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Männer, hört die Gesänge

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Die »Isarschixn« Sabine Schubart (von links), Birgitt Binder, Andrea Lenz und Dagmar Kratzer besangen im NUTS die Tücken des Alltags. (Foto: Heel)

Sie kommen aus dem oberbayerisch-niederbayerischen Grenzgebiet nordöstlich von München, nennen sich die »Isarschixn« und machen seit zehn Jahren die Bühnen unsicher. So frisch, frech und frei, dass sie mittlerweile zu den beliebtesten bayerischen Mundart-Gruppen zählen – und das völlig zu Recht, wie man jetzt bei ihrem ersten Auftritt in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS erleben konnte, wo sie ihr aktuelles Programm »Überdaggelt« vorgestellt haben.


Eine bunte, herrlich schräge und vielfältig instrumentierte Mischung aus selbst geschriebenen Liedern zwischen Pop, Polka und Punk, in denen sich »200 Jahre Lebenserfahrung« spiegelten und die »Isarschixn«, meist aus weiblicher Sicht, die Tücken des Alltags besangen.

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Angeführt wird die Band von Birgitt Binder, die im Hauptberuf in Dorfen eine Künstleragentur leitet und neben ihrem Gesang mit entrückten Tanzeinlagen erfreute. Ihr zur Seite standen die studierte Kirchenmusikerin und Musikpädagogin Dagmar Kratzer (Akkordeon und Klavier) und die beiden ehrbaren Grundschullehrerinnen Andrea Lenz (Akkordeon, Gitarre und Percussion) und Sabine Schubart (Kontrabass).

Vier gestandene, temperamentvolle Frauenzimmer, die nicht nur eine Vielzahl an Instrumenten beherrschten, sondern auch mit Witz und Charme agierten, etwa bei der Präsentation ihrer CD »Überdaggelt«, die man, so Andrea Lenz, auch als Scheibenkratzer, Handspiegel oder Teigschaber verwenden könne.

Kein Wunder also, dass die »Isarschixn« voll einschlugen, zumal sie neben typisch weiblichen Befindlichkeiten wie der Vorliebe für harte Drogen (»Schooklad«) auch persönliche Geschichten über Heimat und den Männerschlag auf dem Land erzählten (»Eibach«). Zudem versuchten sie sich als Eheberaterinnen (»S’Feia«), verwandelten beim »Suppnhehna-Tango« den Saal in einen gackernden Hühnerstall und verabschiedeten sich mit »365 Trennungsgründen für die Frau« vom überwiegend weiblichen Publikum, das einen wunderbaren Abend der guten Laune erlebt hatte. Wolfgang Schweiger