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Mainzer Heimallergie: Noch kein Ligasieg daheim in 2013

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Der Mainzer Adam Szalai aergert sich über eine verpasste Torchance. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Mainz (dpa) - So wird das nichts mit Europa. Die Profis des FSV Mainz 05 versuchten nach dem enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg erst gar nicht, die Ergebniskrise wegzudiskutieren.


Die Rheinhessen konnten 2013 in der Fußball-Bundesliga noch keine ihrer vier Begegnungen zu Hause gewinnen und sind in der Tabelle vom fünften auf den achten Platz abgerutscht. Der kranke Coach Thomas Tuchel überließ die Analyse der Heimallergie Co-Trainer Arno Michels. «Fußball ist nun mal kein Wunschkonzert», sagte Michels ernüchtert. «Es ist gut, dass wir am Dienstag schon die nächste Aufgabe angehen müssen.» Dann haben die Mainzer wieder ein Heimspiel - gegen den SC Freiburg geht es im DFB-Pokal um den Einzug ins Halbfinale.

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Tuchel hatte wegen einer schweren Grippe die Vorbereitung auf die Partie komplett verpasst. Zum Spiel schleppte sich der 39-Jährige ins Stadion und nach dem Abpfiff schnell zurück ins Bett. Anders als beim 2:2 gegen Schalke in der Woche davor ebenfalls zu Hause waren die Leistungen vor der Minuskulisse von 27 715 Zuschauer diesmal nicht aufbauend - und das trotz einstündiger Überzahl. Der Wolfsburger Alexander Madlung sah in der 30. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte. «Über die Art und Weise, wie wir gespielt haben, sind wir enttäuscht. Wir haben einfach nicht sauber die Pässe gespielt», sagte Assistent Michels.

Auch die Spieler kritisierten die eigenen Leistungen. Ausreden wie die schlechten Platzverhältnisse durch den anhaltenden Schneefall wurden nicht gesucht. «Wir haben nicht die richtigen Lösungen gefunden. Wir sind zum Teil gar nicht aus unserer Hälfte herausgekommen», schimpfte Bo Svensson. «Wir haben uns im Spielaufbau sehr schwergetan. Wir haben es nicht geschafft, mit Nachdruck nach vorne zu spielen», grantelte Julian Baumgartlinger.

«Es war kein Katastrophenspiel, aber gegen Freiburg müssen wir vieles besser machen. Wir hatten zu wenig Tempo im Spiel», analysierte der Däne Niki Zimling, der mit seinem ersten Treffer für Mainz die frühe Führung (5. Minute) erzielte, die Naldo zehn Minuten später zum Endstand egalisierte. Gegen Freiburg fällt bei Mainz Arbeitsbiene Elkin Soto mit einer Adduktorenzerrung aus.

Für die Mainzer war es ein Schritt zurück, für die Wolfsburger ein Schritt nach vorn. Die Niedersachsen kommen gern zu den 05ern. Im Dezember 2005 hatten sie sich letztmals geschlagen geben müssen. «Was meine Mannschaft in Unterzahl abgeliefert hat, hätte ich ihr kaum zugetraut», sagte Trainer Dieter Hecking voller Stolz und hob das Mittelfeld mit Veirinha, Josué und Jan Polak neben Naldo heraus: «Sie haben nicht die Bälle rausgehauen, sondern spielerisch die Sache geregelt.»

Der VfL-Trainer sieht sein Team gerüstet für den DFB-Pokal am Dienstag beim Drittligisten Kickers Offenbach. «Da wird eine giftige Atmosphäre herrschen», prophezeite Hecking. Die Niedersachsen sind gewarnt, Offenbach kickte schon Fürth, Düsseldorf und Zweitligist Union Berlin aus dem Wettbewerb. «Wir wollen ins Halbfinale», sagte Hecking und forderte die Fortsetzung des Aufwärtstrends, der sich in der Erstliga-Tabelle noch nicht wirklich niedergeschlagen hat.