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Max Herre: «Ich seh mich nicht als Frauentyp»

Berlin (dpa) - Max Herre meldet sich zurück: Der 39-Jährige veröffentlicht sein drittes Solo-Album «Hallo Welt». Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa spricht der frühere Frontmann von Freundeskreis über alternde Rapper, Beziehungs-Rezepte und seinen Ruf als Frauentyp.

Max Herre
Max Herre veröffentlicht sein drittes Soloalbum. Foto: Britta Pedersen Foto: dpa

Auf «Hallo Welt» werden Sie von prominenten Kollegen wie Cro, Clueso, Sophie Hunger oder Philipp Poisel unterstützt. Ist die Zusammenarbeit in der Szene wirklich so harmonisch, oder gibt es auch Konkurrenzgerangel?

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Herre: «Natürlich will man erfolgreich sein mit seinen Sachen. Aber ich glaube fest dran, dass sich die Dinge gegenseitig befruchten. Der Lichtkegel im Rampenlicht wird nicht kleiner, wenn man ihn teilt. Wenn man tolle Musik macht, mit talentierten Leuten, dann färbt es auf einen ab und fällt auch positiv auf einen zurück. Da bin ich Produzent genug, um zu merken, das hilft dem Song, der wird dadurch besser.»

Im nächsten Jahr feiern Sie Ihren 40. Geburtstag. Wie kann man als Rapper in Würde altern und sich treu bleiben?

Herre: «Ich glaube, dass ich mich immer weiterentwickelt habe und nie einer Idee von Jugendlichkeit aufgesessen bin. Man kennt Rock-Musiker, die sind 65, Folk-Musiker, die sind 75, oder Blues-Sänger, die sind 85 Jahre alt. Hip-Hop ist ein relativ junges Genre, so dass es diese "Role-Models" noch nicht gibt. Jetzt liegt es auch an meiner Generation, diesen Weg zu erschließen und ihn vorzugehen und vorzuleben.»

Mit «Hallo Welt» kehren Sie zu Ihrer großen Liebe Rap zurück. Nach mehreren Jahren der Trennung sind Sie außerdem wieder mit Ihrer Ex-Frau, der Sängerin Joy Denalane, zusammen. Fühlen Sie sich angekommen?

Herre: «Ich denke nicht mehr in diesen Kategorien. Dass man ankommt, und dann ist es so und so bleibt es. Dafür muss man sich immer wieder entscheiden. Ich habe kein Rezept parat, wie man es am besten macht. Es sind sehr spezifische Geschichten, die Beziehungen schreiben. Ich habe meine, wir haben unsere. Und mal sehen, wie diese fortgeschrieben wird. Aber ich bin ganz zuversichtlich.»

Bereits vor 15 Jahren haben Sie als Freundeskreis-Sänger mit dem Hit «A-N-N-A» große Erfolge gefeiert. Hat sich Ihr Publikum in den vergangenen Jahren geändert?

Herre: «Jede Platte sucht sich ein neues Publikum. Bei den Festivals waren jetzt viele junge Leute und die konnten trotzdem die alten Lieder mitsingen. Und es kommen inzwischen mehr Frauen. Das macht natürlich Spaß, das ist wie in den Club gehen - das macht auch mehr Spaß, wenn da ein paar Frauen sind.»

Dabei gelten Sie ja schon lange als Frauentyp. Sehen Sie sich denn selbst als solchen?

Herre: «Ne, ich sehe mich selbst erstmal als gar nichts. Ich finde das ganz unsympathisch und furchtbar, über sich in diesen Kategorien zu sprechen. Aber im Hip-Hop war es ja nicht so geläufig, dass man über Liebe oder solche Dinge gesungen hat. Das war ja schon alles sehr testosterongesteuert. Dieses Alleinstellungsmerkmal hat mir vielleicht diesen Ruf eingebracht.»

Interview: Jenny Tobien, dpa

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