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Letzte Sitzung mit Landrat Georg Grabner

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Berchtesgadener Land: Letzte Sitzung mit Landrat Georg Grabner als Ferienausschuss
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Mit Mundschutz und Abstand: Letzte Kreistagssitzung mit Landrat Georg Grabner. (Foto: Gerd Spranger)

Berchtesgadener Land – Die jüngste Kreistagssitzung musste einmal verschoben und dann ganz abgesagt werden Die Corona-Anweisungen lassen Sitzungen mit über 60 Personen auf engem Raum nicht zu. Landrat Georg Grabner hat für Mittwochmorgen deshalb zu einer Sitzung des Ferienausschusses geladen.


Mit großem Abstand und Mundschutz beriet eine geringe Anzahl von Kreisräten über wichtige Aspekte. Landrat Georg Grabner betonte: »Wir haben eine Umlaufzustimmung von über 50 Kreisräten erhalten.«

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Neue Situation

Gemäß dem Stimmanteil der Fraktionen war im Ferienausschuss nur jeder dritte Platz besetzt. Georg Grabner bat, sich angesichts der besonderen Umstände kurz zu fassen, die ausführlichen Vorlagen seien für die Kreisräte ja bereits seit Tagen im internen Informationsdienst des Landratsamtes eingestellt und nachzulesen gewesen.

Die besondere Sitzung des Ferienausschusses war zugleich die letzte Kreistagssitzung von Landrat Georg Grabner, der nach 18 Dienstjahren im Mai an seinen Nachfolger Bernhard Kern übergibt. Viele langjährige Kreisräte sprachen Landrat Georg Grabner für sein Engagement für den Landkreis ihren Dank aus. Ein Dankeschön erging auch an Nicole Fegg, der Fachbereichsleiterin für das Finanzmanagement. Sie und ihr Team haben über viele Monate hinweg die Umstellung des Haushalts von der Kameralistik auf die Doppik bewältigt.

Landrat Georg Grabner merkt dazu an: »In der freien Wirtschaft arbeiten nur noch Kleinstbetriebe mit einer einfachen Buchführung. Alle anderen sind seit ewigen Zeiten zur doppelten Buchführung mit Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz verpflichtet.« Im doppischen Haushalt würden zur Finanz-, Ertrags-, und Vermögenslage zusätzlich Informationen über Produkte mit den jeweiligen Zielen und Kennzahlen als Gestaltungsmöglichkeit des Kreistages und der Verwaltung abgebildet.

Niedrige Kreisumlage

Erstmals in der Geschichte des Landkreises sei es möglich, die Kreisumlage mit 44 Prozent auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte zu setzen. Grund dafür ist, dass der Landkreis schuldenfrei ist. »Zu Beginn meiner Amtszeit im Jahr 2002 musste der Landkreis eine Schuldenlast von 32 Millionen Euro tragen und zwischenzeitlich sogar 43,2 Millionen. Zum 31. Dezember 2019 verbuchen wir noch 12 Millionen Schulden, denen liquide Mittel von rund 22,3 Millionen Euro gegenüberstehen. Wir übergeben damit der nächsten Generation ein tragfähiges Erbe«, bekräftigte Grabner, sprach aber zugleich negative Folgen der Corona-Krise an, die sich die nächsten Jahre auch im Landkreis bemerkbar machen werden.

Kreisrat Hans Metzenleitner plädierte deshalb für ein faires Miteinander von Landkreis und Gemeinden. »Wir müssen die Balance halten, die Krise wird uns noch alle fordern und wir dürfen nicht über unsere Belastungsgrenzen gehen.«

Gerd Spranger