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«Major Tom» geht von Bord

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Tom Enders
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Tom Enders im Februar 2015 bei einer Bilanz-Pressekonferenz in München. Foto: Tobias Hase Foto: dpa

Tom Enders gilt als energischer Sanierer und hat Airbus umgekrempelt. Bevor er den Flugzeugriesen verlässt, hat der Deutsche noch einen wichtigen Job zu erledigen.


Paris (dpa) - Auch wenn sein Job nun ein Ablaufdatum hat, eine wichtige Aufgabe steht Tom Enders noch bevor.

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In seinen verbleibenden 16 Monaten an der Spitze von Airbus muss der Deutsche den Luftfahrtkonzern durch die Turbulenzen der Korruptionsermittlungen steuern, die den Flugzeugbauer schwer erschüttern. Nur dann kann der Führungswechsel im Frühjahr 2019 tatsächlich ein Signal des Neuanfangs sein.

Der als «Major Tom» bekannte frühere Fallschirmjäger steht seit 2012 an der Spitze des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns, der damals noch EADS hieß. Der Sohn eines Schäfers kämpfte sich erfolgreich aus bescheidenen Verhältnissen nach oben. Enders, der mitunter etwas hemdsärmelig auftritt, gilt als charakterstark und liebt klare Worte. Den Traum vom Fliegen erfüllte sich der Familienvater mit einer Ausbildung zum Helikopter-Pilot.

In Fragen der Führung habe ihn die Bundeswehr geprägt, erzählte er einmal in einem Interview. Enders studierte Volkswirtschaft, Politik und Geschichte in Bonn und Los Angeles. Später arbeitete er unter anderem im Planungsstab des deutschen Verteidigungsministeriums.

Beim EADS-Konzern war Enders seit Gründung im Jahr 2000 dabei. Nach seiner Zeit als Co-Chef von 2005 bis 2007 führte er bis 2012 die größte Tochter, den Flugzeugbauer Airbus. Anschließend übernahm er den EADS-Chefposten von Louis Gallois und krempelte den deutsch-französischen Giganten um - mit dem Ziel, Führungsstrukturen zu straffen und Regierungseinfluss zurückzudrängen. Angesichts der Korruptionsermittlungen hatte Enders sich als Chefaufklärer präsentiert - trotzdem geriet er selbst zunehmend unter Druck.