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»Man kann nicht immer gewinnen«

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Die Olympiasieger im Doppelsitzer Tobias Wendl (l.) und Tobias Arlt stehen in dieser Saison etwas im Schatten ihrer Mannschaftskameraden Toni Eggert/Sascha Benecken. Beide hoffen darauf, dass sie am Königssee wieder zu alter Stärke zurück finden. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – Man könne nicht jedes Rennen gewinnen, findet Olympiasieger Tobias Wendl vom RC Berchtesgaden. Aber natürlich möchte er mit seinem Doppelpartner Tobias Arlt vom WSV Königssee auf der Heimbahn am Königssee heute das derzeit dominierende Duo Toni Eggert/Sascha Benecken vom BRC Ilsenburg/RT Suhl ärgern.


Wie läuft es bei euch?

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Tobias Wendl: Nach den erfolgreichen Olympischen Winterspielen haben wir uns entschlossen, unser Pensum etwas zurückzuschrauben. Wir möchten den Sport schließlich noch länger ausüben. Der Abstand zu Eggert/Benecken ist groß, aber wir haben neues Material getestet. Unser Saisonziel sind jedoch die Weltmeisterschaften in Sigulda. Wir sind dennoch bisher zufrieden und werden auch wieder gewinnen. Natürlich kann man nicht immer gewinnen, denn die anderen schlafen nicht.

Tobias Arlt: Eggert/Benecken sind schon lange hinter uns her und gut gefahren. Immer zu gewinnen, zerstört eine Sportart.

Ihr seid im Training gestürzt. Was war los?

Wendl: Wir haben zu viel riskiert und müssen daran arbeiten, das Risiko wieder besser zu kalkulieren.

Welche Rolle spielen eure Fans?

Arlt: Eine sehr große. Es ist sehr schön, wenn so viele Freunde und Fans an die Bahn kommen. Das motiviert, aber es erhöht auch den Druck. Aber damit müssen wir leben.

Kommt die neue Stärke von Toni Eggert davon, dass er seit vergangenem Jahr in Berchtesgaden lebt?

Wendl (lacht): Toni hat den Sommer über mit uns trainiert. Wir gehen sportlich miteinander um.

Gibt es eine Diskrepanz zwischen den Rodlern aus Ost- und Westdeutschland?

Wendl: Jeder macht sein Ding. Uns helfen der Hackl Schorsch und der Wimmer- Franzi, die anderen haben eben andere Unterstützer. Wir haben viel probiert und auch daraus gelernt, etwas falsch gemacht zu haben.

Was ist wichtiger, der Weltmeistertitel oder der Sieg im Gesamtweltcup?

Wendl: Medial zählt der WM-Titel mehr, unter den Sportlern gilt der Gesamtweltcup mehr.

Ihr fahrt jetzt seit zwei Jahren im unteren Bereich der Kunsteisbahn am Königssee eine andere Linie. Wie gefällt euch das?

Arlt: Die alte Echowand war interessanter. Sie hat die Bahn am Königssee ausgemacht.

Das Labyrinth ist sicherer geworden.

Wendl: Das Labyrinth steht derzeit nicht so gut, weil zu viele Bobs gefahren sind. Deswegen sind wir auch gestürzt. Aber unsere Verletzungen an den Händen sind unter Kontrolle.

Seit drei Jahren ist Patric Leitner für euch als Start- und Konditionstrainer zuständig. Wie kommt ihr mit ihm aus?

Arlt: Patric ist Praktiker und weiß sehr viel von der Trainingslehre. Wir sind sehr zufrieden mit ihm.

Was erhofft ihr euch vom Weltcup am Königssee?

Arlt: Dass wir gut fahren und viele Fans kommen. Christian Wechslinger