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Lieder und Musikstücke voller Trauer, Melancholie und Hoffnung

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Bunt gemischt sind die Kirchenchöre aus Kirchanschöring und Petting bei den Passionskonzerten, von denen das Erste am vergangenen Sonntag in Petting stattfand. (Foto: Albrecht)

Einen guten Querschnitt von Allem, was in ein Passionskonzert passt, boten die Kirchenchöre von Petting und Kirchanschöring sowie mehrere Solisten und Solistinnen unter der Leitung von Hans Breinbauer in der Pfarrkirche St. Johannes in Petting. Eine Wiederholung ist am Sonntag um 19 Uhr in der Kirchanschöringer Kirche.


Mit dem vielschichtigen Programm traf das Konzert auch sein Thema; »Kommt alle zu mir, die ihr mühsam und beladen, ich will euch Ruhe verschaffen«, ein Zitat aus dem Evangelium von Matthäus, hervorragend. Das Programm deckte auch praktisch alle Musikrichtungen ab, die in diese vorösterliche Zeit passen und sowohl auf das kommende Leiden Jesu als auch auf die Hoffnung der Auferstehung hinweisen.

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Im Programm dabei waren Gospel-Songs, wie auch Stücke von Johann Sebastian Bach. Schon beim ersten Stück »Somebody´s Knocking´at You Do‘« (»Jemand klopft an deine Tür«), offensichtlich ein Gospelsong aus dem Süden der USA, gesungen von beiden Chören, zeigte sich die Traurigkeit und Melancholie, die das Leben der Sklaven in den Südstaaten widerspiegelt, aber auch auf das Leiden Jesu hinweist. Bei »Shalom chaverim« (»Hilf Herr meines Lebens«), einem jüdischen Stück, zeigte Christina Ramgraber ihre Meisterschaft auf dem Saxophon und füllte die Kirche mit dem Schall der sehr getragenen Melodie.

Das Gleiche tat die Solo-Sopranistin Sylvia Köberle mit ihrer Stimme bei der »Passionsmusik« nach Karl Höller. Sehr bekannt ist das Stück »Oh Haupt voll Blut und Wunden« von Johann Sebastian Bach, das vom Kirchenchor Kirchanschöring intoniert und sehr stimmungsvoll wiedergegeben wurde. Wie immer bei Konzerten des Musiklehrers Hans Breinbauer, der das Konzert nicht nur dirigierte, sondern Solisten und Chöre auch auf dem Klavier begleitete, zeigte sich wieder einmal bei allen Stücken die gewissenhafte und ausgezeichnete Vorbereitung; so auch bei »Bist du bei mir« von J. S. Bach, das von Daniel Singhartinger als Flügelhorn-Solo gespielt wurde.

Vielleicht noch mehr zur Passionszeit passend als manche der anderen Melodien war der »Trauergesang«, nach Pater N. Becker, den der Kirchenchor Petting dann hören ließ. Einmal mehr kam Daniel Singhartinger mit einem Flügelhorn-Solo zum Einsatz bei »Komm süßer Tod« von J. S. Bach und aus dem Schemelli-Gesangbuch. Auch dabei brachte der junge Solist sein außergewöhnliches Können auf diesem Instrument zur Geltung.

Für Singstimmen, nämlich die Sopran-Solistinnen Sylvia Köberle und Alexandra Hemprich, begleitet von den Chören, war das Stück »Öffne meine Augen« von John Rutter, dem in 1945 geborenen Engländer, sicher einem der bedeutendsten und populärsten postmodernen Komponisten, der die Cambridge Singers gegründet hat und sie auch leitet. Rutter versteht es ausgezeichnet, in alte Elemente etwas Jazz einzubringen und Breinbauer, die Solisten und Chöre brachten das in diesem Konzert sehr gut zur Geltung. Beim »O crux ave«, das vom in Riga geborenen Letten Rihards Dubra stammt, kamen beide Chöre zum Einsatz und zeigten dabei, wie gut sie sich verschmelzen lassen.

Die Solistinnen Alexandra Hemprich, Sopran, und Monika Drechsler, Alt, wurden in einer sehr hörenswerten Version des Gospel-Songs » Jesus zu dir kann ich kommen wie ich bin« von der Rhythmusgruppe unterstützt. Pfarrer Ludwig Westermeier füllte kompetent wie immer die Sprecher-Rolle für den aus dem Matthäus Evangelium stammenden nächsten Beitrag, der dem Konzert auch als Thema diente »Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid«. In einem der lebendigsten Stücke, nämlich »Bridge Over Troubled Water« von Simon und Garfunkel ließ Gitti Kraller als Solistin erstmals in diesem Konzert ihre hervorragende Alt-Stimme hören, unterstützt von der Alt-Stimme Monika Drechslers, dem Sopran von Alexandra Hemprich und der Rhythmusgruppe.

Als Solo alleine, aber unterstützt von der Rhythmusgruppe, gab Gitti Kraller danach auch »Würdig ist das Lamm« von Darlene Joyce Zschech zum Besten. Zschech, in 1965 als Darlene Joyce Steinhardt in Sydney geboren, hat mit ihren religiösen CDs sogar die australische Hitparade gestürmt. So wie Gitti Kraller und die Rhythmusgruppe den Song von Zschech in Petting hören ließen, ist das auch sehr verständlich. Mit »Were You There«, einem Gospel-Song, dem schon Johnny Cash und Willie Nelson zu Ruhm verhalfen und der hier in Petting nicht minder schön von Gitti Kraller, Alexandra Hemprich, der Rhythmusgruppe, den Bläsern, Christina Ramgraber, Saxophon, Christiane Eisl, Querflöte und Daniel Singhartinger, Flügelhorn, als Solisten, zusammen mit den beiden Chören zu Gehör gebracht wurde, endete offiziell das Konzert.

Der überwältigende Applaus, der danach durch die Kirche hallte, machte aber ein sofortiges Aufhören fast unmöglich und Breinbauer, die Solisten und die Chöre ließen dementsprechend ein weiteres Stück hören, bevor sie ihren Platz vor dem Altar endgültig räumten. Alois Albrecht