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Löw vor Halbfinale: «Chancen nicht gerade klein»

Berlin (dpa) - Nach Meinung von Joachim Löw geht Brasilien als Favorit in das Halbfinale der Fußball-WM. «Brasilien spielt mit 200 Millionen Brasilianern im Rücken. Da steckt viel Energie dahinter», sagte der Bundestrainer vor dem Duell des DFB-Teams gegen den Gastgeber in Belo Horizonte.

Pressekonferenz
Joachim Löw erwartet vom Schiedsrichter bei brutalen Fouls konsequent einzuschreiten. Foto: Shawn Thew Foto: dpa
Nachdenklich
Bundestrainer Joachim Löw macht sich beim Abschlusstraining so seine Gedanken. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Spielerkreis
Joachim Löw hat dei Nationalspieler beim Abschlusstraining um sich versammelt. Foto: Shawn Thew Foto: dpa
Hinten anstellen
Mesut Özil voran traben die deutschen Spieler beim Training über den Platz. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Eifer
Thomas Mueller (M) trainiert fleißig Schüsse aufs gegnerische Tor. Foto: Peter Powell Foto: dpa
Hacke, Spitze
Joachim Löw beteiligt sich am Training der Nationalmanschaft und zeigt, dass er nichts verlernt hat. Foto: Robert Ghement Foto: dpa

Obwohl der Seleção zwei Stammspieler fehlen, bleibe die DFB-Elf nur Außenseiter: «Man sollte jetzt nicht denken, dass der Ausfall von Neymar und Thiago Silva ein Nachteil für Brasilien sein wird.»

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Trotz der Außenseiterrolle sieht Löw gute Chancen auf den ersten Einzug einer deutschen Mannschaft ins WM-Finale seit 2002. «Wir gehen selbstbewusst in das Spiel. Wenn wir die eigenen Möglichkeiten abrufen, sind unsere Chancen nicht gerade klein.»

Ähnlich zuversichtlich wie Löw äußerte sich Abwehrspieler Jerome Boateng nach dem Abschlusstraining in Belo Horizonte: «Das ganze Stadion wird gegen uns sein. Wir sind sehr motiviert.» Bei einem Sieg würden die Deutschen am Sonntag im Endspiel auf den Gewinner des zweiten Semifinales Niederlande - Argentinien treffen.

Löw will seinen Matchplan durchbringen und setzt auf einen konsequenten Schiedsrichter. Der DFB-Chefcoach erwartet, dass der mexikanische Referee Marco Rodríguez eine ähnliche Härte wie im Viertelfinale zwischen Brasilien und Kolumbien nicht zulassen wird: «Ich habe bei diesem Spiel gesehen, dass der Einsatz über die Grenzen hinaus betrieben wurde. In Europa wäre dieses Spiel nicht mit 22 Spielern beendet worden.»

Brasilien hatte in der Partie 31 Mal gefoult, Kolumbien 23 Mal. Nach einem brutalen Foul war die WM für Brasiliens Superstar Neymar beendet. «Diese ganz, ganz brutalen Einsätze müssen unterbunden werden», appellierte der Bundestrainer an die Referees: «Ich hoffe, dass unser Unparteiischer Rodríguez diese Dinge ahnden wird.»

Ansonsten konzentriert sich das DFB-Team ganz auf die eigenen Stärken. «Wir wollen uns nicht nach dem Gegner richten. Wir wollen nicht irgendwelche Dinge machen, die wir sonst nicht machen», sagte der Bundestrainer zur sportlichen Aufgabe. «Wichtig ist, dass die Spieler konzentriert und mutig ihre Dinge erfüllen», ergänzte Löw vor der Partie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im 62 547 Zuschauer fassenden Estadio Mineirao.

«Wir werden uns auf alle Möglichkeiten einstellen», sagte Löw zum erwarteten brasilianischen Spiel. «Ich denke, dass Hulk, Fred und Oscar spielen werden.» Wie in den Spielen zuvor werde sein Team «nicht nur elf, sondern 14 Spieler brauchen», um den Finaleinzug perfekt machen zu können.