Lkw-Fahrer hört Stimmen aus vollbeladenem Anhänger – Bundespolizei ermittelt wegen Schleuserfahrt

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Foto: Originalfoto Bundespolizei

Haag – Am Dienstag, 14. September, hat ein türkischer Lkw-Fahrer während einer Fahrtpause bei Haag Stimmen aus seinem Anhänger wahrgenommen. Die alarmierten Polizisten entdeckten schließlich fünf Afghanen im vollbeladenen Frachtraum.


Am Dienstagnachmittag bemerkte ein 36-jähriger türkischer Lkw-Fahrer während einer Fahrtpause bei Haag in Oberbayern, dass sich offenbar mehrere Personen in seinem Anhänger befanden. Da er kein Deutsch sprach, bat er einen Passanten um Hilfe, welcher umgehend den Polizeinotruf wählte. Die kurz darauf eingetroffenen Beamten der Polizeistation Haag in Oberbayern und des Bundespolizeireviers Mühldorf öffneten schließlich im Beisein des ebenfalls verständigten Notarztes den Anhänger und entdeckten darin fünf Männer, die auf der tonnenschweren Ladung saßen.

Die Polizisten halfen den mutmaßlich Geschleusten mit einer Leiter nach draußen und ließen die Männer zunächst ärztlich untersuchen. Die Migranten waren glücklicherweise unverletzt und wurden anschließend zum Bundespolizeirevier Mühldorf am Inn gebracht.

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Foto: Originalfoto Bundespolizei

Die Geschleusten hatten keine Ausweispapiere dabei, erklärten jedoch, afghanische Staatsangehörige zu sein. Die Bundespolizisten stellten die Identität der Männer schließlich mithilfe ihrer Fingerabdrücke fest. 

Ersten Ermittlungen zufolge hatte ein Schleuser die fünf 16 bis 34 Jahre alten Afghanen bereits in Rumänien in den Laderaum geschmuggelt, wo sie sich vermutlich an den drei folgenden Tagen versteckt hielten. Für die gefährliche Fahrt hätten die Geschleusten jeweils mehrere Tausend Euro bezahlt. Die Bundespolizei Mühldorf zeigte die Afghanen wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes an. Die fünf Männer stellten Schutzersuchen und wurden an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergeleitet.

Der 36-jährige Lkw-Fahrer durfte seine Fahrt nach der polizeilichen Vernehmung fortsetzen. Die Bundespolizei ermittelt wegen Einschleusens von Ausländern.

fb/red