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Mal auf, dann doch wieder zu – Wie geht es bei den Wertstoffhöfen weiter?

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Traunstein: Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe in der Corona-Krisenzeit
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Viele Traunsteiner Bürger hatten mitbekommen, dass der Städtische Wertstoffhof an der Scheibenstraße am Mittwoch wieder geöffnet sein sollte – dann standen sie vor verschlossenen Türen.

Traunstein – Es ist ein ständiges Hin und Her: Mal sind die Wertstoffhöfe im Landkreis geöffnet, dann wieder geschlossen. Mal sollen sie wieder geöffnet werden, dann doch geschlossen bleiben. Wer soll sich da noch auskennen? Wie das Landratsamt Traunstein auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, bleiben alle Wertstoffhöfe nun bis zum Wochenende sicher geschlossen, ab Montag soll im gesamten Landkreis der Betrieb wieder starten.


Den ersten geschlossenen Wertstoffhof gab es in der vergangenen Woche bei der Firma Schaumaier in Traunstein. »Wir wurden völlig überrannt«, sagt Geschäftsführer Claus Egger im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Corona war da schon bei uns in den Köpfen, aber offenbar bei vielen Besuchern nicht.« Da er auch seinen Mitarbeitern gegenüber eine Verantwortung habe und diese schützen müsse, beschloss Egger, den Betrieb vorübergehend zu schließen. Vom Landratsamt kam am nächsten Tag jedoch die Aufforderung, den Wertstoffhof umgehend wieder zu öffnen. »Wir haben die Leute dann ab Donnerstag wieder reingelassen. Zum Teil war auch weniger los. Aber viele Besucher waren trotzdem uneinsichtig.«

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Am Wochenende kam dann alles anders: Das Landratsamt informierte in einer Pressemitteilung, »dass alle Wertstoffhöfe im Landkreis Traunstein bis zum Ende der Ausgangsbeschränkung geschlossen« bleiben müssen. Die vergangenen Tage hätten gezeigt, dass ungewöhnlich viele Menschen ungewöhnlich große Mengen Abfall entsorgt hätten. Dies habe zu einer übermäßigen Frequentierung der Wertstoffhöfe geführt. »Deshalb ist die Schließung der Wertstoffhöfe unausweichlich, um die Gesundheit der Menschen in unserem Landkreis konsequent zu schützen und den Zielen der Ausgangsbeschränkung gerecht zu werden.«

Kurze Verwirrung gab es dann am Dienstag, als es hieß, dass die Wertstoffhöfe nun doch wieder ab sofort geöffnet werden könnten. Auf der Internetseite der Stadt Traunstein wurde daraufhin bekannt gegeben: »Das Landratsamt Traunstein hat seine sehr kurzfristig verhängte Sperrung aller Wertstoffhöfe im Landkreis wieder aufgehoben.« Und weiter: »Der Wertstoffhof in der Scheibenstraße ist also wieder zu den gewohnten Zeiten am Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag geöffnet.« Erst am späten Nachmittag habe man erfahren, dass doch geschlossen bleiben muss, sagte Stadt-Pressesprecherin Eva Schneider. »Ein gewisser Unmut macht sich in der Stadtverwaltung schon breit. Aber wir können auch nur das weitergeben, was wir vom Landratsamt mitgeteilt bekommen.«

Für etliche Traunsteiner kam die Mitteilung allerdings zu spät: Sie hatten nicht gewusst, dass der städtische Wertstoffhof doch geschlossen bleibt – und standen deswegen am Mittwochmorgen vor verschlossenen Türen.

Klar ist inzwischen, dass die kommunalen und privaten Wertstoffhöfe diese Woche noch zu bleiben, ab Montag wolle man dann wieder öffnen. Zunächst ist laut Landratsamt ein »Testbetrieb« geplant, das heißt, dass zum Schutz der Gesundheit von Wertstoffhof-Mitarbeitern und anliefernden Bürgern zusätzliche Verhaltensregeln gelten. Das Personal soll maximal fünf Personen gleichzeitig ihre Wertstoffe anliefern lassen. Dazu wird es Kontrollen geben.

Besucher sind angehalten, alleine zu kommen und sich zu gedulden, bis sie auf den Wertstoffhof einfahren dürfen. Solange sollen sie im Auto warten. Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamts, appelliert außerdem an alle Bürger, dass derzeit nur das Notwendigste entsorgt werden soll. »Bitte führen Sie gegenwärtig keine großangelegten Entrümpelungsaktionen durch, sondern verschieben Sie diese auf einen späteren Zeitpunkt. Derartige Aktionen und die damit verbundenen Entsorgungsmengen stellen eine enorme Belastung für die Wertstoffhöfe und ihre Mitarbeiter dar.« Wie das Landratsamt weiter mitteilt, findet die Entsorgung von Restmüll sowie die Abfuhr von Papiertonnen weiterhin in gewohnter Art und Weise statt.

Auch der Wertstoffhof der Firma Schaumaier wird am Montag wieder öffnen. Dort wird es Zufahrtskontrollen geben, damit nicht zu viele Besucher gleichzeitig auf dem Platz sind. »Ich glaube, wir haben jetzt die richtige Regelung für die nächsten Wochen gefunden«, sagt Geschäftsführer Egger. Auch er fordert die Bürger auf, derzeit nur das zu entsorgen, was wirklich notwendig ist. Alles andere könne man auch mal vier Wochen im Keller lagern. jal