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»Maßnahmen sind im Großen und Ganzen gerechtfertigt«

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Trotz »Lockdown light« bewegen sich die Corona-Zahlen in Bayern und Deutschland auf hohem Niveau. Auch im Landkreis Traunstein steigt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder auf einen Wert von über 250. Um die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu verringern, beschloss die Bayerische Staatsregierung am Sonntag eine Verschärfung der aktuell geltenden Corona-Regeln.

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Was halten die Bürger in Traunstein davon? Wir haben uns auf dem Stadtplatz umgehört und die Menschen beim Weihnachtseinkauf nach ihrer Meinung zu den noch strengeren Corona-Maßnahmen befragt.

Andreas Häusl aus Waging sagt: »Ganz ehrlich, ich finde die Maßnahmen ein bisschen übertrieben. Man wird es sowieso nicht verhindern können, dass sich jeder früher oder später einmal infiziert. Dass man deswegen alles so stark runterfährt, finde ich schwierig – vor allem bei Restaurants, die ja eigentlich gut funktionierende Hygienekonzepte ausgearbeitet hatten.«

Fritz Petermüller aus Siegsdorf findet die Maßnahmen »im Großen und Ganzen gerechtfertigt. Ein paar sind aber schon dabei, die ich nicht ganz nachvollziehen kann: Zum Beispiel, dass Restaurantbesuche nicht mehr möglich sind. In Maria Eck stehen die Tische drei Meter auseinander. Wenn jetzt jeweils vier Personen an einem Tisch sitzen, ist das doch wie daheim, wenn man ein befreundetes Ehepaar zu Gast hat. Das ist das einzige, das mich etwas irritiert. Die Regeln an den Schulen sind mit Sicherheit schwierig durchzuhalten; trotzdem ist es wichtig, dass die Kinder in die Schule gehen können. Dass der Traunsteiner Christkindlmarkt nicht stattfindet, stört mich persönlich nicht – die Beleuchtung finde ich aber sehr schön.«

Michaela Fuschlberger aus Ruhpolding und Florian Fischer aus Breitbrunn finden die Maßnahmen etwas zu streng. »Man weiß immer noch recht wenig über das Virus und teilweise widersprechen sich die Experten gegenseitig. Da ist es schwierig zu sagen, was nun wirklich richtig ist. In unserem Bekanntenkreis gab es einige Positiv-Fälle, die aber alle nicht schwer erkrankten. Für uns sind die Maßnahmen etwas widersprüchlich. In den Geschäften sind unzählige Menschen, das geht dann schon – aber in der Gastronomie ist es verboten, obwohl die meisten Restaurants aufwändige Hygienekonzepte erarbeitet haben und auch wir uns beim Essengehen immer an die Regeln gehalten haben. Fitnessstudios hatten auch strenge Hygienemaßnahmen und mussten trotzdem zumachen. Das finden wir nicht gut.«

Antje und Bernhard Staudinger aus Traunstein/München haben Verständnis: »Es tut ein bisschen weh, wenn man an die neuen Corona-Regeln denkt, aber da müssen wir jetzt einfach durch. Für die Gaststätten ist die Situation natürlich besonders schlimm, aber wenn sich dort viele Menschen anstecken, hilft es nun einmal nichts. Da muss man einfach aufpassen. Die Zahlen sind wieder so hoch, da sind die neuen Regeln leider gerechtfertigt.« JuC

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