weather-image
25°

Marktgemeinde übernimmt Defizit

Grassau. Lob und Anerkennung erhielten die Musikschulleiter Wolfgang Diem und Otto Dufter in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung für ihre Arbeit. Dies zeigte sich auch darin, dass das Gremium einstimmig die Übernahme des Haushaltsdefizits der Schule befürwortete. Der Wunsch nach einem neuen Probenraum kann aber in den nächsten Jahren nicht erfüllt werden.

Als Talentschmiede unverzichtbar

Anzeige

Die Musikschule mit ihren Außenstellen Marquartstein, Reit im Winkl und Bernau gilt als Talentschmiede und als unverzichtbar für das kulturelle Leben. Wie umfangreich die Aktivitäten der vielen Musikgruppen, Ensembles und der Kapellen, gefördert durch die Wolfgang-Sawallisch-Stiftung, sind, verdeutlichte Wolfgang Diem in seinem Jahresbericht. In Grassau gibt es 26 Gruppen, darunter das Grassauer Blechbläserensemble und die Marktkapelle als besondere Aushängeschilder; außerdem neben anderen die Grassauer Blasmusi, die Jugendkapelle, Kinderorchester und den Jugendchor.

Ein Erfolg sei das Almfestival gewesen, das auch heuer stattfinden werde. Er hob die gute Zusammenarbeit mit der Grund- und Mittelschule hervor. Derzeit seien zwei Grundschulchöre aktiv sowie eine Streicher- und eine Bläserklasse im Rahmen des Klassenmusizierens. Ein Segen für die Arbeit der Musikschule sei die Sawallisch-Stiftung, die es ermöglicht, begabte Schüler zu fördern, Gruppen und Ensembles zu unterstützen sowie ermäßigten Unterricht zu bieten. So könne jeder, unabhängig vom Einkommen, seinem Kind den Musikschulunterricht ermöglichen. Allein in den letzten zehn Jahren flossen rund 250 000 Euro aus der Stiftung in die Förderung sowie in die Beschaffung von Instrumenten.

Auf den »Notstand Probenraum« machte Diem ebenfalls aufmerksam, denn der Raum im Dachgeschoß der Grundschule sei zu klein, schlecht belüftet und sehr laut. Er hoffe auf eine baldige Lösung.

Der Geburtenrückgang mache sich besonders in Reit in Winkl bemerkbar. Hier haben sich die Schülerzahlen in den letzten Jahren fast halbiert. In Grassau kann das Niveau mit 279 (Vorjahr 271) gehalten werden. Insgesamt besuchen 588 Schüler die Musikschule mit Außenstellen. Dem Schülerschwund könne man mit einem stärkeren Angebot für Erwachsene entgegenwirken.

Viele Höhepunkte weist das Jahresprogramm auf, das bereits mit dem Benefizkonzert des bayrischen Staatsorchesters begonnen habe (wir berichteten). Rekordbeteiligung gab es auch beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« mit vielen ersten und zweiten Plätzen. Das Kinderstreichorchester und der Grundschulchor präsentieren das Musiktheater »Frederick« am 24. Februar in der Schule, das Lehrerkonzert ist am 3. März. Ein weiterer Höhepunkt wird der »Löwenhoagart« am 9. März im Gasthof Sperrer. Diesen richten die Geschwister Pfaffinger aus, die Preisträger des »Wasserburger Löwen« im letzten Jahr. Zudem stehen die Grassauer Volksmusiktage am 16. und 17. März vor der Tür, auch am Jubiläum »50 Jahre Partnerschaft mit Tscherms« im Mai werden sich viele Gruppen der Musikschule beteiligen.

Zur Finanzlage der Musikschule informierte Otto Dufter, dass eine Tariferhöhung von drei Prozent eingerechnet wurde und der Schülerschwund in den Außenstellen Sorgen mache. An Einnahmen erhoffe sich die Musikschule aus Gebühren 250 000 Euro, Erstattungen der Mitgliedsgemeinden 124 000 sowie aus Zuweisungen von Land 70 000 und Kreis 59 000, Personalkostenerstattung von Partnergemeinden 36 000 sowie diversen kleineren Einnahmequellen zusammen rund 555 000 Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben von knapp 700 000 Euro. Das Defizit belaufe sich auf 144 000 Euro. Im Vorjahr lag er bei 141 000 Euro.

Keine große Hoffnung auf baldigen neuen Probenraum

Bürgermeister Rudi Jantke zeigte sich erfreut, dass seit mehr als fünf Jahren die Zuweisung des Landkreises stabil sei und an dieser freiwilligen Leistung festgehalten werde. Die Musikschulleiter seien bemüht, das Defizit moderat zu halten und der einstimmige Beschluss zeige Anerkennung. Er könne aufgrund der Haushaltslage aber keine großen Hoffnungen machen. tb