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Martin Haßlberger bleibt Vorsitzender

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Winter in Ruhpolding
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Diese wundervollen Winteraufnahmen entstanden bei Familie Bichler am Ortnerhof in Ruhpolding. Foto: Fam. Bichler

Ruhpolding – Ein Rückblick auf das vergangene Jahr und Neuwahlen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Verkehrs- und Kulturvereins Ruhpolding.


Vorsitzender Martin Haßlberger wurde in seinem Amt bestätigt, wie auch die gesamte weitere Vorstandschaft. Unbefriedigend ist die Finanzlage des Ruhpoldinger Verkehrsvereins.

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Zunächst ging Martin Haßlberger auf die neue Struktur des Tourismusausschusses und die Chiemgaukarte der Gemeinden Ruhpolding und Inzell ein. Mit der Karte solle versucht werden, das touristische Angebot in den beiden Gemeinden auf eine breitere Basis zu stellen, sagte Haßlberger.

Chiemgaukarte gilt bis April 2018

Die Chiemgaukarte gelte zunächst von Mai 2017 bis April 2018. »Erst dann soll eine Bewertung über die wirtschaftliche Entwicklung durch ein Aufsichtsgremium erfolgen, dem auch Vermietervertreter angehören sollen«, betonte der Vorsitzende. Er ist der Meinung, dass die Chiemgaukarte ein gutes Marketing-Instrument für die Zukunft sei, die von allen mitgetragen werden sollte.

Zum »Fest der Berge« sagte er, dass dieses in Zukunft neu organisiert werde. Beginnen soll es mit einem Frühlingsauftakt und speziellen Aktionen. Ende September wird es mit einem »Herbstfest der Berge« ausklingen.

Wanderwege wurden kontrolliert

Nach längerer Pause beteiligte sich der Verkehrsverein heuer wieder am Herrichten und Kontrollieren der Wanderwege. Dazu wurden auch Bewertungsdaten über das Wegenetz in einem Kontrollbuch für den gemeindlichen Bauhof angelegt. Außerdem informierte Martin Haßlberger, dass sich der Verkehrsverein künftig am Wanderkartenverkauf beteiligen werde.

Anschließend ging der Vorsitzende auf den Stand der Dinge in Sachen Josefshaus ein. Das Jugendhotel für Schülergruppen ist seit dem 1. November geschlossen. Das Haus habe nicht mehr wirtschaftlich geführt werden können, informierte Haßlberger. Eine Entschuldung sei in den nächsten Monaten in Zusammenarbeit mit dem Wohnbauwerk, dem das Josefshaus gehört, und der Gemeinde zu klären. Dieser Punkt gehöre letztlich vor einer Fusion zwischen Verkehrsverein und Wirtschaftsverband, die geplant sei, bereinigt, betonte der Vorsitzende.

Über eine unbefriedigende Finanzlage berichtete Kassier Wolfgang Heigermoser. Trotz einer Absenkung des Personaleinsatzes im Josefshaus habe sich ein negatives Jahresergebnis von rund 20 000 Euro ergeben. Zusammen mit offenen Rechnungen gegenüber der MVV in einer ähnlichen Höhe erhöhe sich der Schuldenstand noch einmal deutlich. Das habe die Vorstandschaft letztendlich dazu veranlasst, den Betrieb des Josefshauses endgültig aufzugeben. »Allerdings mussten laufende Verträge aus den Jahren 2016 und 2017 noch eingelöst und abgearbeitet werden, um vertragliche Zusagen einzuhalten«, informierte Wolfgang Heigermoser.

100 Betten wurden aufgegeben

Tourismusdirektor Markus Stuckmann ging auf die jüngsten Entwicklungen im heimischen Tourismus ein. Diese seien in den letzten zwei Jahren von einem großen Qualitätssprung und damit einhergehend mit einer höheren Wertschöpfung im Ort geprägt gewesen. Ein Absinken der Übernachtungszahlen um drei Prozent müsse im Zusammenhang mit den Spitzenwerten im Vorjahr gesehen werden und sei auch der Tatsache geschuldet, dass im vergangenen Jahr wieder weitere 100 Betten aufgegeben worden seien, was in etwa 12 000 fehlenden Übernachtungen entspreche.

Dafür hätten sich aber andererseits die Auslandsmärkte speziell im Hinblick auf England, Holland und Tschechien erfreulich entwickelt. Der Bericht endete mit einem Ausblick auf das neue Jahr. Markus Stuckmann verwies in diesem Zusammenhang auf das Intersport Gipfeltreffen 2018, ein großes Outdoor-Test-Event mit 600 Fachbesuchern.

Bei den Neuwahlen wurden Vorstand Martin Haßlberger, seine Stellvertreter Josef Reiter und Hermann Weigand sowie Kassier Wolfgang Heigermoser bestätigt. Auch der gesamte Beirat wird drei weitere Jahre weitermachen.

Eine kritische Nachfrage gab es bezüglich der Weitergabe von Übernachtungszahlen von Privatvermietern (unter neun Betten) an das Statistische Landesamt für das Jahr 2016. Des Weiteren wurde beklagt, dass den Interessen der Kleinvermieter zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde und die Gefahr bestehe, dass es in diesem Bereich zu einem weiteren Bettenschwund komme.

Tourismusdirektor Markus Stuckmann und Bürgermeister Claus Pichler betonten abschließend, dass die anstehenden Probleme nur mit vereinten Kräften gelöst werden könnten. W.H.