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Margot Hellwig überlebensgroß

Die Brunnenstraße war für etliche Stunden gesperrt. Bekannte Größen der volkstümlichen Musik und Pressevertreter, darunter mehrere Kamerateams, drängten sich vor dem »Kuhstall«, jenem Lokal, das bei vielen Anhängern der volkstümlichen Musik Kultstatus besitzt: Hier war Maria Hellwig zu Hause, hier hatte sie ihr »Wohnzimmer«, wie Tochter Margot Hellwig-Lindermayr erklärt, hierher pilgern nach wie vor ihre Anhänger. Damit auch weithin erkennbar ist, dass dies der legendäre Hellwig-Kuhstall ist, winkt jetzt eine überlebensgroße Holzfigur den Passanten zu.

Tochter Margot Hellwig-Lindermayr und Eva-Maria Berger, der Ehefrau des Kuhstall-Pächters Thomas Berger, bekannt geworden als »singender Wirt von Ainring«, enthüllten am Donnerstagabend die Maria-Hellwig-Figur. Die »Jodelkönigin« war am 26. November 2010 im Alter von 90 Jahren gestorben, hatte zeitlebens ihrem Heimatort Reit im Winkl die Treue gehalten. Karl Moik war bei der Enthüllung vor Ort und erzählt von der Herzlichkeit der Maria Hellwig und auch davon, dass sie »selbst tief in der Nacht noch für die Gäste Brotzeiten hergerichtet« habe. Kuhstall-Pächter Berger sagte, dass er mit Maria Hellwig »innigst verbunden war«, so habe er im Februar 2010 unter ähnlichem Aufwand in diesem Kuhstall noch ihren 90. Geburtstag ausgerichtet. Nach ihrem Tod sei ihm und seiner Ehefrau die Idee zur Holzfigur gekommen. »Wir wollen halt, dass sie den Leuten im Gedächtnis bleibt.« Geschaffen hat das Standbild im Übrigen Sepp Moser aus Alpbach in Tirol. Eigentlich ist er Landwirt, »aber nebenbei schnitze ich auch ganz gerne.« Vier Wochen habe er für die etwa eine halbe Tonne schwere Figur aus Tannenholz gebraucht, die jetzt neben der Eingangstüre des Kuhstalls in Position gegangen ist.

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Margot Hellwig-Lindermayr, die sich nach ihren Worten sehr über diese Ehrerweisung freut, meinte gerührt in ihrer kurzen Dankesrede: »Vielleicht gehen manche Leute nicht nur hierher, sondern auch an ihr Grab und beten für meine Mami ein kleines Gebet.« ost