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Magath will Diego faire Chance in Wolfsburg geben

Shanghai (dpa) - Ein Verbleib von Europa-League-Sieger Diego beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg wird immer wahrscheinlicher.

Diego
Diego (M) hat beim VfL noch einen Vertrag bis 2014. Foto: Roland Hermstein Foto: dpa

Zum Abschluss der Testspielreise des VfL durch China bekräftigte Trainer und Manager Felix Magath sein Ansinnen, dass ein möglicher Transfer des einst in Ungnade gefallenen Brasilianers bis Mitte der Woche über die Bühne gehen müsse. «Die Fragen um Diego beschäftigen uns noch zwei, drei Tage. Wenn bis dahin nichts ist, dann bleibt er auch», sagte Magath vor der Abreise des VfL aus Shanghai am Sonntag laut übereinstimmenden Medienberichten.

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Demnach ist ein potenzieller Abnehmer bislang nicht in Sicht. Zumindest liegt den Niedersachsen bislang kein konkretes Angebot für den Ballkünstler vor, der noch bis 2014 an Wolfsburg gebunden ist. Im Gegensatz zum Vorjahr, als in Wolfsburg noch bis Ende August und damit während der schon laufenden Saison reichlich Transfers getätigt wurden, soll der Kader in diesem Jahr frühzeitig stehen. Magath will daher bis Mittwoch wissen, ob er mit Diego planen kann.

Auch die VfL-Profis wünschen sich offenbar einen Verbleib des eigenwilligen Brasilianers. «Ich hoffe, dass er bleibt - und ich glaube es auch. Ich spreche jeden Tag mit ihm und er sagt, er würde gerne bleiben und ist sehr motiviert, wieder bei uns zu spielen», sagte Diegos Landsmann Josué im Interview mit der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung».

Im Mai 2011 hatte Diego mit seiner spektakulären Flucht aus dem Mannschaftshotel vor der entscheidenden Partie in Hoffenheim am letzten Spieltag der Saison 2010/2011 um den Klassenverbleib für Aufsehen gesorgt. Magath verzichtete fortan auf den 27-Jährigen, der in der vergangenen Saison an Atlético Madrid ausgeliehen wurde und mit den Spaniern die Europa League gewann.

Da bislang kein Abnehmer gefunden ist, will Magath dem früheren Werder-Bremen-Star eine faire Chance geben. «Fußballerisch ist er eine Augenweide. Er hat alle Fähigkeiten, die man braucht, um Führungsspieler zu sein», sagte Magath. In China spielte Diego zum ersten Mal seit über 14 Monaten wieder für den VfL, kam in allen drei Testspielen zum Einsatz und zeigte sich dabei auffallend engagiert. «Das ist das, was ich will: Der Mannschaft helfen. Nun denke ich Schritt für Schritt und möchte mich weiter verbessern», hatte Diego während der Reise gesagt.

Sollte der als Egomane geltende Brasilianer tatsächlich in Wolfsburg bleiben, droht ihm bis zum Bundesliga-Start am 14. August noch ein knüppelhartes Trainingsprogramm. «Konditionell hat er gar nichts drauf», urteilte Magath nach Diegos Jahr in Spanien.

Einige Spieler wie Simon Kjaer, Alexander Madlung oder Patrick Ochs, die im Gegensatz zu Diego gar nicht erst mit nach China reisen durften, sollen den Club noch verlassen.