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Lohmanns Goldmedaille als »Initialzündung«

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Ihre Goldmedaille war die »Initialzündung« für das deutsche Team: Lisa Lohmann gewann den Sprint der Altersklasse U 23. (Foto: DSV)

Vier Medaillen gab es für die deutschen Skilangläufer bei den Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften in Vuokatti (Finnland). Dabei überzeugten die deutschen Athleten zwar vor allem in den Distanzläufen mit dreimal Edelmetall, für den einzigen Titelgewinn aber sorgte Lisa Lohmann (WSV Oberhof/U 23) im Sprint.


»Das war insgesamt eine erfolgreiche WM für Deutschland. Ich glaube, vier Medaillen im Langlauf hatten wir noch nie oder zumindest schon lange nicht mehr«, freut sich Frank Nitsch aus dem Trainerteam des Stützpunkts Ruhpolding. Besonders beachtlich dabei sei, dass diese Medaillen allesamt in Einzelwettbewerben erreicht worden seien.

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Die »Initialzündung« hatte Lisa Lohmann (WSV Oberhof) als Siegerin des U-23-Sprints geliefert. Dabei hatte sie auch das »Glück der Tüchtigen«, denn der Zieleinlauf war etwas kurios: Die Russin Anastasija Falejewa wollte die führende Tschechin Tereza Beranova überholen und trat ihr dabei auf den Ski. Die 22-Jährige vom Skiteam Trutnov stürzte und blieb zunächst liegen, die Russin gewann zwar den Zielsprint, wurde aber anschließend disqualifiziert. Lohmann, die als Zweite die Ziellinie überquert hatte, wurde daher zur Siegerin vor Hristina Matsokina (Russland) und Louise Lindström (Schweden) erklärt. Beranova blieb nur Rang fünf vor Falejewa, die als Letzte des Finals gewertet wurde.

Bei den U-23-Junioren hatte Anian Sossau (SC Eisenärzt) zunächst Glück im Unglück: Er stürzte im Prolog, kam aber mit Rang 30 gerade noch so ins Viertelfinale. Dort hatte er wiederum Pech: Weil sich der 21-Jährige gut fühlte und für flottes Tempo sorgen wollte, lief er von der Spitze weg – und wurde auf der Zielgeraden noch von zwei Konkurrenten überholt. Er lief gut sechs Sekunden schneller als im Prolog und durfte bis zum letzten der fünf Viertelfinals (je sechs Athleten) dank seiner guten Zeit auf den Einzug ins Halbfinale als »Lucky Loser« hoffen – doch im letzten Heat war doch noch ein Konkurrent schneller. So wurde Sossau als 15. gewertet.

Es gewann der Russe Alexander Tretjew vor Aron Rysstad (Norwegen) und Sergej Andaschew (Russland). Als 33. verfehlte Florian Knopf (SLV Bernau) knapp den Einzug in die Finalläufe. »Gerade im Prolog hatte er sich da schon mehr erhofft«, berichtet Nitsch – und im Rennen tags darauf auf der Distanz saß beim 21-Jährigen die Enttäuschung wohl so tief, dass er auch hier nicht an seine Bestform anknüpfen konnte. Anders bei Albert Kuchler (SpVgg Lam): Der Distanzspezialist kam im Sprint auf den 53. Platz und präsentierte sich tags da-rauf mit dem 14. Platz (+ 1:15,4 Minuten) über 15 km Freistil sehr gut. »Damit hat er seine guten Leistungen aus der Vorbereitung in Oberstdorf bestätigt und ist in die Weltspitze mit reingelaufen«, lobt Nitsch, fordert aber gleichzeitig: »Es ist sein letztes U-23-Jahr. Er muss einfach weitermachen.« Der 41-Jährige sieht seinen Schützling auf dem richtigen Weg: »Er hat zumindest schon mal angeklopft.« Noch besser machte es Friedrich Moch (WSV Isny): Der 20-Jährige wurde hinter Hugo Lapalus (Frankreich) Zweiter. Rang 32 gab es für Knopf (+ 2:07,7), Rang 46 für Sossau (+ 3:31,5).

