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Großes Jahresprogramm der Städtischen Galerie Traunstein – Auftakt im April

Malerei, Fotografien, Konzept- und Rauminstallationen

Ein abwechslungsreiches und hoch interessantes Jahresprogramm mit vielen neuen Impulsen zur modernen Kunst hat die Leiterin der Städtischen Galerie Traunstein, Judith Bader, für das Jahr 2016 zusammengestellt. Die insgesamt sechs Ausstellungen zeichnen sich nicht zuletzt durch die gut vorbereiteten Ausstellungsrundgänge und die allgemein verständlichen, kunsthistorisch interessanten Einführungsvorträge bei den Vernissagen aus.

Zwei Arbeiten von Kuno Lindenmann, Radierung mit Holz-Collage, aus der Ausstellung »Aufbau – Abbau – Umbau«, die Ende des Jahres in der Städtischen Galerie zu sehen ist. (Repro: Giesen)

Die erste Ausstellung dieses Jahres wird unter dem Titel »Stille« am Freitag, 8. April, eröffnet. Sie zeigt Werke von den drei sehr unterschiedlichen Künstlern, Monika Bartholomé mit Zeichnungen, John Schmitz mit großformatigen Papierarbeiten sowie das gesamte Mappenwerk »Epitaph« des 1995 verstorbenen Buchkünstlers Wilhelm Neufeld. Die Werke eröffnen auf vielschichtige Weise, wie die bildende Kunst als Brücke zur Kontemplation und inneren Einkehr erfahren werden kann. Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk geht bis 22. Mai.

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Ausstellung über Hüte

Ab Anfang Mai bis Mitte Juni gibt es die Ausstellung »Ein Hut ist ein Hut …. ist ein Hut? im Stadt- und Spielzeugmuseum Traunstein. Historische Exponate aus dem Museum wie ein Hut aus der Jahrhundertwende oder ein Stickbild aus der Biedermeierzeit sind der Anlass für Künstler von heute, sich mit Herkunft, Funktion und Bedeutung der Sammlungsobjekte zu befassen.

Parallel dazu gibt es während der Pfingstferien einen Ferienworkshop in der Schule der Phantasie »Mit Reifrock und Zylinder«, wo Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren spielerisch nachvollziehen können, wie sich Menschen um 1830 »in ihrer Haut« gefühlt haben. Kursleiterinnen sind Theaterfrau Annette Hartmann, Kostümbildnerin Claudia Jung und Literaturwissenschaftlerin Judith Bader. Die Anmeldung ist in der Städtischen Galerie ab April möglich.

»Nylons und andere Netze« – Material und Idee ist die Ausstellung von 17. Juni bis 24. Juli in der Städtischen Galerie über-schrieben. Zu sehen sind Rauminstallationen mit Nylonstrümpfen und -strumpfhosen der Künstlerin Monika Ortmann, die sie zu skurrilen, anspielungsreichen Inszenierungen verwandelt. Gezeigt werden auch Bilder der 2015 verstorbenen Malerin Liesbeth Wohrizek. Auch sie sind ein Geflecht und ein Farb-Klang-Gewebe subtiler Ordnung. Die Leinwand ist mit Farbspritzern, Schlieren und Spuren überzogen, die durch Form, Farbe und Licht intensive malerische Welten erschaffen.

Die Ausstellungsprojekte »Transmortal« von Uli Reiter und »impossible project« von Hartmut Dedert sind von 23. September bis 30. Oktober in der Städtischen Galerie zu besichtigen. Die beiden ungewöhnlichen Konzeptausstellungen gehören zur Reihe zeitgenössischer Fotografie. Uli Reiter aus Gstadt am Chiem-see legt seinem Kunstprojekt die Zeichnungen seiner an Parkinson erkrankten Mutter zugrunde, die sechs Jahre lang bis zu ihrem Tod Hunderte von Blättern anfertigte. »Transmortal« thematisiert die Sicht des Künstlers auf die sich im Verlauf der Krankheit verändernde Kommunikation zwischen Mutter und Sohn und kombiniert die Originalzeichnungen mit Porträtfotos, Ausschnitten aus früheren Arbeiten und eigenen Fotos.

Alterungsprozess eines Mannes in 8400 Polaroidbildern

Hartmut Dedert aus München fotografierte sich seit 1992 jeden Tag mit einer Sofortbildkamera. In »impossible project« versammelt er die rund 8400 Polaroid-Selbstporträts auf einer Fläche von 100 Quadratmetern, sodass nicht nur der Alterungsprozess eines Mannes dokumentiert wird, sondern auch die Geschichte des Mediums Polaroid. Die Installation wird in Traunstein erstmals in Gänze verwirklicht, abgestimmt auf den Ausstellungsraum der Städtischen Galerie.

Die anstehenden Umbaumaßnahmen in Galerie und Klosterkirche sind Anlass für die letzte Ausstellung in diesem Jahr, »Aufbau – Abbau – Umbau« überschrieben, von 11. November bis Ende Dezember. Elke Zauner, die heute in Tacherting lebt, zeigt Arbeiten auf Leinwand, deren Raumproportionen und Strukturen malerisch über den Bildrand hinausgehen und direkt auf der Wand weitergeführt werden. Eine Raumillusion wird erzeugt, die den Betrachter zum imaginierten Betreten der fiktiven Räume auffordert. Dazu sind Bilder, überarbeitete Fotos und Rauminstallationen des Künstlers Kuno Lindenmann zu sehen. Beide Künstler setzen sich gestalterisch mit den Wechselwirkungen von Konstruktion und Dekonstruktion auseinander.

Öffnungszeiten der Städtischen Galerie sind bei allen Ausstellungen Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Skulpturen von Franz Xaver Angerer bei »Kunst im Park«

Auch an den Chiemgauer Kulturtagen von 14. bis 24. Juli beteiligt sich die Städtische Galerie. Bei »Kunst im Park« am Wochinger Spitz wird heuer der Bildhauer Franz Xaver Angerer große neue Skulpturen zeigen. Außerdem wird ein druckgrafischer Workshop für Jugendliche veranstaltet, deren Ergebnisse zum Thema »Meine Stadt – Ich und die Welt« auf großen Plakatwänden im Stadtgebiet zu sehen sein werden. gi