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+++ Live-Ticker: Urteil gegen Massenmörder Breivik +++

Oslo (dpa) - In Oslo ist das Urteil gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik gesprochen worden. Das Gericht verurteilte ihn zu 21 Jahren Gefängnisstrafe. Bis zu sechs Stunden sind für die Urteilsverkündung anberaumt - verfolgen Sie die Entwicklungen im dpa-Live-Ticker.

Im Gerichtssaal
Breivik im Osloer Gericht vor der Urteilsverkündung. Foto: Heiko Junge / Pool Norway Out Foto: dpa

[18:09] +++ Nach dem Urteil gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik wird die Staatsanwaltschaft nicht in Berufung gehen. Das sagte Staatsanwalt Svein Holden am Freitag in Oslo. Die Beweisführung sei gründlich gewesen, es gebe keinen Grund, den Fall weiterzutragen. Zuvor hatte bereits der verurteilte Breivik angekündigt, das Urteil nicht anzufechten. Holden sagte, damit könne der Richterspruch jetzt rechtskräftig werden. Die Richter hatten Breivik zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt. +++

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[17:32] +++ Der verurteilte Massenmörder Anders Behring Breivik will nicht in Berufung gehen. «Ich erkenne das Gericht nicht an», sagte der 33-Jährige am Freitag nach der Urteilsverkündung in Oslo. Daher könne er den Richterspruch weder akzeptieren noch in Berufung gehen. Das Gericht hatte ihn zur norwegischen Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt. +++

[16:41] +++ Die Richter im Breivik-Prozess haben in ihrer Urteilsbegründung das rechtspsychologische Gutachten kritisiert, das den norwegischen Massenmörder für unzurechnungsfähig erklärt. Die Experten hätten nicht genug Gewicht auf Breiviks politische Einstellung gelegt, sagte die Vorsitzende Richterin Wenche Elizabeth Arntzen. +++

[15:16] +++ Breiviks Richterin Wenche Elizabeth Arntzen hat unter Verweis auf die Schuldfrage begründet, warum das Gericht den norwegischen Massenmörder nicht für geisteskrank erklärt hat. Sie halte es für «prinzipiell bedenklich, Verbrecher von Schuldfähigkeit freizusprechen, indem man ihre Gesinnung für krankhaft erklärt», sagte Arntzen am Freitag vor Gericht. Gleiches gelte für Verbrecher, «die keine Behandlung nötig haben».+++

[14:36] +++ Breivik wird seine Haftstrafe in Norwegens einzigem Hochsicherheitsgefängnis Ila antreten, wo er auch während der Untersuchungshaft einsaß. Unter anderem hat er einen Zugang zu einem Computer, aber nicht zum Internet. Fotos zeigen, dass der Laptop auf dem Schreibtisch festgeschraubt ist. Laut norwegischen Medien hat er Zugriff auf eine Offline-Version des Lexikons Wikipedia. +++

[14:31] +++ Die Osloer Richter werten die Attentate von Breivik mit 77 Toten als Terrorhandlungen. «Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie ernsthafte Furcht erzeugten, wenn auch nicht in der gesamten Bevölkerung», sagte Richter Arne Lyng bei der Urteilsverkündung. Mit dem Blutbad in Oslo und auf der Insel Utøya habe sich Breivik für die härteste Strafe qualifiziert. «Die Morde wurden auf eine besonders grausame Weise durchgeführt.» +++

[14:26] +++ Die Anwälte des verurteilten norwegischen Massenmörders Breivik halten es für unwahrscheinlich, dass ihr Mandant in Berufung geht. «Ich denke, er wird sagen, dass er den Richterspruch nicht anficht», sagte Breiviks Anwältin Vibeke Hein Baera im norwegischen Fernsehen. Hauptverteidiger Geir Lippestad sagte der Nachrichtenagentur NTB, Breivik werde das Urteil annehmen. +++

