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»Let my people go«

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Die »Original USA Gospel Singers« rissen mit ihren Liedern voller Leidenschaft und Lebensfreude auch das Publikum im Traunreuter k1 mit. (Foto: Heel)

Auch wer den (Amts-)Kirchen eher fernsteht und nicht gerade bibelfest ist, dürfte von der Vitalität, Ausdruckskraft und Schönheit der Songs überwältigt gewesen sein, die die »Original USA Gospel Singers« bei ihrem umjubelten Auftritt im Saal des Traunreuter k1 präsentierten. Zumal die sechsköpfige Formation, begleitet von einer vorzüglich aufspielenden Zwei-Mann-Band aus Schlagzeuger (Bernard Flegar) und Pianist (Wil Lewis), bei ihrer perfekt inszenierten Bühnenshow ungemein stimmgewaltig und sehr temperamentvoll ans Werk ging, spannend choreografiert und unterstützt von stimmungsvollen Lichteffekten.


Dabei überzeugten Shannon Dionne, Kendra Payne, Zia, Jerome Foster, Steven Charles sowie Garrick Vaughan, der auch für die Choreografie zuständig war, nicht nur beim komplex und harmonisch dicht arrangierten Chorgesang. Die drei Frauen und drei Männer traten auch als Solisten hervor, klangrein, intonationssicher und sehr, sehr gefühlvoll.

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Sie übertrugen so mit Songs wie »Joshua fit the battle of Jericho«, »Sometimes I feel like a motherless child« oder »Let my people go« so schön wie eindringlich, was Gospel ausdrückt: Kraft, Hoffnung und Freude. Diese Freude, gepaart mit grandioser Beweglichkeit, zeigte sich auch im berühmten »Halleluja« aus dem »Messias« von Georg Friedrich Händel, das hier zum furiosen Gospel wurde. Lieder, die mitten ins Herz trafen, entsprungen der schwarzen Gospelkultur, deren Geschichte sie erzählten, von der Entstehung bis zur heutigen Zeit, von Mahalia Jackson bis James Cleveland, vom Einfluss der Karibik bis zur Weihnachtsgeschichte.

Nicht verwunderlich also, dass bei so viel Power, Leidenschaft und Lebensfreude die Begeisterung rasch aufs Publikum überschwappte, das, angeregt zum Mitklatschen und -singen, eifrig davon Gebrauch machte, bis nach »Silent night, holy night«, das die Gruppe strophenweise auch auf Deutsch sang, und dem Song »Oh happy day« das knapp zweistündige Konzert endete. Wolfgang Schweiger