»Lichtblicke und Schattenseiten« in den meisten Rennen

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Er war in diesem Jahr erstmals regelmäßig im IBU-Cup am Start: Biathlet Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Er ist auf der internationalen Ebene angekommen: Biathlet Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding hat seine erste komplette Saison im IBU-Cup absolviert. Seine Bilanz fällt dennoch etwas gemischt aus: »Das war ganz solide. Aber ich habe es in den Rennen leider nicht ganz nach oben geschafft«, bedauert er.


Der Grund dafür: Der 26-Jährige brachte die Komplexleistung aus Laufen und Schießen in diesem Winter nie ganz optimal zusammen: »Wenn ich gut drauf war und einen tollen Ski hatte, habe ich dann einen Fehler zu viel geschossen. Wenn ich gut geschossen habe, hat beim Langlaufen irgendetwas nicht gepasst.«

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Ein klarer Schritt nach vorn war diese Saison dennoch. In der Saison 2018/19 hatte der Landespolizist nur beim IBU-Cup in Idre (Schweden) ein Gastspiel geben können. Dass es danach nicht zu mehr Einsätzen in der »Zweiten Liga« des Biathlons gereicht hatte, lag auch daran, dass ihn immer wieder Erkrankungen eingebremst hatten.

In dieser Saison lief es bei Donhauser in dieser Hinsicht besser. Dass er einen erfolgreichen Winter absolvieren könnte, hatte sich bereits im Sommer abgezeichnet. Bei den Deutschen Meisterschaften hatte sich der 26-Jährige sogar den Titel im Einzellauf geholt und auch im Sprint (6.) und in der Verfolgung (7. Platz mit zwölftbester Nettozeit) gut mitgehalten.

Zwar wurden wegen der Corona-Pandemie vorsichtshalber die IBU-Cups im Dezember abgesagt, »aber wir konnten mit internen Wettkämpfen und auch beim Vorbereitungslehrgang in Muonio (Finnland) das Gefühl für die Rennen aufbauen«, freut sich Donhauser. Gerade in Finnland seien ihm gute Vorstellungen gelungen. »Ich bin gut reingekommen, aber leider war zum Beginn des neuen Jahres kurzzeitig etwas die Luft raus«, beschreibt er seine etwas schwächeren Leistungen zum IBU-Cup-Auftakt. Da die Rennen am Arber gleichzeitig die einzige Möglichkeit waren, sich für eine EM-Teilnahme zu empfehlen, verfehlte er die Titelkämpfe in Duszniki Zdroj (Polen).

Doch Donhauser heimste in der Folgezeit noch mehrere Top-15-Plätze im IBU-Cup ein. So wurde er jeweils Zwölfter bei verkürzten Einzelläufen (15 statt 20 km/45 Sekunden Zeitaufschlag pro Fehler statt einer Minute) in Osrblie (Slowakei) und Obertilliach. Hinzu kamen ein 13. und ein 14. Platz bei Sprints in der Slowakei und ein weiterer 14. Platz bei einem der 10-km-Wettkämpfe in Österreich.

»Die Wettkämpfe waren durchgehend ähnlich. Jedes Rennen hatte seine Lichtblicke und seine Schattenseiten«, zeigt er sich selbstkritisch. Dennoch zeigte ihm dies, dass mehr drin ist – wobei »mehr« bedeutet, dass er möglichst bald auch schon im Weltcup Einsätze verbuchen will.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht er noch einige. »Ich habe vor allem beim ganzen Ablauf am Schießstand noch zu viel Zeit verloren. Da kann ich noch einiges rausholen – aber es darf nicht auf Kosten des sicheren Schießens gehen«, betont Donhauser.

Beim Schießen selbst dagegen »war dieses Jahr ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe in den meisten Rennen ungefähr 90 Prozent Trefferquote erreichen können. Das gilt es noch zu stabilisieren.« Stabiler werden wolle er auch noch bei der Laufleistung. Gerade in einem Ausdauersport wie Biathlon müsse man sich die Laufleistung über viele Jahre aufbauen, weiß Donhauser, der erst mit 18 Jahren mit dem Biathlon begonnen hatte.

Die besonderen Bedingungen in der Corona-Pandemie hatten kaum Einfluss auf die Leistungen. »An den Wettkämpfen selbst hat sich ja kaum etwas geändert, und dass keine Zuschauer da sind, ist man beim IBU-Cup ja gewohnt, das ist erst beim Weltcup anders.« Ein wenig nervig seien dagegen die ständigen Tests gewesen, denn »der eine Arzt macht das gefühlvoller, der andere schon etwas gröber ...« Zudem habe man bei Grenzübertritten »immer genau schauen müssen, ob man auch alle nötigen Dokumente dabei hat.« Beklagen will sich Donhauser aber nicht, schließlich ist er sehr froh darüber, dass die Saison überhaupt stattfinden konnte.

Derzeit befindet er sich im vierten seiner fünf Jahre der Ausbildungsphase bei der Landespolizei. In deren Rahmen absolviert er heuer auch ein einmonatiges Praktikum als Streifenpolizist in Bad Reichenhall. »Ich habe gerade den ersten Schichtzyklus hinter mir«, berichtet er.

Für die kommende Saison wünscht sich der 26-Jährige, »dass ich gut durch die Vorbereitung komme und mich wieder für den Lehrgang in Muonio qualifizieren kann. Dort werden ja schließlich auch die Plätze für das Weltcup-Team ausgelaufen.«

Und um diese Plätze möchte er möglichst gut mitkämpfen. Er hofft, im Winter 2021/22 zumindest einige Rennen auf der höchsten Leistungsebene des Biathlonsports absolvieren zu können. Denn dorthin soll der Weg letztlich ja führen. Gelingt es ihm, die Komplexleistung aus beiden Teildisziplinen noch besser zusammenzuführen, sollte das auch möglich sein. who

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