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Maria Pescheks »Weihnachtsspäschel« im k1

Maria Peschek in eigener Person und in ihrer Rolle als Ratschkathl Paula Pirschl sinnierte im Studio des k1 in Traunreut über Weihnachten und die Vorweihnachtszeit. In autobiografischen Erzählungen ließ die Kabarettistin die Besucher teilhaben an ihren eigenen, kindlichen Weihnachtserlebnissen.

»Weihnachtsspäschel« nennt Maria Peschek ihr Programm, mit dem sie auch die Zuhörer im Traunreuter k1 auf die bevorstehende Weihnachtszeit mit all ihren Vor- und Nachteilen einstimmte. Die anwesenden Zuschauer genossen den Abend und hatten ihren Spaß an den Ausführungen der Kabarettistin.

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Immer wenn sie ihre Kittelschürze anzieht, schlüpft Maria Peschek in die Rolle der Paula Pirschl. Das Münchner Original Paula, das zu jedem Thema seinen Senf dazu gibt und kein Fettnäpfchen auslässt, sinniert auch über Weihnachten nach. Sie kann überhaupt nicht verstehen, dass viele Menschen in der Vorweihnachtszeit gestresst sind. Der Einkauf der Weihnachtsgeschenke ist für sie der reinste Spaß und sie liebt es, die völlig entnervten und überhaupt nicht widerstandsfähigen Verkäufer noch mehr zu traktieren.

Einkaufen im Internet oder Versandhandel kommt schon allein deshalb für sie nicht in Frage, weil sie den Trubel in den Kaufhäusern liebt und weil man die Waren im Internet »nicht riecht, nicht schmeckt und auch nicht hören kann«. Worüber sie sich aber schon aufregen kann, sind so manche Geschenke, »die man sich gefallen lassen muss«. Da kommen ihre lieben Verwandten doch tatsächlich immer wieder auf so ausgefallene Geschenkideen wie eine sprechende Waage, ein Trimmgerät, einen Aufenthalt auf einer Beautyfarm oder ein Diätkochbuch, während sie selber sich die von Paula servierte Gans schmecken lassen, »dass des Fett nur so von de Mundwinkel aussalaaft«.

Zwischendurch ist Maria Peschek immer wieder sie selber und liest autobiografische Geschichten vor. So manches Kindheitserlebnis, das sie offenbar anhaltend geprägt hat, kommt dabei zum Vorschein. So berichtet sie beispielsweise von dem Mädchen in der Nachbarschaft, das allein so viele Geschenke zu Weihnachten bekam wie die fünf Peschek-Kinder insgesamt. Wenn das keine Ungerechtigkeit ist!

Auch von der Schulfreundin erzählt sie, die immer die hübscheste in der Klasse war und auf die alle neidisch waren. Beim letzten Klassentreffen habe sie allerdings festgestellt, dass Schönheit vergänglich ist und diese Schulfreundin jetzt auf sie, Maria, neidisch ist, weil sie in einer dauerhaften Ehe lebt und eine harmonische Familie vorzuweisen hat. Auch der Tod ihres Vaters wird thematisiert, der es wie immer im Leben eilig hatte und für ihre Begriffe viel zu früh verstarb.

Die Kabarettistin Maria Peschek zeigt in ihren Bühnenprogrammen so manchen Missstand im alltäglichen Leben auf witzige, unaufdringliche Weise auf. Sie versteht es, ihre Beobachtungen zu den verschiedensten Themen klar und deutlich wiederzugeben und erfreut damit das Publikum. Ihr Mundwerk geht so schnell, dass man genau aufpassen muss, und ihre Verwandlungsfähigkeit ist wahrlich verblüffend. Mit dem Programm »Weihnachtsspäschel« kommt sie angepasst an das Thema relativ ruhig rüber, sie kann aber auch sehr bissig sein und knallharte Kommentare abgeben. Schade nur, dass so wenig Besucher den Weg ins k1 fanden, um sie zu hören. Pia Mix