Mal friedlich, mal zänkisch

Annalena Baerbock
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Annalena Baerbock soll Kanzler-Kandidatin der Grünen werden. Foto: Kay Nietfeld/dpa Foto: dpa

Die einen entscheiden sich schnell und ohne viel Brimborium. Die anderen streiten sich tagelang. In der Frage, wer Kanzler-Kandidat ihrer Partei werden soll, gehen die Politiker sehr unterschiedlich vor.


»Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen«, sagte der Politiker Robert Habeck am Montag. Und diese eine heißt Annalena Baerbock. Die Politikerin soll Kanzler-Kandidatin der Grünen werden. Die Grünen sind eine Partei, die sich unter anderem für den Klimaschutz stark macht.

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Bei den Grünen ist es seit Längerem so, dass es immer zwei Vorsitzende gibt: Zurzeit sind das Robert Habeck und Annalena Baerbock. Die beiden mussten nun entscheiden, wer von ihnen Kanzler oder Kanzlerin werden soll, falls die Grünen nach der Bundestagswahl die Regierung anführen sollten. Die Aufgabe des Kanzlers oder der Kanzlerin ist es, die Regierung zu leiten.

Die Bundestagswahl ist im September. Die Wähler können sich dabei nicht direkt für einen Kanzler oder eine Kanzlerin entscheiden. Das machen danach die Parteien im Bundestag. »Trotzdem wollen die Menschen wissen, wen eine Partei zum Kanzler machen würde, wenn sie gewinnt«, erklärt der Politik-Wissenschaftler Gregor Zons.

Wie unterschiedlich die Entscheidungen in den Parteien ablaufen, kann man gerade sehen, wenn man die Grünen mit der Union vergleicht. Die Union ist ein Zusammenschluss der Parteien CDU und CSU. Sie treten gemeinsam bei der Wahl an. Die Entscheidung für Annalena Baerbock bei den Grünen lief ohne offenen Streit oder böse Worte ab. In der Union gibt es dagegen seit Tagen Zank, ob Markus Söder oder Armin Laschet Kanzler-Kandidat werden soll.

»Bei den Grünen war nach ihrer Entscheidung nicht wirklich klar, warum die Wahl auf Annalena Baerbock gefallen ist«, sagt Gregor Zons. »Von der Entscheidung in der Union bekommt man dagegen viel mit.« Das habe aber nicht nur Vorteile. Markus Söder und Armin Laschet würden teilweise hart gegeneinander vorgehen, sagt der Fachmann. »Das kommt nicht unbedingt positiv bei den Menschen an.«

Welche der vielen verschiedenen Parteien am Ende die meisten Stimmen bekommt, sehen wir am 26. September bei der Wahl.

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