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Luhukay gegen Ex-Club: «Augsburg ist Augsburg»

Erfolgstrainer
Jos Luhukay führte den FC Augsburg in die Bundesliga und schaffte den Klassenerhalt. Jetzt ist er Hertha-Coach. Foto: Stefan Puchner Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die Augenbrauen ziehen sich kurz zusammen, die Stirn bekommt Falten - Jos Luhukay spricht nicht gern über seinen früheren Verein FC Augsburg.


«Augsburg ist Augsburg und Hertha ist Hertha. Mehr möchte ich nicht darüber sagen, sonst müsste ich zu tief gehen», sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC vor der Partie gegen seinen Ex-Club am Samstag (15.30 Uhr) im Berliner Olympiastadion.

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Luhukay hatte Augsburg 2011 in die Bundesliga geführt - für die Schwaben das erste Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte. In der Folgesaison gelang dem Niederländer mit dem Liganeuling der Klassenerhalt. Dennoch verließ Luhukay den Verein unter nicht ganz harmonischen Umständen. Entscheidungen in der Führungsriege sollen den kleinen Mann mit dem Schnauzbart zunehmend genervt haben. Luhukay landete schließlich in Berlin bei der Hertha.

Vergleichen möchte der 50-Jährige seinen alten mit seinem aktuellen Arbeitgeber nicht. «Augsburg - das ist die Sache meines Kollegen», sagte er nur kurz. Später kommen Luhukay doch noch ein paar Worte über den FCA über die Lippen. «Ich habe die erste Entwicklung dort miterlebt und mitverantwortet. Sechs, sieben Spieler von damals spielen heute noch dort. Das Team profitiert immer noch davon.»

Die Augsburger spielen nun schon das dritte Jahr in Deutschlands höchster Liga. «Das habe sie sich erkämpft und erspielt. Vor allem durch ihr aggressives Auftreten zu Hause», meinte Hertha-Manager Michael Preetz, «das war die Basis für den Klassenerhalt.» Als Vorbild möchte der frühere Hertha-Torjäger den Gegner vom Samstag aber nicht nehmen. «Wir wollen unseren eigenen Weg gehen», betonte Preetz.

Von diesem ist Sebastian Langkamp überzeugt. Der Innenverteidiger wechselte nach zwei Jahren in Augsburg nach Berlin. Auch Herthas Marcel Ndjeng und Hajime Hosogai spielten früher für die Augsburger. «Hertha hat mehr Tradition und - auf Sicht - auch mehr Power», sagte Langkamp dem «Kicker». Er glaube, dass die Blau-Weißen trotz der vergangenen Auf- und Abstiege noch ein paar Jahre Vorsprung haben. Die Zeit in der bayrischen Provinz möchte der 25-Jährige aber nicht missen. So ganz hat er sich vom FCA auch nicht gelöst. An seinem Auto ist noch das Augsburger Kennzeichen angebracht.

Die Partie gegen den Ex-Club schätzt Langkamp als «Big-Point-Match» ein. Gerade nach den knappen Niederlagen gegen die drei Top-Teams FC Bayern, FC Schalke und Bayer Leverkusen gelte es, das Spiel gegen die nur zwei Punkte hinter der Hertha stehenden Gäste zu gewinnen. Das verdeutlichte auch Trainer Luhukay: «Wir spielen jetzt gegen Augsburg, Braunschweig und Bremen. Das sind die Spiele, aus denen wir Kapital schlagen müssen.»