Superbike-WM: Schwierige Rennen in Spanien – Superstock-Klasse: Starkes Debüt von Marvin Fritz

Markus Reiterberger zeigt großen Kampfgeist

Großer Kampfgeist trotz schwieriger Bedingungen für Markus Reiterberger (Obing), starker Einstand des heimischen Teams Bayer-Bikerbox mit Pilot Marvin Fritz:

Er musste sich in Spanien seine Platzierungen hart erkämpfen: Markus Reiterberger, der in der Superbike-Klasse vier WM-Punkte holte. (Foto: Althea BMW)

Das prägte aus heimischer Sicht das Geschehen bei den Rennen im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft in Aragón (Spanien). Während Reiterberger in der Superbike-Kategorie die Ränge 12 und 16 belegte, kam Fritz bei seinem Debüt im Superstock-1000-FIM-Cup auf den erfreulichen 10. Platz.

Anzeige

Dabei hatte für Reiterberger und sein Team Althea BMW Racing alles gut begonnen. Er fuhr im Training stark und hatte die Chance, die Superpole 2 (Startplätze 1 bis 12) zu erreichen. Doch mit abgekühlten Reifen stürzte er hier und bekam so nur Startplatz 13. Schlimmer noch: Wegen der Reparaturen an der Maschine musste der 23-Jährige verspätet ins Warm Up starten – und somit vom letzten Startplatz ins Rennen gehen.

Dieses gewann wieder einmal Jonathan Rea (Großbritannien/Kawasaki), der sich vor Marco Melandri (Italien/Ducati) und Tom Sykes (Großbritannien/Kawasaki) durchsetzte. Sechster wurde Reiterbergers Teamkollege Jordi Torres (Spanien), während Stefan Bradl (Zahling) hauchdünn vor seinem Teamkollegen Nicky Hayden (USA/beide Red Bull Honda) Neunter wurde. Reiterberger mischte gut mit und holte als Zwölfter noch vier WM-Punkte. »Der Sturz in der Superpole hat uns den ganzen Tag kaputtgemacht«, klagt der Obinger, zeigt sich aber zugleich erleichtert darüber, »dass ich überhaupt noch zum Fahren gekommen bin.«

Tags darauf kam Reiterberger nur in den ersten Runden gut zum Fahren. »Beim Bremsen kann ich noch attackieren, aber in der Schräglage fehlt mir der Grip am Hinterrad.« Der Obinger enttäuscht: »Zum Abschluss fuhr sich das Motorrad wie ein Lastwagen. Es fehlt von Grund auf etwas.«

Daher testete das Team gleich noch in Spanien, und der Obinger zeigt sich zufrieden: »Wir konnten mehr als 80 Runden absolvieren. Die neuen Elektronikteile sind interessant, und wir haben auch beim Verhalten der Reifen Fortschritte gemacht«, freut er sich. »Es ist noch nicht alles so, wie wir es wollen, aber ich denke, wir haben einige neue Erkenntnisse gemacht, die uns für die kommenden Rennen helfen können.«

Im zweiten Superbike-Durchgang – dem sechsten WM-Lauf insgesamt – musste Jonathan Rea seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Er musste sich seinem Landsmann Chaz Davies (Ducati) nach 18 Runden (insgesamt ca 91,4 km) um die Winzigkeit von 0,483 Sekunden geschlagen geben. Torres wurde Siebter, Bradl Zwölfter, Hayden schied aus. In der WM-Gesamtwertung führt Rea (145 Punkte) vor Davies (95) und Sykes (81). Auf Rang 7 liegt Torres (48), Zwölfter ist Bradl vor Reiterberger (je 19).

Ein gelungenes Debüt in der Klasse Superstock 1000 zeigte Marvin Fritz (Neckarzimmern) vom heimischen Privatteam Bayer-Bikerbox Yamaichi (Yamaha), der sich den 10. Platz im Feld der über 30 Piloten erkämpfte. Der 23-Jährige fuhr im Training die elftschnellste Zeit. Auch im Wettkampf (13 Runden/ca. 66 km) zeigte Fritz eine gute Vorstellung und wurde Zehnter. Er sieht allerdings noch Verbesserungspotenzial: »Ich habe den Rhythmus nur langsam gefunden, bedingt durch die starken Windböen hatte ich alle Hände voll zu tun, die Yamaha am Limit zu bewegen. Insgesamt gesehen bin ich aber zufrieden.«

Den Sieg holte sich Michael Ruben Rinaldi (Italien/Ducati) vor den beiden Fahrern des offiziellen Yamaha-Superstock-Teams, Florian Marino (Frankreich) und Roberto Tamburini (Italien). Zweitbester Deutscher war Julian Puffe (14.) vom Team Althea BMW, Rang 18 ging an Toni Finsterbusch (Kawasaki) und Rang 21 an Marc Moser (Kawasaki).

Der nächste WM-Lauf – auch wieder mit Superstock-Cup – findet am letzten April-Wochenende in Assen (Niederlande) statt. Dort wollen Reiterberger und Fritz wieder angreifen – und möglichst unter die besten Zehn fahren. who