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Liebe in grausamen Zeiten: Dreiteiler über Maximilian I.

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Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe
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Maximilian (Jannis Niewöhner, r) bespricht sich mit seinem besten Freund Wolf von Polheim (Stefan Pohl). Foto: Thomas W. Kiennast/ZDF Foto: dpa

Düster geht es zu im 15. Jahrhundert - in vielfachem Sinn. Die Herrscher schrecken vor nichts zurück, und Räume wirken oft wie schlecht beleuchtete Höhlen. Ein romantisches Glanzlicht präsentiert das ZDF im Dreiteiler um Kaiser Maximilian.


Wien (dpa) - Am Anfang steht eine Riechprobe. »Ich heirate keinen stinkenden Barbaren«, hatte die genauso stolze wie superreiche Maria von Burgund (Christa Théret) noch betont.

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Doch die Attacken der benachbarten Franzosen lassen der Herzogin aus strategischen Gründen keine andere Wahl. Sie schickt ihre Vertraute Johanna von Hallewyn (Miriam Fussenegger) an den kaiserlichen Hof nach Wiener Neustadt, um den Thronfolger Maximilian (Johannes Niewöhner) inspizieren zu lassen. Der Testkontakt verläuft positiv. Maximilian riecht nicht nur gut, er ist gebildet und kennt die griechischen Philosophen. Was folgt ist eine große Romanze, die von vielen Gefahren bedroht ist.

Das ZDF hat den dankbaren Stoff mit großem Aufwand und exzellenten Schauspielern im Dreiteiler »Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe« (1., 2., 3. Oktober) verfilmt.

Im 15. Jahrhundert ist Friedrich III. (Tobias Moretti) zwar Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, aber im Grunde ist er ein armer Wicht. Ohne Geld, machtlos und wegen seiner Feigheit verachtet von seinem Sohn Maximilian sitzt er in seiner Burg in Wiener Neustadt und sieht nur eine Chance: Eine reiche Braut muss her. Als Maria von Burgund im heute belgischen Gent 1477 an die Herrschaft kommt, setzt ein Wettlauf zwischen Frankreich und den Habsburgern ein, wer ihre Hand und damit Reichtümer und Macht bekommt.

»Du musst Burgund erreichen, sonst sind wir verloren und sie auch« - mit diesen Worten schickt der Kaiser seinen Sohn auf die Reise. Moretti hat erst jüngst in einem Arte-Dokudrama über Maximilian den alten Kaiser verkörpert. Sein Spiel verleiht dem Herrscher in Not eine bemerkenswerte Würde.

Das Drehbuch von Martin Ambrosch konzentriert sich ganz auf die Macht-Intrigen zur Eroberung der schönen burgundischen Herzogin. Sie muss mit ansehen, wie ihr Kanzler und ihr Ratgeber nach einer diplomatischen Falle der Franzosen geköpft werden. Generell sind Leben und Gesundheit in diesen rohen Zeiten allenthalben hochgradig gefährdet. Da wird als spontane Reaktion auf eine freche verbale Entgleisung schon mal mit dem Schwert die Hand des Aufsässigen abgeschlagen, da droht als Strafe für Ehebruch das Abschneiden der Nase, da lauern überall tödliche Infekte.

Regisseur Andreas Prochaska und Kameramann Thomas W. Kiennast fangen die meist beklemmende Atmosphäre höchst authentisch ein. Sie vertrauen auf das Kerzenlicht, um Räume und Gesichter zu erhellen.

Die Tragweite der Geschehnisse wird durch die zeitliche Beschränkung auf die Jahre von 1477 bis 1482 für die Zuschauer aber allenfalls erahnbar. Maximilian (1459-1519) wird nach fast 30 Kriegen und einer äußerst erfolgreichen Heiratspolitik den Grundstein zum Weltreich der Habsburger legen.

Sein Enkel Karl V. wird über ein Reich herrschen, in dem dank der Eroberungen in Südamerika die Sonne nicht untergeht. Immerhin begleitet der Augsburger Kaufmann Ulrich Fugger die Handlung von Anfang an. Die Bankiersdynastie der Fugger wird die Habsburger dieser Zeit finanzieren, eine historisch wichtige Win-Win-Situation.

Das Glück von Maximilian und Maria findet 1482 ein jähes Ende, als die Herzogin an den Folgen eines Reitunfalls mit nur 25 Jahren stirbt. Elf Jahre später wird Maximilian König, 1508 auch Kaiser, und er heiratet 1494 in zweiter Ehe die Mailänderin Bianca Maria Sforza. Für die Filmemacher ist vor allem eine Botschaft wichtig: »Maximilian wird nie wieder glücklich sein.«

Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe