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Nach 2:1 gegen Hoffenheim

Leipzigs Unbesiegbarenbesieger: «Können sehr stolz sein»

Siebter Heimsieg in Serie, Hoffenheim bezwungen, Bayern-Kontakt gewahrt. RB Leipzig bejubelt einen tollen Start ins Jahr 2017 mit Siegen gegen direkte Verfolger. Was sie nicht sagen wollen, schaffen sie aber mit ihrem Motto: Siegreich in die Champions League.

Bayern-Jäger
Der RB Leipzig sorgt in dieser Saison für Furore. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Leipzig (dpa) - Die Unbesiegbarenbesieger dürfen jetzt erstmal den Blick auf die Tabelle genießen. Grenzen sind Aufsteiger RB Leipzig in dieser Saison scheinbar keine mehr gesetzt.

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Das dritte Verfolger-Duell vor heimischer Kulisse nacheinander für sich entschieden, das Polster Richtung Europa und Champions League weiter ausgebaut, den knappen Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern gewahrt und als erste Mannschaft mit dem 2:1 (1:1) 1899 Hoffenheim in dieser Saison geschlagen. «Darauf können wir sehr stolz sein», sagte Abwehrchef und Kapitän Willi Orban über den Sieg gegen die Kraichgauer.

Trainer Ralph Hasenhüttl gab seinen Jungs nach den «Big Points» erstmal zwei Tage trainingsfrei. Er schrie nach dem Abpfiff seine Freude heraus, ballte die Fäuste. Für einen Moment schien es danach, als ob er sich an den Kopf fassen und selbst verwundert lächeln musste über das, was seine Mannschaft geschafft hat. Zuerst Hertha BSC bezwungen, dann Eintracht Frankfurt, nun Hoffenheim. Alles Verfolger. Der siebte Heimsieg in Serie, der achte insgesamt bei nur einem Remis. Wichtig sei die Erkenntnis, «dass wir uns sehr gut weiterentwickelt haben, über alles andere brauchen wir uns jetzt nicht zu unterhalten», meinte Hasenhüttl.

Alles andere sind: Champions League oder womöglich noch mehr, wenn die mit drei Punkten vorn liegenden Bayern patzen sollten. Auf die Frage, ob sich die Mannschaft dort oben halten oder womöglich noch weiter klettern könnte, entgegnete Torjäger Timo Werner: «Die Frage stellen wir uns auch. Die Antwort ist ganz einfach: Wenn wir so weiter spielen wie bisher, dann können wir das.»

Mit 42 Punkten liegen die Leipziger schon 16 Spiele vor Saisonende über dem Soll (40). Zeit für eine öffentliche Ziel-Korrektur? Nein. Denn am Ziel hat sich praktisch seit dem ersten Spieltag ja nichts geändert: Auf den Platz gehen und drei Punkte holen.

«Ich glaube nicht, dass es irgendwann einen Zeitpunkt gibt, an dem ich etwas anderes sage, als dass wir das nächste Spiel gewinnen wollen. Höhere Ziele können wir doch nicht formulieren», sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick und blickte schon mal gen BVB am kommenden Samstag: «Wenn wir als Aufsteiger nach Dortmund fahren und sagen, wir wollen dort gewinnen, ambitionierter geht es glaube ich nicht.» Es wäre der nächste aus der Verfolger-Gruppe, den sich die Leipziger vom Leib halten würden.

Der Sieg über die bis dahin ungeschlagenen Hoffenheimer hatte seine Gründe. Eine Woche nach dem 3:0 über die Eintracht nutzte RB schon wieder eine Überzahl konsequent aus, nachdem 1899-Torjäger Sandro Wagner in der 60. Minute mit Roter Karte vom Platz musste. Das Duell mit Werner war da bereits klar zugunsten des 20 Jahre alten RB-Profis entschieden, dem nach Rückstand durch Nadiem Amiri (18.) der Ausgleich (38.) gelungen war. Nach dem Seitenwechsel traf Marcel Sabitzer mit einem abgefälschten Schuss (77.).

Zehn Minuten in der Partie schienen die Leipziger sich selbst erst wiederfinden zu müssen, es war nach dem erstmaligen Rückstand in dieser Saison vor heimischer Kulisse. Auch diese neue Herausforderung meisterte die junge Mannschaft, die erneut auf den auch noch gegen den BVB gesperrten Liga-Topvorbereiter Emil Forsberg verzichten musste, aber auch in beeindruckender Manier. «Die große Stärke neben der taktischen Art und Weise wie wir spielen, ist die Mentalität», lobte Rangnick.