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Lichtblick Mona Barthel - Struff »mega-enttäuscht«

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Mona Barthel
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Letzte der deutschen Tennisspielerinnen bei den Australian Open: Mona Barthel. Foto: Daniel Karmann/dpa Foto: dpa
Jan Lennard Struff
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Ist bei den Australien Open bereits ausgeschieden. Tennisprofi Jan Lennard Struff in Aktion. Foto: James Ross/AAP/dpa Foto: dpa

Zweiter Turniertag, zweiter trister Tag: Bei den Australian Open dezimiert sich das Feld der deutschen Tennisprofis weiter merklich. Vor allem das Aus von Jan-Lennard Struff kommt völlig unerwartet. Immerhin eine deutsche Dame schafft es in die zweite Runde.


Melbourne (dpa) - Da saß nun also Mona Barthel in dem kleinen Interviewraum ohne Reporter und blickte zunächst etwas unsicher in die Kamera.

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»Das ist so verrückt, ich hab das zum ersten Mal so gemacht«, sagte die letzte im Feld der Australian Open verbliebene deutsche Tennisspielerin nach der Videokonferenz, als sie die aus der Ferne zugeschalteten Berichterstatter längst ausgeloggt wähnte und sich mit der Presse-Dame vor Ort in Melbourne unterhielt.

Dass ausgerechnet die so zurückhaltende und stets unter dem Radar aufschlagende Schleswig-Holsteinerin als einzige der ohnehin nur vier deutschen Damen die erste Runde des Grand-Slam-Turniers überstand, passt perfekt ins Bild dieses aus deutscher Sicht schon jetzt zum überwiegenden Teil verkorksten Jahresauftakts. Bei den Herren verabschiedeten sich der zuletzt so stark aufspielende Jan-Lennard Struff und dessen Davis-Cup-Kollege Yannick Hanfmann. Das Damen-Trio Angelique Kerber, Laura Siegemund und Andrea Petkovic hatte tags zuvor schon seine Premierenprüfungen nicht bestanden.

»Es sah schon mal besser aus«, sagte Eurosport-Experte Boris Becker und sprach mit Blick auf die deutsche Erstrunden-Bilanz von »ein bisschen Bauchschmerzen«. Neun Profis aus dem Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes waren nach Australien gereist und hatten nach der Ankunft eine zweiwöchige Quarantäne im Hotel verbracht. In die zweite Runde schafften es nur Barthel, Dominik Koepfer (der jedoch vor einer gewaltigen Herausforderung gegen den US-Open-Champion Dominic Thiem aus Österreich stand) und der Weltranglisten-Siebte Alexander Zverev.

Das Match des 23 Jahre alten Hamburgers gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy wird am 10. Februar als zweites Match der Nightsession angesetzt (ca. 11.00 Uhr MEZ/Eurosport) - was für den erklärten Langschläfer zumindest kein Nachteil sein sollte. »Das ist ein perfekter Zeitplan für ihn, so spät am Abend zu spielen. Er steht ja nicht so gerne früh auf«, verriet Alexander Zverevs Bruder-Manager Mischa Zverev bei Eurosport. »Ich bin guter Dinge«, sagte er mit Blick auf das Zweitrunden-Duell seines zehn Jahre jüngeren Bruders.

Dieser scheint im Gegensatz zu vielen seiner DTB-Kollegen mit der suboptimalen Vorbereitung und den ungewohnten Umständen bislang ganz gut zurechtzukommen. Struff hingegen erlebte das, was gerne als »gebrauchter Tag« umschrieben wird. »Ich habe so oft im Match gedacht, das kann doch nicht wahr sein, das gibt es doch gar nicht. Ich bin einfach mega-enttäuscht«, sagte der 30 Jahre alte Warsteiner.

Nach starken Leistungen beim ATP Cup wollte die deutsche Nummer zwei auch bei den Australian Open weit kommen. Doch dann wurde Struff vom australischen Wildcard-Inhaber Christopher O'Connell jäh ausgebremst. 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6 hieß es nach etwas mehr als zwei Stunden. »Es war einfach eine Katastrophe heute. Ich habe in der Vorbereitung sehr viel investiert. Deshalb tut es heute verdammt weh«, so Struff.

Festtagsstimmung statt Tristesse war hingegen in Barthels Gesicht unschwer zu erkennen. Gefühlt ein Dutzend Mal fielen die Worte »happy« oder »glücklich« nach dem 3:6, 6:4, 6:4 gegen die italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto. Die 30-Jährige aus Neumünster trifft nun am Donnerstag auf die an Nummer 25 gesetzte Karolina Muchova aus Tschechien und hat »nichts zu verlieren«, wie es die frühere Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner formulierte.

»Ich versuche, so lange wie möglich die deutsche Fahne hochzuhalten«, sagte Barthel. Lange hatte sie überlegt, ob sie die Reise nach Australien überhaupt antreten sollte. Schon jetzt hat sich der Aufwand gelohnt - nicht nur wegen des bereits sicheren Preisgeldes von 150.000 australischen Dollar (ca. 95.000 Euro).

»Auf jeden Fall« habe diese Aussicht ihre Entscheidung beeinflusst, räumte Barthel ein. Der Coronavirus-Pandemie fielen im vergangenen Jahr zahlreiche Turniere zum Opfer, Barthel hatte zudem mit Verletzungen zu kämpfen. »Gerade nachdem ich letztes Jahr kaum etwas verdient habe, hilft es, wenn man ein bisschen einen Puffer hat, dass man dieses Jahr ein bisschen besser gestalten kann«, betonte Barthel und sagte bei ihrer ersten digitalen Pressekonferenz mit Blick auf ihr erstes Duell mit Muchova den wunderbaren Satz: »Ich versuche, mein Spiel zu entwickeln, entweder es reicht, oder es reicht nicht.«

© dpa-infocom, dpa:210209-99-358110/6

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