weather-image
12°
Wiederholte Bauvoranfrage für ehemaliges Kurmittelhaus findet Zustimmung

Marode Häuser weichen 56 Wohnungen

Bayerisch Gmain – Das Kurmittelhaus Becker und das Gebäude der ehemaligen Bäckerei Knobloch neben der Bundesstraße 20 in Bayerisch Gmain sollen abgerissen werden. Dafür sollen 56 Wohnungen und eine Tiefgarage gebaut werden. Einer entsprechenden Bauvoranfrage hat der Bayerisch Gmainer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben.

Archivbild: Schon Anfang 2015 machte das Areal des Kurmittelhauses Becker mit seinen baufälligen Gebäuden, im Vordergrund die ehemalige Bäckerei Knobloch, einen unansehnlichen Eindruck. (Foto: Bittner)

Die Bauvoranfrage enthält drei Gebäudeteile. Für den der Bundesstraße 20 zugewandten südlichen Bereich des Grundstücks ist ein Gebäudeteil mit rund 29 mal 11,8 Metern sowie ein L-förmiger Korpus geplant. Im nördlichen Bereich ist ein leicht gedrehter L-förmiger Gebäudeteil mit den Ausmaßen 29 beziehungsweise 22,5 mal 11,8 Metern vorgesehen. Alle drei Gebäude mit Satteldächern sind entsprechend dem etwas abfallenden Gelände in der Höhe gestaffelt.

Anzeige

Zu dem neuen Plan gibt es eine Studie mit den Grundrissdarstellungen der geplanten Wohn- und Geschäftsgebäude, der Verkehrsanbindung und Stellplätzen. Die Bauherren planen eine Tiefgarage mit 96 Plätzen. Oberirdisch sollen zehn Stellplätze entstehen. Die leicht variierenden Häuser sollen circa zwölf Meter hoch werden und sind somit drei bis vier Meter niedriger als in der Planung zuvor. Geplant sind ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse.

56 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern sowie drei Gewerbeeinheiten in unterschiedlichen Größen sind vorgesehen, zur vielbefahrenen Berchtesgadener Straße (B 20) hin mit Lärmschutzmaßnahmen. Wände oder Wälle enthält diese nicht, die bewusste Ausrichtung der Häuser – der Straße abgewandt – mache diese nicht erforderlich, heißt es in der Beschlussvorlage.

Großzügige Grünflächen versprechen die Architekten für das unbebaute Gelände, im Zentrum soll in einem Innenhof ein Kinderspielplatz entstehen. Die Grundstücke sind aktuell im Flächennutzungsplan als Mischgebiet dargestellt.

Die Gemeindeverwaltung begrüßt den neuen Planungsentwurf. Die Gemeinderäte waren der Meinung, dass das Salzburger Architekturbüro hier ein gelungenes Konzept erstellt hat. Die Nachbarn wurden noch nicht befragt, da zunächst der Gemeinderat informiert werden sollte. »Diese Umplanung hat sich gelohnt«, sagte Willi Färbinger (CSU) und erkundigte sich nach dem erheblichen Aushub für die zweigeschoßige Tiefgarage. »Hier beachten wir die Topografie und gehen behutsam vor«, versicherte »Fally plus Partner«-Geschäftsführer Robert Wurbs aus Salzburg.

Die Abstimmung ergab ein einstimmiges Ergebnis. Die Eingabeplanung erfordert nun einen Freiflächen-Eingrünordnungsplan, der mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt ist. Hans Bittner