[13:59] +++ Außenminister Guido Westerwelle hat das Urteil gegen den norwegischen Massenmörder Breivik begrüßt. «Das ist sicherlich eine Stunde der Gerechtigkeit. Dennoch wird es den Familien ihre Söhne und Töchter nicht zurückbringen», sagte Westerwelle in Oslo. Der FDP-Politiker hält sich zu einem zweitägigen Besuch in Norwegen auf. Zur Erinnerung an die insgesamt 77 Todesopfer der Anschläge vom Juli 2011 legte er vor der Domkirche Oslos einen Kranz nieder. +++

[12:25] +++ Im Breivik-Prozess hat das Gericht die Verlesung des Urteils unterbrochen und sich für eine Mittagspause zurückgezogen. Die Sitzung soll um ca. 1300 Uhr fortgesetzt werden. +++

[12:20] +++ Der zur Höchststrafe verurteilte norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ist nach den Worten seiner seiner Verteidiger nicht erstaunt über den Richterspruch. «Er hat gesagt, das Urteil sei keine Überraschung», sagte Breiviks Anwalt Odd Ivar Gron in einer Gerichtspause der Osloer Tageszeitung «VG» (Online-Ausgabe). +++

[12:09] +++ Anwälte von Opfern des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik haben sich zufrieden mit dem Urteil gezeigt. «Dass Breivik für zurechnungsfähig erklärt wurde, ermöglicht den Familien, mit dem Geschehenen abzuschließen», sagte der Anwalt Frode Elgesem im norwegischen Fernsehen. «Es wird sicher verschiedene Meinungen geben, aber wir haben hier höchstwahrscheinlich ein Urteil, mit dem viele Trauernde und Überlebende leben können.» Das Osloer Amtsgericht habe eine «mutige und unabhängige Entscheidung getroffen», sagte Mette Yvonne Larsen, eine weitere Opfer-Anwältin. +++

[11:34] +++ «Erleichtert», «zufrieden» oder einfach «fertig» - so haben viele Norweger auf das Urteil gegen Massenmörder Anders Behring Breivik reagiert. Die Zeitung «Aftenposten» hatte auf ihrer Internetseite nach dem Wort gefragt, das am besten zur Gefühlslage passe. Schon kurz nach der Urteilsverkündung hatten mehr als 1200 Menschen das Wort «erleichtert» angeklickt. Mehrere Hundert wählten «fertig» oder «zufrieden», einige allerdings auch «gleichgültig» und «überrascht». Negative Reaktionen waren zunächst kaum zu sehen. +++

[11:04] +++ Die Angehörigen der Opfer haben gefasst auf den Richterspruch reagiert. Im Osloer Gerichtssaal war es sehr still. Sie wirkten mitgenommen, aber zufrieden. Als Richter Arne Lyng eine Passage verlas, in der die Schicksale von Breiviks Opfern im Osloer Regierungsviertel geschildert wurden, stützten sich die Angehörigen gegenseitig. Einige weinten. +++

[10:32] +++ Breiviks extreme Einstellung zu Einwanderern werde von vielen Menschen geteilt, bemerkte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen. +++

[10:31] +++ Für die Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit seien Breiviks Äußerungen zum angeblichen Tempelritter-Orden wichtig gewesen, sagte Richterin Arntzen. Nachforschungen der Polizei hätten ergeben, dass die Organisation wahrscheinlich nicht existiere. Daraufhin habe Breivik seine Aussagen dazu während des Verhörs angepasst und die Darstellung aus seinem Manifest als «pompös» oder übertrieben bezeichnet.+++

[10:15 ]+++ Massenmörder Anders Behring Breivik reagierte mit einem zufriedenen Lächeln auf den Urteilsspruch. Danach sprach er mit seinen Verteidigern. Er hatte auf keinen Fall für unzurechnungsfähig erklärt werden wollen. Vor der Urteilsverkündung zeigte er erneut seinen selbst erfundenen rechtsextremen Gruß. +++

[10:09] +++ Das Urteil sei einstimmig gefallen, sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Freitag im Osloer Gericht. +++

[10:04]+++ Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ist vor Gericht für zurechnungsfähig erklärt worden. Die Richter verhängten die Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. +++

[10:00] +++ Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen ist das Osloer Gericht zur Urteilsverkündung gegen Massenmörder Anders Behring Breivik zusammengetreten. +++