weather-image
16°

Lockdown für Kuchl: Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne – auch keine Einreise für Pendler

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Foto: Robert Michael/dpa

Salzburg/Kuchl – Als erster Ort in Österreich muss ab Freitag der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der stark steigenden Corona-Neuinfektionen wieder unter Quarantäne gestellt werden. Der Tennengau mit seinen 14 Orten hat sich in den vergangenen Tagen zum Corona-Hotspot in Österreich entwickelt.


Die Ein- und Ausreise aus der 6600-Einwohner-Gemeinde ist bis auf einige Ausnahmen für systemrelevante Berufe ab Samstag, 0 Uhr, für zwei Wochen bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer am Donnerstag. «Die Situation läuft völlig aus dem Ruder», sagte der ÖVP-Politiker über die Lage im Ort, der nur etwa 20 Kilometer von Berchtesgaden entfernt ist.

Anzeige

Insgesamt bezeichnete er die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

Am Dienstag wurde in Kuchl der österreichweite Spitzenwert von 841 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen registriert. «Und es kommen täglich neue hinzu, denn es gibt viele Kontaktpersonen und die Behörden haben alle Hände voll zu tun, diese zu erfassen und zu informieren», sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz bereits am Dienstag eindringlich.

Viele Veranstaltungen wurden verboten, der Amateursport wurde weitgehend eingeschränkt und die Sperrstunde zumindest in Kuchl auf 17 Uhr festgelegt. In Deutschland gilt ein Wert von 50 Fällen in einer Woche pro 100.000 Einwohner als Grenze, ab dem Maßnahmen weiter verschärft werden.

In Österreich ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen – unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl – in etwa doppelt so hoch.

red/dpa