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Lieder »bunt wie das Leben«

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Sänger und Musiker beim verdienten Schlussapplaus in der Kirche St. Florian. (Foto: Mikosch)

Ein Konzert besonderer Art fand in der Kirche St. Florian in Tettenhausen mit den »Vocalisten Plus«, einer Gruppe von acht begeisterten Sängern und Sängerinnen sowie sechs Musikern und Musikerinnen aus dem Rupertiwinkel, statt.


»Bunt wie das Leben« sollten sie sein, die Liedtexte, doch auch aus verschiedenen Zeiten und Ländern, so Christine Hofmann, Leiterin, Sängerin und musikalisches Herz dieser Gruppe. Mit einem sechsstimmigen vorweihnachtlichen Choral des Kirchenmusikers Andreas Hammerschmidt aus dem 17. Jahrhundert eröffneten die acht Sänger den musikalischen Abend. »Machet die Tore weit«, erschallte ihre Botschaft nach dem Psalm 24 im vollbesetzten Kirchenschiff, strahlend und klar von der Empore herab. Zu Trommelrhythmen, Gitarrenmusik und Flötenspiel zogen die »Vocalisten« in den Altarraum ein und trugen ein Lied des Engländers Matt Redman vor.

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Um »Zehntausend Gründe«, Gott zu loben, ging es darin. Schön, dass die Singstimmen in ihrem natürlichen Stimmtimbre ohne jegliche, an die leichte Muse erinnernde, Verfremdung in diese »moderne« Lobpreisung einstimmten! Eine kurze Singpause mit musikalischer Untermalung nutzte Doris Hofmeister zur Begrüßung, ehe der pentatonische Gesang fröhlich mit Begleitung aller Instrumente (Percussion, Klavier, zwei Geigen, Cello, Klarinette) fortfuhr und den englischen Refrain intonierte.

Auch das folgende, aus dem Amerikanischen kommende Lied Lenny Leblancs »Keiner ist wie Du« ist ein modernes Lobpreis-Lied, doch erst als solches erkennbar, wenn man genau hinhörte. In seiner ebenso berührenden wie einschmeichelnden Melodie, gesungen von Andrea Huber und Veronika Pallauf, hätte es ebenso ein Liebeslied sein können, wunderschön schlicht intoniert und gesetzt. Wieder in die ältere Musikliteratur zurück führte das musikalische »Gebet« von Moritz Hauptmann (1792 bis 1868). Albert Frey, früher Musiker in der christlichen Rock-Band »Effata«, schrieb die letztlich sehr einfache und eingängige Melodie zum Text des folgenden Liedes »Für den König«, in welchem eher in fast kindlicher Weise König Jesus beschrieben wird.

Ganz andere Töne erklangen mit dem Hornsolo von Theresa Kinzl, die seit diesem Jahr in München dieses schwierige Instrument studiert. Mit bereits erstaunlich gutem Ansatz und Volumen spielte sie die »Romanze« den französischen Komponisten Camille Saint-Saens (1835 bis 1921).

Es gibt viele Wege im Leben, leitete Christine Hofmann über zum nächsten Stück: »It’s my way« von Frank Sinatra, der darin besingt, dass er seinen eigenen, ganz speziellen Weg durchs Leben gegangen ist. – Hier sang nach dem Solo von Konrad Pallauf der mehrstimmige Chor, rhythmisch unterstützt von der Percussion (Maximilian Huber) und vom Klavier, eine interessante Variante dieser bekannten Melodie.

Ein ruhig-besinnliches Zwischenspiel durch die drei Streicher führte über flotte Rhythmen zu einem lebhaften Einstieg des Chors zu Karin Hüttis »Sende uns Deinen Geist«. Die »Caravan of Love« von »The Housemartins« folgte, englisch von den vier Männern gesungen und mit rhythmischem Fingerschnipsen und »stand ups« schmissig angetrieben.

In ganz anderer Weise sprach der Song »In Christus« von K. Getty und S. Townend die Konzertbesucher an. Sanft und beruhigend, einlullend beinahe wie ein Wiegenlied erklang der poetische Text nach einem warmen Klarinettenvorspiel von Sepp Pallauf, zuerst solistisch von Georg Steffl vorgetragen, dann mehrstimmig vom gesamten Chor, mit zartem Flöten- und Geigenzwischenspiel (Christian und Pavla Kinzl) und weichem Beckenklang verstärkt.

Was kann auf eine solch sanfte und anrührende musikalische Aussage noch folgen? – »Bunt wie das Leben« war doch die Idee zu diesem Konzert! Und es kam temperamentvoll in einem Solo auf dem Cello, gespielt von Benedikt Kinzl, eine spanische Impression voll packender Flamenco-Rhythmen von dem deutschen (!) Komponisten Gabriel Koeppen, 1958, die er »Spanische Fantasie« nennt. Eine heitere Schau aufs Leben wurde in sauberster Intonation vom Chor mit der Volksweise »Summa aus« besungen, verstärkt durch Jodler in ihren schönen Dreiklangumkehrungen. Es folgte die Südtiroler Volksweise »Tschurale«, einfühlsam für das vielseitige Orchester und den mehrstimmigen Chor mit Solostimmen (Doris Hofmeister und Julian Gramsamer) gesetzt.

Dass die Menschen Gott brauchen, wurde im Stück »Deus Homini« von G. Nelson und P. McHugh eindrucksvoll vorgetragen. Ein mehrstimmiges »Dank´schön«, nochmals in alpenländischer Weise, diesmal in Text, Melodie und Satz ganz von Christine Hofmann, durfte nicht fehlen und war sicher für jeden der Besucher ein inneres Anliegen. Nach dem strahlenden Loblied von F. Silcher gab es einen grandiosen Schlussapplaus für alle Sänger und Musiker, die sich mit zwei Zugaben bedankten. Helga Mikosch