Lichtblick für die Fußballvereine? Berchtesgadener Trainer sehen Lockerungen verhalten

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Der Rasen auf dem Breitwiesensportplatz ist seit Oktober vergangenen Jahres ungenutzt. Darauf dürfte man bald aber wieder ein Mannschaftstraining absolvieren, sofern die Inzidenz unter 100 liegt. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgadener Land – Auch für den Sport gibt es am Montag Lockerungen. Mannschaftstraining ist im Freien mit Körperkontakt und ohne Gruppenbeschränkung ab einer Inzidenz unter 100 erlaubt. Dennoch ist dies mit einschneidenden Auflagen verbunden. »Trotz der klaren Aussagen aller Experten, dass Sport unter freiem Himmel kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellt, bleiben die Hürden für die bayerischen Amateurfußballer weiterhin sehr hoch, die Umsetzung ist mit erheblichem Aufwand verbunden«, sagt Jürgen Faltenbacher, Schatzmeister des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV). Recht deutlich reagierten auch die Berchtesgadener Fußballtrainer auf die neue Situation.


Sie denken nicht daran, in einen Trainingsbetrieb einzusteigen, wenn sich an den Auflagen nichts ändert. »Wir warten erst einmal bis Pfingsten und entscheiden danach«, erklärte stellvertretend für seine Kollegen der Trainer der SG Schönau, Thomas Meißner.

Aktuell gibt es Voraussetzungen für das Training: Man muss zweifach geimpft beziehungsweise genesen sein oder einen tagesaktuellen negativen PCR-Test, POC-Antigentest oder Selbsttest vorweisen können. Liegt die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 50, ist Mannschaftstraining mit Kontakt auch ohne Impfung oder negativen Test erlaubt. Voraussetzung ist jedoch eine Einzelfallentscheidung vor Ort. Eine Freigabe durch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, die auch die erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen festlegt, ist Grundvoraussetzung für die Umsetzungen der Lockerungen.

Angekündigt wurde zudem, dass das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration zeitnah ein neues Rahmenhygienekonzept für den Bereich des Sports vorlegt. »Nur das wird detailliert aufzeigen, was die jetzt beschlossenen Regelungen in der Praxis bedeuten. Derzeit können wir zur genauen Umsetzung keine Auskünfte geben. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Kabinett unserer eindringlichen Bitte nach weiteren Lockerungen für den Amateurfußball gefolgt ist«, so Faltenbacher. Leider seien die in Aussicht gestellten Öffnungen aber einmal mehr mit sehr hohen Hürden für unsere Vereine verbunden. Er denke hier insbesondere an die Testpflicht. Sehr viele Experten bestätigten, dass Sport im Freien auch mit Körperkontakt kein erhöhtes Infektionsrisiko darstelle und zudem für die Gesundheit eminent wichtig sei.

»Außerdem haben unsere Vereine bereits im vergangenen Herbst eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie die etablierten Hygienekonzepte penibel umsetzen, verantwortungsvoll mit den gewährten Freiheiten umgehen und sich als Teil der Lösung verstehen«, so Faltenbacher weiter. Unabhängig von einer Freigabe durch die jeweils zuständigen Kreisverwaltungsbehörden ist gemäß der Zwölften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt, weiterhin kontaktfreier Sport im Freien mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie einer haushaltsfremden Person (Kinder unter 14 nicht mitgerechnet) ohne Genehmigung erlaubt. Die Ausübung von Mannschaftssport ist dagegen untersagt. Zudem ist kontaktloser Sport im Freien für Kinder unter 14 Jahren in Gruppen von bis zu fünf Personen gestattet.

Etwaige Anleitungspersonen müssen auf Anforderung der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde ein negatives Ergebnis eines innerhalb von 24 Stunden vor der Sportausübung vorgenommenen gültigen Tests vorlegen. Vollständig geimpfte Personen werden negativ getesteten Personen gleichgestellt. Kinder müssen nicht getestet sein.

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, ist kontaktfreier Sport im Freien mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands – insgesamt maximal fünf Personen (Kinder unter 14 nicht mitgerechnet) – sowie zusätzlich unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren erlaubt. Christian Wechslinger