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Liedermacher Martin Ströber als »Hans im Glück«

»Denn heut bin ich der Hans im Glück«, sang Liedermacher Martin Ströber aus Kay bei der Präsentation seiner ersten Solo-CD »Ganz nebenbei« im Traunsteiner NUTS. Und auch die zahlreichen Besucher hatten ihrerseits ihre Freude an dem bunten Programm, das Ströber & friends auf der Bühne boten: gefällige Musik, sinnige Texte, ein bisschen Spaß undein paar pädagogische Elemente – Martin Ströber ist nicht umsonst Lehrer. So entfaltete sich in den rund zwei Stunden ein abwechslungsreiches Programm, das man folgendermaßen zusammenfassen könnte: unterhaltsam präsentiert, stimmig arrangiert und mit Gespür und Einfühlungsvermögen musiziert.

Zusammen mit seinen musikalischen Freunden stellte Martin Ströber im NUTS seine CD »Ganz nebenbei« vor. (Foto: Eder)

Dabei stand zumeist der Text ganz deutlich im Vordergrund – und das aus gutem Grund: Denn Ströber hat seinem Publikum etwas mitzuteilen. Und das soll durch die Instrumente zwar unterstützt, aber nicht zugedeckt werden. Und so ließ Markus Riedl sein Akkordeon, wechselweise das Keyboard, nur manchmal die musikalische Führung übernehmen, Martin Riedl ließ sein Schlagzeug immer mal ruhen und schlug den Takt auf der Trommel dazu, Helmut Ertls Bass übte sich als fundamentierende, aber zurückhaltende Begleitung, und Sängerin Conny Mörtl verstand sich immer als Background, mochte sie mit ihrer strahlenden Erscheinung auch noch sehr im Vordergrund stehen.

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Martin Ströber ist, wie gesagt, Lehrer, und das verhehlt er auch nicht. Ein Flipchart an der Seite vermittelte Regieanweisungen, kleine Refrainmelodien zum Mitsingen und sonstige, oft lustige Zusatzinfos zu den Liedern. Und wie man auch im Unterricht die Schüler zum Mitmachen anhalten muss, damit sie nicht einschlafen, so lud Ströber auch sein Konzertpublikum zum Mitraten von Kinderliedern ein, die Markus Riedl kurz anstimmte. Zwischendurch holte Ströber dann Jürgen Hagen auf die Bühne, mit dem zusammen und in dessen Tonstudio er seine CD aufgenommen hatte – da allerdings nur mit Gitarre und ohne seine Band. Hagen beteiligte sich an einigen Liedern mit seinem Kontrabass.

Dann aber präsentierte Ströber seinen Zuhörern die Lieder seiner CD. Den Titel »Hauptgewinn« widmete er »echten Freunden«, und das sind seiner Definition zufolge diejenigen, die man auch nachts um 4 anrufen darf und die einen nehmen, wie man ist. Seine »Kleine Philosophie« bestand aus Gedanken, wie sie einem beim Fliegen durch den Kopf gehen, wunderbar gefühlvoll von Gitarre und Keyboard umflort. Zwischendurch präsentierte Ströber ein Lied, zu dem er sich von dem Janosch-Hörspiel »Das Schweinchen und der Wolf« hatte inspirieren lassen – mit dem ungewöhnlichen Ende »Der Wolf ist doch kein Feind«, also wiederum mit pädagogischem Zungenschlag.

Nachdenklich dann wieder das nächste Lied: »Bin ich noch lebendig?«, düster-dunkel von Bass und Trommel unterstützt, von Conny Mörtl gesanglich mitbegleitet. Dann outete sich Ströber auch noch als Hobbyangler und verriet seinem Publikum gesanglich, wie entspannend und ruhig – daher der Titel »Ruhe« – so ein Stündchen oder auch mehr beim Fischen sein kann.

Dann aber wurde es gleich wieder deutlich lebendiger und rockiger, als Tochter Maria die Bühne betrat und mit einer tollen Stimme, die man von dem zarten Mädel gar nicht so ohne weiteres erwartet hätte, ihr Lied »How do you feel?« vortrug, vom Papa auch gesanglich begleitet, von den Instrumentalisten mit viel Power unterstützt – ein Stück Musik, das begeisterte und einen mitriss, der Applaus war entsprechend. Maria trat dann auch noch ein weiteres Mal auf, mit dem Lied »I wanna be free«, mit dem sie es unter die letzten Acht bei Kika-Songcontest geschafft hatte. Das Publikum klatschte begeistert mit – und es war eindrucksvoll zu erleben, wie die 13-Jährige mit kräftiger Stimme und scheinbar gänzlich unbekümmert vor dem Publikum im NUTS auftrat.

Im zweiten Teil des Abends hörte man dann weitere Lieder der neuen CD, so etwa das hinterkünftige Liebeslied auf Tatoos, zu dem zwei Gäste dann »tätowiert« wurden – eine lustige Einlage. Dann folgte noch eine Ballade »Der Unsichtbare« nach einem Gedicht von Michael Ende, ein ironisch-amüsantes Lied – ausnahmsweise auf Englisch – auf eine »bayerische Freiheitskämpferin«, nämlich die Kuh Yvonne. Ein temperamentvoller Höhepunkt folgte noch kurz vor Schluss mit dem Samstagabend-Blues. Da gaben die Musiker noch einmal alles, und auch Conny Mörtl trat hier aus ihrem »Background« und zeigte, wie sie könnte, wenn sie wollte. Und dann gab'’s noch etliche Zugaben, unter anderem ein Lied, das Martin Ströber in einem alten Ordner gefunden und leicht verändert recycelt hat, einen langsamen Walzer, der vom Akkordeon so richtig stimmungsvoll überhöht wurde. he