Kind am Mikroskop
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Ob Mädchen oder Junge: Wofür sich jemand interessiert, hat erst mal nichts mit dem Geschlecht zu tun. Foto: dpa

Lust auf Mathe und andere Fächer

Erfurt (dpa) - In manchen Berufen arbeiten besonders viele Männer. Dabei werden dort auch Frauen dringend gebraucht. Doch wie soll das klappen?


Wie fährt ein Auto? Warum ist der Himmel blau? Wie lassen sich Apps programmieren, die im Alltag helfen? Um diese Fragen zu beantworten, ist Wissen aus Bereichen wie Naturwissenschaft, Mathe oder Technik nötig. 

Auch Mädchen finden solche Fragen spannend. Forschende haben in einer Studie herausgefunden: Von 100 Schülerinnen interessieren sich 70 für Themen wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Allerdings entscheiden sich nach der Schule viel weniger Mädchen für eine Ausbildung oder ein Studium in einem dieser Bereiche als Jungs. 

Gleiche Interessen

Das kennt auch die Wissenschaftlerin Ulrike Struwe. Sie sagt: Im Kindergarten und den ersten Jahren der Grundschule haben Jungen und Mädchen ein ähnlich starkes Interesse an technischen Dingen und Experimenten. »Im Laufe der Zeit aber merken Mädchen, dass andere Menschen ihnen in diesen Bereichen weniger zutrauen,« sagt Frau Struwe. 

Diese Wahrnehmung birgt die Gefahr, dass viele Mädchen dies irgendwann selbst glauben und sich mit anderen Dingen beschäftigen. So entsteht ein Ungleichgewicht: Mädchen beschäftigen sich weniger mit Technik und werden vielleicht auch seltener gefördert. Jungen hingegen beschäftigen sich viel damit, werden häufiger gefördert und dadurch immer besser.

Spielzeug, Unterricht und Vorbilder

Damit Mädchen ihr Interesse an Mathe, Informatik oder etwa Chemie nicht verlieren, sollten verschiedene Dinge getan werden, sagt Ulrike Struwe. Das geht schon bei der Auswahl von Spielzeug los. Wichtig sei daneben Unterricht, der beide Geschlechter ansprechen sollte. Auch Vorbilder seien wichtig. Das sind etwa Frauen, die in technischen Berufen arbeiten. »Diese Frauen können genau erzählen, was sie machen und was sie mit ihrer Arbeit auch gesellschaftlich verändern können, sagt Frau Struwe. 

Doch wozu ist es eigentlich wichtig, dass sowohl Männer als auch Frauen bestimmte Berufe ausüben? Das hat unter anderem mit unserer Wirtschaft zu tun. Können Firmen zwischen vielen Männern und Frauen wählen, fällt es ihnen leichter, gute Leute zu finden.

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