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Leihgeschäfte im Trend: Clubs mindern das Risiko

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Verleihmeister
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Wolfsburgs Manager Klaus Allofs arbeitete mit Leihgeschäften in diesem Winter. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Leihen statt kaufen - in der Wintertransferperiode setzen die Bundesligisten verstärkt auf kostengünstige Lösungen. Bis auf wenige Ausnahmen blieben teure Transfers bisher aus. Namhafte Profis wie Nuri Sahin, Michel Bastos und Igor de Camargo wechselten auf Leihbasis den Club.


Besonders im Trend liegt «Verleihmeister» VfL Wolfsburg. Im Bestreben, den aufgeblähten Kader zu verkleinern, machte Manager Klaus Allofs aus der Not eine Tugend und lieh mehr als ein halbes Dutzend Spieler aus. «Klaus hat einen guten Job gemacht. Es war sicher nicht einfach, vernünftige Lösungen zu finden», lobte Trainer Dieter Hecking.

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Der neue VfL-Manager war in den vergangenen Tagen besonders aktiv. Von bereits sieben Profis hatte er sich bis zum zweitletzten Tag der Transferfrist getrennt - ohne einen einzigen Käufer zu finden. Die prominentesten Wechsel waren die von Marco Russ und Srjdan Lakic, die bis Saisonende für Eintracht Frankfurt spielen werden. Emanuel Pogatetz heuerte in England bei West Ham United an. Den geringen Leihgebühren stehen die 7,5 Millionen Euro für den Kauf von Ivan Perisic gegenüber. Dennoch kann Allofs Einsparungen beim Gehalt verbuchen.

Als nicht minder kompliziert gestaltete sich auch der wohl größte Transfercoup des Winters. Um Nuri Sahin zurück nach Dortmund zu holen, musste BVB-Manager Michael Zorc mit Liverpool und Madrid verhandeln. Schließlich konnte die Borussia den türkischen Nationalspieler bis 2014 auf Leihbasis vom spanischen Rekordmeister verpflichten. «Er hat signifikant auf Geld verzichtet, um zu seiner Borussia zurückzukehren», sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Darüber hinaus sicherte sich der BVB eine Kaufoption für Sahin. «Wir haben Vorkehrungen getroffen und halten das Lenkrad in der Hand», bestätigte Manager Michael Zorc.

Auch der BVB-Revierrivale ging auf Nummer sicher. Sowohl im Sommer 2013 als auch ein Jahr später kann der FC Schalke entscheiden, ob er den für angeblich 1,5 Millionen Euro von Olympique Lyon ausgeliehenen Brasilianer Michel Bastos kauft. «Wir werden uns in aller Ruhe anschauen, ob wir diese Option dann auch ziehen», so Schalkes Manager Horst Heldt. Ähnlich wurde mit Bastos-Landsmann Raffael verfahren, der für etwa eine Million bis Saisonende von Dynamo Kiew ausgeliehen wurde - ebenfalls mit Kaufoption.

Diese Geschäftspraxis ergibt Sinn. So wird es für manche Clubs einfacher, sich von nur schwer zu verkaufenden Profis zu trennen. Anderseits gehen Vereine dem Risiko von Fehlkäufen aus dem Weg, behalten jedoch alle Türen für einen Kauf per Vertragsklausel offen. Angenehmer Begleiteffekt: Einige Spieler wie Sahin und Lakic nehmen sogar Gehaltseinbußen in Kauf.

Insgesamt wurden in der Bundesliga binnen eines Monats mehr als 25 Leihverträge geschlossen. Auch der VfB Stuttgart war beteiligt: Die beiden Neuzugänge Fernando Macheda (Manchester United) und Felipe (VfL Wolfsburg) sind bis zum Saisonende für die Schwaben aktiv. Borussia Mönchengladbach hat kurz vor Transferschluss de Camargo nach Hoffenheim verliehen, und Hamburgs Robert Tesche wechselte ebenfalls auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf.