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Matthias Reims Leben zwischen Motorrad und Musik

Matthias Reim
Matthias Reim mit seiner neuen Harley. Foto: Patrick Seeger Foto: dpa

Matthias Reim war mit «Verdammt, ich lieb’ Dich» der Senkrechtstarter der 90er Jahre. Später machte er mit Liebes-Wirren und einer Pleite Schlagzeilen. Nun lässt er musikalisch wieder von sich hören.


Stockach (dpa) - Matthias Reim ist für den Sommer vorbereitet, die Maschine ist präpariert. Motorradfahren ist die große Leidenschaft des 60-Jährigen, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagt.

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Auch musikalisch gibt der Mann, der mit «Verdammt, ich lieb’ Dich» vor 28 Jahren einen Hit und Ohrwurm landete, wieder Gas. Nach mehr als zwei Jahren Pause bringt er mit «Meteor» sein neues Album auf den Markt. Musikalisch bleibt sich Reim treu. «Verdammt, ich lieb’ Dich» ist sein ständiger Begleiter.

«Ich mache keine Oldie-Show», sagt Reim, der in Stockach am Bodensee in Baden-Württemberg lebt. Das Spielen alter Lieder reiche ihm nicht. Für das neue Album holte er seine E-Gitarre aus dem Schrank, lud ein paar befreundete Musiker, Texter und Komponisten zu sich ein und zog sich mit ihnen ins Tonstudio zurück, um seine musikalischen Ideen zu realisieren. Das Ergebnis: Ein Album mit 12 neuen Songs, darunter die bereits veröffentlichte Single-Auskoppelung «Himmel voller Geigen».

Inspirieren ließ sich Reim gut hörbar an Rock-Bands der 70er Jahre, deren Klang er einfließen ließ. Typischer Reim-Sound mit rockigen Rhythmen, Party-Pop und schnellen Abfolgen ist auf dem neuen Album zu hören. Töne, die weit weg sind vom klassischen Schlager - die jedoch manchmal an Altbekanntes erinnern und von Kritikern mitunter als etwas formlos bezeichnet werden. Es sind aber auch Balladen dabei, die vergleichsweise leise daherkommen und nachdenklich klingen. Eine ganz neue Seite an Reim, wie seine Plattenfirma betont.

«Früher habe ich, wenn ich neue Musik gemacht habe, die Synthesizer angeschmissen», sagt Reim: «Diesmal war es die Gitarre, auf der ich gezupft habe und die mir Töne und Melodien gegeben hat.» Die Texte habe ihm, wie bisher auch, das Leben geschrieben. «Ich bin ein Geschichtenerzähler», sagt er über sich selbst: «Die Musik ist ein ideales Werkzeug, um von der Liebe und von Emotionen zu erzählen.»

Reim singt - wie bisher auch - vom Traum der großen Liebe sowie vom Auf und Ab des Lebens. Mit einem Augenzwinkern und mit Selbstironie. Aber mit Glaubwürdigkeit, wie er sagt. «Wenn einer wie ich auf der Bühne steht, der in Beziehungen immer wieder gescheitert und zum dritten Mal verheiratet ist, sechs Kinder von fünf Frauen hat und der nach finanziellem Absturz und Millionenpleite eine Privatinsolvenz hinter sich hat, dann ist es authentisch, wenn er vom Leben und der Liebe singt.» Das bringe ihn Zuhörern näher: «Die kennen vieles aus eigenem Erleben.»

Mit «Verdammt, ich lieb' dich» stürmte Reim 1990 die Musik-Charts. Auf das Lied, das seine Karriere startete, werde er bis heute angesprochen, sagt Reim. An den großen Erfolg von damals habe er zwar nicht anknüpfen können. «Aber ich bin wieder da, meine Lieder werden gehört und meine Konzerte sind gut besucht.» Das freue ihn.

«Verdammt, ich lieb' dich» stehe zwar nicht im Mittelpunkt. Doch vergessen mag er das Lied nicht, auch nicht bei seinen Konzerten. «Es ist mein größter Hit und die schönste Zugabe der Welt», sagt Reim.

Nach vielen Jahren im Ausland lebt der Musiker wieder in Deutschland. Mit seiner Freundin, der Schlagersängerin Christin Stark (28), wohnt er am Bodensee. «Die Region ist mein Seelenfrieden», sagt er. Als Kind habe er viel Zeit bei seinen Großeltern am Bodensee verbracht. «Das war eine sorglose, schöne Zeit.» Er sei daher vor einigen Jahren bewusst zurückgekehrt: «Ich fühle mich am Bodensee heimisch.» Und er freue sich auf Touren rund um den See mit Freundin und Motorrad.

«Er ist ein Mensch mit einem großen Herz und viel Humor», sagt seine Freundin: «Das prägt auch die Musik und seine Texte.» Und dies sei das langjährige Erfolgsrezept. Von Ende Juni an geht Reim mit dem neuen Album auf Konzertreise durch Deutschland.

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