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Mautstelle Süd wird dichtgemacht

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Die Mautstelle Süd soll geschlossen werden. Weil ein Mitarbeiter in Ruhestand geht. In der Berchtesgadener Gemeindeverwaltung ist man mit dieser Lösung gar nicht zufrieden. Dort hat man einen Plan, der aktuell auf die technische Umsetzbarkeit hin überprüft wird. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Die südliche Mautstation der Roßfeld-Panoramastraße soll ab 1. September geschlossen werden, ein Mitarbeiter geht in Ruhestand. Wer die Straße nutzen möchte, müsste über die nördliche Mautstation fahren. Das teilte das Staatliche Bauamt Traunstein dem Markt Berchtesgaden mit. Dort ist man wenig begeistert von der Einsparmaßnahme.


Die Roßfeld-Panoramastraße ist ein beliebtes Ausflugsziel. Bei schönem Wetter fahren dort viele Besucher und bestaunen die umliegende Landschaft. Nun soll aber eine der beiden Mautstationen geschlossen werden, wenn es nach dem Staatlichen Bauamt Traunstein und dessen Direktor Sebald König geht. König selbst hat das Aus der südlichen Mautstation verkündet. Und mit der Nachricht für Unmut in der Gemeindeverwaltung gesorgt. Denn eine Panoramastraße mit lediglich einer Auffahrtsmöglichkeit, vergleichbar mit einer Einbahnstraße? »Darf nicht sein«, heißt es aus der Gemeinde.

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Auf Nachfrage beim Staatlichen Bauamt heißt es, dass »die Fixkosten gesenkt werden müssen.« Jener Mitarbeiter, der bislang für die südliche Mautstation verantwortlich war, geht in Ruhestand, er soll nicht mehr ersetzt werden. »Das sind Personalkosten, die wir auf diese Weise einsparen«, so ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«.

In der märktischen Gemeindeverwaltung betrachtet man die Dinge aber etwas anders. Geschäftsleiter Anton Kurz hört sich nicht begeistert an, wenn er von den Plänen der staatlichen Stelle berichtet. »Das Bauamt hat uns mitgeteilt, dass sie nur noch die nördliche Auffahrt mit Personal besetzen wollen.« Somit wird jene Einbahnsituation erzwungen, die aus Sicht von Tourismusverantwortlichen keine Lösung darstellt. Wenn es also nach Sebald König und dem Bauamt geht, müssten künftig Panoramastraßen-Nutzer über die Nordauffahrt einfahren. Bei der Mautstelle Süd würde man nur noch ausfahren können.

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp hofft, dass es noch eine Lösung mit einem Automaten gibt, der den Mitarbeiter an der südlichen Maut ersetzen könnte. Fahrzeuglenker müssten dann an einem Automaten die Gebühr bezahlen und könnten dann die Straße nutzen. Ganz so einfach ist es aber doch nicht. Denn sollte es zu Problemen kommen, wäre niemand zur Stelle, der etwa die Schranke öffnen könnte.

Also müssten Nord- und Südauffahrt per Kabel miteinander verbunden werden, sodass eine Videokontrolle der Südmautstelle von der nördlichen Maut möglich wäre. Das Staatliche Bauamt schätzt die Investitionskosten auf rund 400 000 Euro. Viel zu viel, heißt es. Allerdings hat der Markt Berchtesgaden ein Ass im Ärmel. Die Buchenhöhe unweit der Südauffahrt soll demnächst sowieso eine Breitbandverkabelung erhalten. Bei der Nordauffahrt könnten bereits verlegte Leitungen aus der Wasserversorgung genutzt werden. Damit müsste eine automatisierte Lösung realisiert werden können, meint Anton Kurz. So dürfte dann die besetzte Mautstelle die unbesetzte kontrollieren und im Notfall per Knopfdruck die Schranke öffnen können. »Aktuell prüfen wir, ob das technisch machbar ist«, so Kurz.

Das Staatliche Bauamt Traunstein war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. »Das Thema ist Chefsache«, Auskünfte gebe es nur von oberster Stelle, ließ man den »Berchtesgadener Anzeiger« wissen. Sebald König sei aber derzeit in Urlaub. Kilian Pfeiffer