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»Man sollte jungen Musikern sehr viel zutrauen«

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Das Mozart Kinderorchester: Die tragenden Säulen am Kontrabass kommen mit Antonia Hadulla (l.) und Raphael Laub (r.) aus Traunstein. (Foto: Mozarteum)

»Mozart, zu leicht für Kinder, zu schwer für Erwachsene« urteilte der österreichische Pianist und Komponist Artur Schnabel. Kinder haben oft einen unmittelbaren Zugang zur Musik des berühmtesten Sohnes von Salzburg. So verwundert es nicht, dass das neue Salzburger Kinderorchester nach ihm Mozart Kinderorchester benannt ist und in der Mozartwoche 2013 am Sonntag, 3. Februar, sein Debüt gibt. Das Konzert im großen Saal des Mozarteums beginnt um 15 Uhr. Auch etliche Kinder aus den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sind mit dabei.


Auf dem Programm stehen die Symphonie D- Dur op. 3/1 von Johann Christian Bach, die Uraufführung eines Auftragswerks der Stiftung Mozarteum Salzburg von Johannes Maria Staud sowie Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert A-Dur (KV 414) und seine ganz frühe Symphonie D-Dur, KV 19.

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Das Kinderorchester ist seit März 2012 fester Bestandteil der Stiftung Mozarteum Salzburg. Matthias Schulz, künstlerischer und kaufmännischer Leiter der Stiftung Mozarteum, wollte damit neue Impulse in der Kinder- und Jugendorchester-Landschaft setzen. Selbst lebt er mit seiner Familie in Bad Reichenhall und teilt mit vier Töchtern und einem Sohn die Freude an der Musik. Es macht ihn glücklich zu sehen, mit welcher Begeisterung die 43 kleinen Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 7 und 12 Jahren bei der Sache sind, darunter auch seine Tochter Leonie (7) als Allerjüngste.

»Es hat sich gezeigt, dass Orchestererfahrung nicht früh genug beginnen kann und für die Motivation von Kindern, die ein Instrument lernen, entscheidend ist beziehungsweise sie entscheidend voranbringt«, erklärt Schulz gegenüber unserer Zeitung. Gerade Mozarts Gedankenwelt und Repertoire eigne sich als Zentrum eines solchen Projekts besonders gut. Daran, dass sich Kinder mit Mozart leichter tun als Erwachsene sei viel Wahres dran, da gerade der spielerische, unbedarfte, einfache Zugang bei Mozart oft wichtig sei: »Man kann und sollte sehr jungen Musikern hier sehr viel zutrauen.« Der Projektinitiator sieht dieses grenzübergreifende Orchester für die Allerjüngsten, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kofinanziert wird, als Ergänzung der wertvollen Arbeit der Musikschulen. Diese empfehlen dem Mozarteum geeignete Kinder. Reichenhalls Musikschulleiterin Hildegard Ruf ist als Betreuerin der zweiten Geigen eng eingebunden.

Es sind Musikerkinder dabei wie Antonia Hadulla (10) aus Traunstein, aber auch Kinder von Eltern, die musikalisch völlige Laien sind, wie Julia Schuster (8) aus Surberg. Schon mit viereinhalb Jahren entschied Julia ganz alleine, dass sie unbedingt Geige lernen möchte. »Ich habe damals im Fernsehen ein Orchester gesehen und fand die Geigen so toll«, erinnert sie sich. Mit fünf Jahren durfte sie dann an der Städtischen Musikschule Traunstein bei Andrea Brucker anfangen. »Das Miteinander Spielen macht Riesen-Spaß«, erzählt die Drittklässlerin über das Mozart Kinderorchester. »Wenn man nicht alleine ist, traut man sich mehr, auch auf der großen Bühne.« Mit anderen Mädchen in ihrer Stimmgruppe, der zweiten Geige, hat sie sich schon ein bisschen angefreundet. »Am schönsten finde ich den Bach, aber Mozart geht ein bisserl leichter«, urteilt sie über das Konzertprogramm.

Antonias Favorit ist Mozart. Auf den Kontrabass kam sie durch ihren großen Bruder Jakob (19), der ihn schon länger spielt und im Landesjugendorchester ist. »Da war ich ein bisserl neidisch.« Sie findet toll, dass auch viele Freundinnen aus ihrer Schule, dem musischen Gymnasium in Salzburg, im Kinderorchester sind. Zu Hause macht sie mit der Familie auch Kammermusik, spielt Handball im Verein und spielt gern mit ihren Katzen und mit Freundinnen. Derzeit überlegt Antonia, was sie noch für ein Instrument lernen soll: »Vielleicht Cello oder Oboe…« Klavier macht ihr nicht so viel Spaß. Veronika Mergenthal