Gold gab es bei den U-23-Juniorinnen im Klassik-Sprint für Lisa Lohmann. Stützpunkt-Athletin Alexandra Danner (SC Lenggries) kam auf den 20. Platz. »Das war erfreulich. Alex kam ja aus einem Leistungstief und wurde erst durch einen Trainerentscheid nominiert. Sie hat ihre Nominierung voll gerechtfertigt.«

Lena Keck (TSV Buchenberg) belegte den 30. Rang, Jessica Löschke (WSV Oberhof) den 33. Platz. Über 10 km Freistil ging der Titel an die Polin Izabela Marcisz vor Louise Lindström (Schweden/+ 11,2) und Hedda Östberg Amundsen (Norwegen/+ 19,6). Beste Deutsche war Amelie Hofmann (WSV Isny/+ 1:20,0) Minuten) auf dem 17. Platz.

In der gemischten Staffel über 4 x 5 km setzte sich Norwegen vor Russland (+ 3,9 Sekunden) und Schweden (+ 7,7) durch. Sechste wurde die deutsche Staffel (+ 1:01,7) mit Lisa Lohmann, Albert Kuchler, Friedrich Moch und Amelie Hofmann.

In der Altersklasse der Junioren setzte sich im Klassik-Sprint der Finne Niilo Moilanen vor Lars Agnar Hjelmeset (Norwegen) und Emil Danielsson (Schweden) durch. Bester Deutscher wurde Jan Stölben (SK Wunderthausen) auf Rang 10. Elias Keck (TSV Buchenberg) verpasste als 14. das Halbfinale nur knapp. Rang 32 gab es für Jan-Friedrich Doerks (SWV Goldlauter), Rang 54 für Korbinian Heiland (SC Partenkirchen).

Über 10 km Freistil war Martin Kirkeberg Mörk (Norwegen) der Schnellste vor Alexander Stahlberg (Finnland) und Olivier Leveille (Kanada). Bester Deutscher war auf Platz 15 Doerks (+ 1:25,7 Minuten). Die weiteren Ergebnisse: 29. Jan Stölben + 1:55,9; 48. Kilian Koller, TSV Buchenberg + 2:39,7; 54. Alexander Brandner, WSV Bischofswiesen + 2:59,4. »Albert ist ja eigentlich eher ein Sprintertyp, er hatte sich aber auf der Distanz für die WM qualifiziert. Schade, dass es nicht ganz für die Staffel und den Massenstart gereicht hat, da wäre vielleicht noch mehr drin gewesen«, bedauert Nitsch. Er lobt: Der 20-Jährige habe sich »seit dem Herbst sehr gut entwickelt.«

Im 30-km-Massenstart (KT) musste sich Doerks nur um 2,6 Sekunden dem Russen Alexander Iwschin geschlagen geben. Als Sechster überzeugte hier auch Korbinian Heiland (+ 40,3). In der Staffel wurden Elias Keck, Heiland, Doerks und Stölben beim Sieg der Norweger Fünfte.

Im Sprint der 85 Juniorinnen gingen Gold (Monika Skinder) und Bronze (Karolina Kaleta) jeweils an Polen, Silber erkämpfte die Schwedin Moa Hansson. Beste Deutsche war Verena Veit (SC Oberstdorf) als Elfte. Die weiteren Platzierungen: 23. Linda Schumacher, SSV Geyer; 29. Germana Thannheimer, SC Oberstdorf; 44. Lara Dellit, WSV Asbach.

Über 5 km Freistil sorgten Veronika Stepanowa und Jewgenia Krupitskaja (+ 16,5) für einen russischen Doppelsieg vor Margrethe Bergane (Norwegen/+ 27,4).

Bergane gewann dafür den 15-km-Massenstart in klassischer Technik vor Lisa Eriksson (Schweden/+ 24,4) und Helen Hoffmann (+ 25,6) vom WSV Oberhof. Die weiteren Platzierungen: 11. Germana Thannheimer + 1:26,2; 29. Saskia Nürnberger, SSC Klingenthal + 3:10,4; 31. Lara Dellit, + 3:30,4. In der Staffel kamen Thannheimer, Veit, Hoffmann und Schumacher auf Rang 8 (+ 2:12,1), Gold holte sich Schweden nach einem dramatischen Endspurt vor Russland (+ 0,3).

Um den deutschen Nachwuchs ist Nitsch nicht bange, »zumal wir in jeder Altersklasse jemand vorn dabei hatten. Friedrich Moch hat ja auch schon im Weltcup gezeigt, dass Potenzial da ist.« Beachtlich sei, dass alle vier Medaillengewinner aus der Trainingsgruppe von Cuno Schreyl kämen. Für das ganze Team sei erfreulich, »dass es noch mehrere Top-15-Platzierungen gab.« Bei aller Freude dürfe man nicht vergessen, dass die Konkurrenz immer größer werde. Daher gelte die Devise: »Ausruhen darf man sich auch nicht.«

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