weather-image
21°

Medien: Israel bombt in Syrien - Obama gegen Bodentruppen

Tel Aviv/Washington (dpa) - Das Waffenarsenal des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad bereitet Israel und dem Westen zunehmend Sorgen. Nach Medienberichten hat die israelische Luftwaffe nun erneut in dem Nachbarland angegriffen.

Israelisches Kampfflugzeug
Die israelische Luftwaffe soll schon einmal im Januar Ziele in Syrien angegriffen haben. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. Foto: Jim Hollander/ Symbol Foto: dpa

Ziel sei eine Ladung hochmoderner Raketen gewesen, hieß es am Samstag in Medienberichten unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel. Es habe sich nicht um chemische Waffen, sondern um Waffen für die israelfeindliche Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon gehandelt. Die Lieferung hätte das Kräfteverhältnis in der Region verändert, habe der ungenannte Informant betont.

Anzeige

Auch der Sender CNN berichtete unter Berufung auf Regierungskreise über den Angriff. Die israelischen Kampfflugzeuge seien nicht in den syrischen Luftraum eingedrungen sondern hätten ihre Raketen von außerhalb abgefeuert. Die libanesische Regierung hatte zuvor von ungewöhnlich vielen Überflügen israelischer Kampfjets am Donnerstag und Freitag berichtet.

Das israelische Militär bestätigte den Angriff auf Anfrage nicht: «Solche Berichte kommentieren wir nicht», sagte eine Sprecherin in Tel Aviv.

Der Fernsehsender der Hisbollah, «Al-Manar», zitierte derweil einen Sprecher des syrischen Informationsministers: Er habe keine Informationen über eine solche Attacke auf syrisches Territorium, betonte er demnach und fügte hinzu, solche Berichte gehörten zur «psychologischen Kriegsführung» in Vorbereitung auf einen tatsächlichen Angriff auf Syrien.

Bereits Ende Januar hatte Israel in Syrien angegriffen. Damals hatten US-Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte in Washington berichtet, ein Forschungslabor für biologische und chemische Waffen sei attackiert worden. In anderen Berichten war von einem Konvoi mit Luftabwehrraketen für die Hisbollah im Libanon die Rede gewesen. Die Regierung in Jerusalem will verhindern, dass chemische Kampfstoffe und moderne Raketen in die Hände der Hisbollah fallen, die nach Angaben der syrischen Rebellen verstärkt auf Seiten von Assad in den syrischen Bürgerkrieg eingreift.

US-Präsident Barack Obama lehnte derweil trotz der Hinweise auf einen Chemiewaffeneinsatz die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ab. Er sehe derzeit nicht, dass «amerikanische Stiefel auf syrischem Boden nicht nur gut für Amerika, sondern auch gut für Syrien wären», sagte er am Freitag in Costa Rica. Sollten die syrischen Streitkräfte systematisch Chemiewaffen einsetzen, würde dies jedoch alles ändern.

Drohgebärden in Richtung syrischer Rebellen kam derweil aus Teheran. Der Iran drohte «Militanten» wegen der Zerstörung eines als Heiligtum verehrten Mausoleums bei Damaskus mit Konsequenzen. Die Täter hätten die Überreste des Muslimführers Hadschr ibn Adi zu einem unbekannten Ort verschleppt, berichtete die iranische Press TV am Samstag. Syrische Staatsmedien hatten zuvor unter Berufung auf muslimische Prediger berichtet, dass «Terroristen» den Schrein in Adra zerstört hätten.

Hinter der Grabschändung stünden «Elemente des israelischen Regimes, die bereits ähnlich gegen heilige islamische Stätten im besetzten Palästina vorgegangen» seien, erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Hussein Emir Abdullahian dem Bericht zufolge. Ibn Adi war ein Weggefährte des Propheten Mohammed.

Dem Bürgerkrieg in Syrien sind schon eine Reihe von Gotteshäusern - Kirchen, Moschee oder Synagogen - zum Opfer gefallen. In Aleppo fiel zuletzt das historische Minarett der Großen Moschee in sich zusammen. Eine 2000 Jahre alte Synagoge in Damaskus wurde Ende März geplündert und beschädigt.

Der seit März 2011 andauernde Aufstand gegen das Assad-Regime hat nach UN-Schätzungen mehr als 70 000 Menschen das Leben gekostet.