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»Liebesfreud und Liebesleid«

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Regina Brandner (Cello), Verena Meurers-Zeiser (Harfe) und Franz Tradler (Trompete) begeisterten bei ihrem Konzert in der Grabenstätter Schlossökonomie. (Foto: Müller)

Unter dem Motto »Liebesfreud und Liebesleid« stand das gut besuchte Konzert von Regina Brandner (Cello), Verena Meurers-Zeiser (Harfe) und Franz Tradler (Trompete) im Saal der Schlossökonomie Grabenstätt. Die Besucher genossen einen gut eineinhalbstündigen, musikalischen Ohrenschmaus mit ganz großen Gefühlen – einfach zum Dahinschmelzen, Loslassen und Träumen.


Einen offiziellen Namen haben sich die drei Wonneberger als Trio noch nicht gegeben, einen Namen gemacht haben sie sich aber schon längst, und das obwohl sie, wie Konzertharfenistin Verena Meurers-Zeiser nach dem umjubelten Auftritt verriet, in dieser Besetzung erst im dritten Sommer zusammen spielen.

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Dass sie sich nicht nur musikalisch gut verstehen, zeigte sich an den amüsanten Anmoderationen. Gerade der Trompetenvirtuose Franz Tradler, der derzeit im Hamburger Exil lebt und studiert, brachte die Besucher und seine Kolleginnen mit seinen offenherzigen und humorvollen Ausführungen immer wieder zum Schmunzeln. Nicht selten wurde auch schallend gelacht, beispielsweise, wenn den Komponisten Johann Strauss (Sohn) posthum der Schluckauf befiel oder Violinist und Komponist Fritz Kreisler um ein Haar zum Heuwendemaschinen-Experten mutiert wäre.

Immer dann, wenn die drei Musiker wieder zu ihren Instrumenten griffen, wurde es im Publikum wieder ganz ruhig. Ob zu dritt wie beim Blumenduett aus der Oper »Lakmé« von Léo Delibes, dem von Tradler selbst arrangierten Forrest-Gump-Soundtrack, der weltberühmten Humoreske op. 101, No. 7 von Antonín Dvorák und dem Stück »Liebesleid« von Fritz Kreisler oder als Duo, wahlweise mit Trompete und Harfe wie bei der Pizzikato-Polka von Johann Strauss und den Carmen-Variationen über »Habanera« von George Bizet oder mit Cello und Harfe wie beim Franz Schubert-Ständchen (Serenade) oder der »Hungarian Rhapsody« – warmer Applaus und Bravo-Rufe waren stets der verdiente Lohn.

Das Medley »Hungarian Rhapsody« habe Cello-Virtuose und -Professor David Popper als Liebeserklärung an seine neue Heimat Ungarn geschrieben, verriet Kammermusikerin und Musikpädagogin Regina Brandner. Verena Meurers-Zeiser brillierte auch zweimal als Harfensolistin. Mit der »Prélude« in C, dem einzigen Harfensolostück von Serge Prokofjew, spielte sie sich in die Herzen ihrer Zuhörer, um dann schwer verliebt zuzugeben: »Es wäre schön gewesen, er hätte mehr geschrieben«.

Komponist und Harfenvirtuose Robert Nicolas Charles Bochsa, von dem sie später das Stück »Zitti, zitti« erklingen ließ, tat ihr diesen Gefallen. Mit »Salut d'Amour« von Edward Elgar gab es auch noch »einen der berühmtesten Liebesgrüße«, wie es Regina Brandner formulierte. Mit »Liebesfreud« von Fritz Kreisler klang das Programm passend aus, doch zur Freude der begeisterten Gäste folgte noch der Ungarische Tanz Nr. 7 als Zugabe. Wer das Konzert verpasst hat, erhält schon bald eine neue Chance: Am Dienstag, 24. Juli, um 19.30 Uhr spielen die Musiker in der Pfarrkirche in Gollenshausen (Gemeinde Gstadt). Markus Müller