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Lichtblick für Opel: Verluste gehen zurück

Detroit/Rüsselsheim (dpa) - Bei Opel schlägt der Umbau langsam an. Im ersten Quartal verlor der Mutterkonzern General Motors in Europa weniger Geld als noch vor einem Jahr. Besonders erfreulich: Das Kunststück gelang mitten in der Absatzkrise.

Opel Bochum
Das Opel-Werk in Bochum: Im ersten Quartal verlor der Mutterkonzern General Motors in Europa weniger Geld als noch vor einem Jahr. Foto: Marius Becker Foto: dpa

«Wir haben Fortschritte verzeichnet in Europa dank strikten Kostenmaßnahmen und großartigen Autos wie dem Opel Adam und Mokka», erklärte Konzernchef Dan Akerson am Donnerstag am Sitz in Detroit.

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Operativ lag das Minus in Europa bei 175 Millionen Dollar (134 Mio Euro) nach zuvor 294 Millionen Dollar. General Motors hatte unter anderem die Belegschaft reduziert. Ende März arbeiteten in Europa noch rund 36 000 Menschen für das Unternehmen und damit 1000 weniger als drei Monate zuvor. Binnen eines Jahres schrumpfte die Mitarbeiterzahl um 3000.

Die Einsparungen waren bitter nötig, denn die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging weiter zurück - um etwa 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 249 000. Im Heimatmarkt EU alleine wurden Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall knapp 205 000 Wagen los - das sind etwa 8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Damit schrumpften die Verkäufe aber langsamer als der Gesamtmarkt, der nach Angaben des Branchenverbandes ACEA um annähernd 10 Prozent zurückging: Peugeot verlor 13 Prozent, Citroën 18, Renault 14 und Ford sogar 20 Prozent. Selbst Marktführer VW verkaufte 12 Prozent weniger Autos. Opel und Vauxhall gewannen somit Marktanteile hinzu und hielten im März in der EU 7,5 Prozent.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, Karl-Thomas Neumann, sieht sich in der Hoffnung bestätigt, den Geschmack der Kunden mit neuen Modellen zu treffen - dem kleinen Cityflitzer Adam, dem kompakten SUV Mokka oder dem Cabriolet Cascada. Lange Zeit hatte Opel diese wachsenden Segmente kampflos der Konkurrenz überlassen.

Auch interne Effiziensverbesserungen zeigten Wirkung, erklärte Neumann in einer Botschaft an die Mitarbeiter: «Wir haben es geschafft, den negativen Trend bei den Quartalszahlen des Vorjahres umzukehren. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns.» Er sprach von einem «äußerst schwierigen europäischen Markt, für den wir auch im Verlauf des Jahres keine wesentliche Erholung erwarten.»

Im vergangenen Jahr hatten sich bei GM in Europa operative Verluste von 1,8 Milliarden Dollar aufgetürmt. Spätestens 2016 soll Opel nun wieder Gewinne machen. Dafür verzichten Mitarbeiter auf Geld, das Werk in Bochum mit rund 3700 Mitarbeitern wird 2015 geschlossen. Parallel wurden das Opel-Management umgekrempelt und eine Allianz mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën geschmiedet. Zudem kündigte GM milliardenschwere Investitionen in Motoren, Modelle und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim an.

General Motors steht mit seinen Problemen nicht alleine da: Der US-Erzrivale Ford sowie das italienisch-amerikanische Gespann Fiat-Chrysler mussten bis zuletzt ebenfalls hohe Verluste in Europa verkraften. Ford verlor vor Steuern in der Region 462 Millionen Dollar und Fiat operativ 111 Millionen Euro. Ford schließt deshalb gleich drei Werke in Großbritannien und Belgien, was 6200 Jobs kostet.

Glück im Unglück für die US-Autokonzerne ist, dass ihr Heimatmarkt floriert. Dadurch konnte GM konzernweit zu Jahresbeginn einen Gewinn von unterm Strich 865 Millionen Dollar ausweisen, wenngleich dies 14 Prozent weniger waren als im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte um 2 Prozent auf 36,9 Milliarden Dollar. Dank der Verbesserungen in Europa stieg der Kurs der GM-Aktie.

GM-Mitteilung

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