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Marquartstein und Berchtesgaden Landessieger

»Das war ein Herzschlag-Finale«, befand Alfred Burgstaller, Wachsler des Berchtesgadener Teams, nach der Staffel vom Anfeuern noch atemlos: So manches Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich beim Skilanglauf-Landesfinale der Schulen in Inzell 179 Läufer und 46 Staffeln aus ganz Bayern. Zwei Schulen aus der Region wurden mit ihren Teams Landessieger: in der Wettkampfklasse Buben IV die Christophorusschule Berchtesgaden und in der Klasse Buben III die Achental-Realschule Marquartstein. Zusätzlich dürfen bei den Älteren die Zweitplatzierten zum Bundesfinale vom 24. bis 28. Februar im Schwarzwald, also auch die läuferisch sehr starken Buben III vom Chiemgau-Gymnasium Traunstein (CHG).

Insgesamt sahnte die Region mit fünf Stockerlplätzen ab – die Achental-Realschule, die mehrere Teams stellte, allein mit drei: Bei den Mädchen III wurde diese Dritter und bei den Mädchen IV Zweiter. Starke Konkurrenz hatten die heimischen Teilnehmer durch die besonders erfolgreichen Garmischer und Allgäuer, aber auch durch Teams aus dem Bayerischen Wald.

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Mangels Schnee in den Loipen hatte die Gemeinde Inzell in Adlgass einen 700-Meter-Rundkurs präpariert, der viel Begeisterung fand: Die Teams mussten hier alles beherrschen: kraftraubende Anstiege, enge Kurven, Bergabfahrten, Skating und den klassischen Laufstil.

»Dass wir dank des Inzeller Bauhofs eine so tolle Loipe hatten, finde ich toll. Die Gemeinde könnte ja auch sagen: Wir haben Weltcup am Wochenende, da interessiert uns der Schulsport nicht«, betonte Landesschulobmann Volker Schmalfuß anerkennend. Der SC Inzell nahm mit bis zu neun Helfern die Wettkämpfe vor. Die Zeitmessung übernahm der TSV Siegsdorf, die Sport-Auswertung das Gymnasium Zwiesel. Für Verletzungen stand das Rote Kreuz parat.

Mit dem Wetter hatten die Teilnehmer Glück: Bei den Einzelsprints am ersten Tag kam der stärkste Schauer erst, als die Wettkämpfe bereits vorbei waren. Tags darauf, bei den spannenden Staffeln mit dreimal 2,1 Kilometer, lachte die Sonne. Auch der Schnee hatte eine relativ konstante Temperatur von etwa minus ein Grad Celsius.

Stark zeigten sich die Schüler der Region bereits in den Einzelläufen: So liefen Michael Hobmaier von der Achental-Realschule und Christoph Müller vom CHG mit 5:19,2 und 5:20,0 Minuten bei den Buben III die schnellsten Skating-Zeiten. Bei den Mädchen IV schaffte Lena Scheck von der Achental-Realschule mit 7:41,3 eine Spitzenzeit und war fast eine Minute schneller als die nächste klassische Läuferin.

Der Berchtesgadener Klassik-Läufer Sebastian Kistenmacher setzte sich einer Topzeit von 6:56,6 ab. Seine Mutter, die ehemalige Weltklasse-Skilangläuferin Sigrid Wille, feuerte ihren Sprößling am ersten Tag kräftig an. Im Schwarzwald ist bei der Berchtesgadener Mixed-Staffel auch wieder die starke Anna-Lena Braun dabei, die beim Bezirksfinale bei den Buben mitgelaufen war, diesmal aber wegen Krankheit fehlte.

Kräftig feuerten Betreuer und Schüler die Läufer an, zu denen Sprecher Hans Bresina aus Siegsdorf immer etwas einfiel. Bei den Staffeln gab es regelrechte Krimis, besonders bei den Berchtesgadenern, die einen satten Vorsprung von 40 Sekunden vom Vortag mitbrachten. Mit Leichtigkeit setzte sich Kistenmacher im klassischen Stil von den Verfolgern ab. Andreas Burgstaller hielt gut das Tempo und Alexander Brandner kämpfte bis zuletzt, fuhr aber dann doch mit 23,4 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel. Immerhin: Für Gesamtrang eins reichte es.

Spannend war auch die Staffel der jüngeren Mädchen, die am ersten Tag nur 5,8 Sekunden hinter den Garmischern lagen: Startläuferin Lena Scheck aus Marquartstein lief taktisch klug und ließ zunächst die Konkurrenz das Tempo machen. In der Bergab-Gerade der S-Kurve preschte sie vor und übergab mit fast zwölf Sekunden Vorsprung an Josephine Heimerl. Die behauptete sich auf Rang eins ebenso lange wie Franziska Aiger: Erst in der letzten Runde musste diese sich der starken Garmischer Schlussläuferin geschlagen geben.

Beste Stimmung herrschte auch bei der Ehrung der Sieger im BLSV-Sportcamp durch die Sponsoren-Vertreter, den Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Werner Linhardt und seinen Marketingchef Peter Faßbender, sowie Alexander Foidl von der Inzeller Touristik. vm