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Die ehemalige Vorsitzende Sabine Rosenberg (Zweite von links) mit dem neuen Vorstand der Chiemgau-Autoren (von links): Robert Gapp, Uta Grabmüller, Rosemarie Mußner, Lotte Enzinger und Dr. Martin Trautwein. (Foto: Schneider)

Literatur aus erster Hand

Thema Märchen beim letzten Monatstreffen der Chiemgau-Autoren im Traunsteiner NUTS


Die monatlichen Literaturtreffen der Chiemgau-Autoren e. V. in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS gehören wieder zum regelmäßigen Kulturprogramm in Traunstein.

Der Verein hat inzwischen 75 Mitglieder: Schriftsteller und Literaturbegeisterte. Sie sind einerseits »Text-Produzierende«, schreiben also selbst oder kümmern sich andererseits darum, dass die Textkunst in Büchern, Lesungen, digitalen Formaten und anderen Veranstaltungen bekannter gemacht wird.

Das letzte Literaturtreffen stand unter dem Zeichen des Märchens. Ilona Picha-Hoeberth las aus ihrem neuen Buch »Wasserburg – verWunschen & verZaubert« – die Geschichte des einsamen Fischers und der drei geheimnisvollen Schwäne. Von der Märchenerzählerin Irmelind Klüglein hörten die Besucher die Geschichte des schwarzen Schafes und seiner weißen Freunde. Lebhaft wurde über Bilder, Figuren und Muster im Märchen diskutiert. Ilona Picha-Hoeberth wies auf die mythologisch geprägten Vorstellungen hin, die in Märchen stecken und die sie auch bei ihren Wasserburger Stadtführungen immer wieder einflicht. Ihre ausdrucksvolle Darstellungsform faszinierte das Publikum.

Ein anderes Genre vertritt der Priener Schriftsteller Josef Obermüller, bekannt für seine Gedichte in zuverlässiger gebundener Form, in denen er sich mit Themen aus der großen wie kleinen Politik, mit Umwelt und menschlicher Natur beschäftigt. Obermüller beobachtet das Leben genau, und seine nimmermüde Findigkeit bei Wortwahl und Endreimen ist bewundernswert.

Das Autorentreffen schließt immer auch ein Literaturrätsel ein, dieses Mal vorgetragen von der Münchnerin Sybille Trapp. Sie führte das Publikum durch gezielte Fragen und feine Hinweise zur Chiemgauer Autorin Franziska Hager, vor 148 Jahren am 27. Juni in Traunstein geboren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Hager viel über den Chiemgau und die Lebensumstände hier geschrieben. Eine Schule in Prien und Straßen in Prien, Rohrdorf und Übersee sind nach ihr benannt. Ihr Hauptwerk, das 2000 Seiten umfassende Typoskript »Meine Erde«, blieb leider unveröffentlicht, ist jedoch im Stadtarchiv Traunstein noch einzusehen.

Auch das Vereinsleben war Thema beim Literaturtreffen. Die Chiemgau-Autoren werden heuer wieder beim »Tag der Vereine« auf dem Traunsteiner Stadtplatz vertreten sein. Sie haben sich etwas einfallen lassen, um am 17. Juli auf ihre literarische Arbeit aufmerksam zu machen: Es wird »Literatur to go« angeboten. Und am 25. Juli steht wieder ein Literaturtreffen im NUTS auf dem Programm, das auch Neulingen Gelegenheit anbietet, sich auf der Lesebühne vorzustellen. Oder auch nur zuzuhören, wie das klingt: Literatur aus erster Hand.

Uta Grabmüller