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Maler und Motive rund um den Chiemsee

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Das große Ölbild »Im Moor bei Grassau« von Theodor von Hötzendorff ist ein Beispiel für die Kunstwerke, die den Chiemgau als Thema haben. (Foto: Giesen)

Die Tradition der Maler am Chiemsee und seiner Umgebung pflegt seit vielen Jahren die Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner«, die alljährlich die Ausstellungssaison im Exter-Kunsthaus in Übersee-Feldwies eröffnet.


Die Präsentation in Zusammenarbeit mit der Galerie Wichmann aus Bernau zeigt einen Querschnitt durch die Malerei im Chiemgau an rund 90 Bildern von etwa 60 Malern aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Malerei des 20. Jahrhunderts am Chiemsee. Zu sehen sind zum Beispiel Bilder von Arnold Balwé, Theodor von Hötzendorff, Ernst Haas oder Leo von Welden, dem eine eigene kleine Wand im Eingangsbereich des Hauses mit bezau-bernden kleinen kolorierten Zeichnungen und Lithografien gewidmet ist. Leo von Welden, 1899 in Paris geboren und 1967 in Bad Feilnbach gestorben, hat nach Einsätzen in beiden Welt-kriegen in der Malerei immer wieder neue Wege beschritten. Er gilt als Vertreter des expressiven Realismus.

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Viele Maler ließen sich am Chiemsee nieder oder hielten sich immer wieder zu langen Malstudien in der Region auf. In natürlicher Beleuchtung sind die Bilder in vielen Techniken – Öl, Aquarell, Tempera, Mischtechniken und Zeichnungen – von berühmten Chiemseemalern und denen der Münchner Schule zu sehen. Darunter sind so bekannte Namen wie Constantin Gerhardinger, Alfred Haushofer, Karl Raupp, Rudolf Sieck, Otto Miller-Diflo oder Joseph Wopfner.

Zu finden sind natürlich viele Motive rund um den Chiemsee, beschauliche Uferwege, idyllische Szenen mit und ohne figürliche Darstellungen wie das klassische Motiv mit einem Fischerboot auf dem Chiemsee von Karl Raupp (1837 bis 1918).

Die Besucher können die besondere Atmosphäre des Großen Ateliers genießen, wo über 30 Werke von Julius Exter ausgestellt sind. Auch die in großer Zahl ausgelegten Gästebücher und die antiquarischen Bücher laden zum Durchsehen ein.

Bemerkenswert ist beim Gang durch die historisch perfekt und liebevoll renovierten Räume des Hauses der Blick aus den kleinen Fenstern in den wunderschönen, vom damaligen Hausherren Exter so angelegten Garten des Hauses. Er wird von der Leiterin des Hauses, Monika Kretzmer-Diepold, mit Hingabe gepflegt, sodass das Haus trotz stetig steigender Besucherzahlen in den vergangenen 35 Jahren – seit es als Galerie und Museum eingerichtet wurde – nichts von seiner persönlichen Atmosphäre verloren hat.

Im Kleinen Ateliergebäude findet während der Öffnungszeiten der Ausstellungen ein Antik- und Trödelmarkt mit Kunst und Krempel statt, dessen Erlös dem Exter-Haus zugute kommt.

Die laufende Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner« ist bis Sonntag, 14. Juni, täglich – ausnahmsweise auch montags – von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind nach telefonischer Anmeldung unter der Telefonnummer 08642/895083 auch andere Öffnungszeiten möglich. Christiane Giesen

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