule – und tatsächlich stand dort, von den jungen Eheleuten unbemerkt geblieben: »Martin Brandner, katholisch, geboren am 4. Juli 1968« – die standesamtliche Eheschließung war wohl gemerkt keine zwei Wochen nach dem Datum in Traunstein erfolgt. Der ansonsten über jeden Zweifel erhabene Standesbeamte sei, als man ihn auf den Fehler aufmerksam gemacht habe, förmlich vor Scham im Boden versunken, erinnert sich der pensionierte Gymnasiallehrer Martin Brandner.

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In den 1970er und frühen 1980er Jahren haben die Brandners drei Kinder bekommen, die älteste Tochter Josephine ist seit einigen Jahren Rektorin an der Grundschule Grabenstätt, Tochter Elisabeth eine ehemalige Profi-Skirennläuferin und studierte Medizinerin und Sohn Martin Facharzt für Allgemeinmedizin. Sehr stolz sind die Brandners auch auf ihre fünf Enkelkinder Antonia, Veronika, Magdalena, Matthias und Lisi.

Der pensionierte Studiendirektor Martin Brandner hat in seinen 40 Berufsjahren bis ins Jahr 2000 rund 4000 Schüler in Englisch und Französisch unterrichtet, zunächst in Marquartstein und dann 37 Jahre am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein – und das, obwohl sein erfolgreicher beruflicher Werdegang alles andere als vorgezeichnet war: »Ich bin als 'Kuahbua' in Berchtesgaden auf einer Alm aufgewachsen, habe nur Dialekt gesprochen und verstanden. Erst mit dem Latein in der Schule habe ich dann auch richtig Deutsch gelernt.«

Seine Frau hat an verschiedenen Schulen im Raum Wasserburg und später im Landkreis Traunstein unterrichtet. »Nur als die Kinder kamen, habe ich neun Jahre ausgesetzt«, so Josephine Anna Brandner. Nicht nur die gemeinsame Lehrerlaufbahn verbindet sie, sondern auch ihre Hobbys, beispielsweise das Reisen und die Liebe zu den Bergen. »Wir waren in den Ferien viel unterwegs und haben viel gesehen«, erzählt sie. Während sie selbst schon acht Mal auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs war, zog es ihren Mann immer wieder ins Hochgebirge.

Seine Augen funkeln, wenn er davon erzählt, wie er einst die höchsten West- und Ostalpengipfel erklommen hat, darunter den Mont Blanc und den Großglockner. Auch mit seinen Schülern war er gerne beim Wandern. Jetzt mit über 80 zieht es ihn noch mit dem E-Bike in die Berge. Zu seinen großen Hobbys gehört auch die Musik, besonders die bayerische Volksmusik. So spielt er seit jeher leidenschaftlich Zither, aber auch Diatonische Ziach, Flöte und Gitarre, und hat in diversen Gesangsgruppen gesungen, unter anderem im Erlstätter Dreigesang. Auch als Klöpferlsänger und Nikolaus war Martin Brandner lange im Einsatz.

Sehr am Herzen liegt dem ehemaligen Lehrer zudem die Heimatgeschichte. So stellte er 1988 die Festschrift zur 1200-Jahrfeier Erlstätts zusammen. Dass er sich aktuell besonders der russischen Geschichte und Literatur widmet, kommt nicht von ungefähr, denn schon als Lehrer hätte er Russisch unterrichten dürfen, »und nun ist dies das Hobby für meine Pension geworden«, freut sich Martin Brandner. mmü