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Gondel überm Rhein verkeilt

Mehr als 70 Fahrgäste aus defekter Seilbahn in Köln gerettet

Spektakulärer Notfall über dem Rhein. Eine Gondel der Kölner Seilbahn verkeilt sich. Bis zu 76 Menschen sitzen in den kleinen Kabinen fest. Sie brauchen Geduld und Mut, denn viele müssen abgeseilt werden.

Gondel der Seilbahn verkeilt
Höhenretter befreien Fahrgäste aus den Gondeln. In Köln schweben Gondeln bereits seit 60 Jahren über den Rhein. Die Seilbahn galt bislang stets als sicherstes Verkehrsmittel der Stadt. Foto: Rainer Jensen Foto: dpa
Höhenrettung überm Rhein
Eine Gondel der über den Rhein führenden Kölner Seilbahn hat sich am Sonntag an einer Seilbahnstütze verkeilt. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Gondel der Seilbahn verkeilt
Ein Mann und ein Kind werden über dem Rhein aus einer Gondel abgeseilt. Rettungskräfte mussten rund 100 betroffene Fahrgäste aus den sich nicht mehr bewegenden Gondeln herauszuholen. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
«Sowas ist noch nie passiert»
Eine Mutter mit ihrem Kind wird von Feuerwehrleuten versorgt. «Sowas ist noch nie passiert», sagte der Feuerwehr-Sprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Gondel der Seilbahn verkeilt
Höhenretter der Feuerwehr bergen Menschen aus über den Rhein führenden Kölner Seilbahn. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Gondel der Seilbahn verkeilt
Feuerwehrleute bergen in Köln Menschen aus Gondeln der Seilbahn. Eine Gondel der über den Rhein führenden Kölner Seilbahn hat sich an einer Stütze verkeilt. Foto: Martin Oversohl Foto: dpa

Köln (dpa) - Schock für rund 70 Fahrgäste bei der Seilbahnfahrt in luftiger Höhe über dem reißenden Rhein. Bei bestem Ausflugswetter am Sonntagnachmittag verkeilt sich eine der 32 Kabinen und macht damit eine Rückfahrt an den Drahtseilen unmöglich.

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Die Kölner Feuerwehr startete eine spektakuläre und in dem Ausmaß für sie noch nicht da gewesene Rettungsaktion. Da ein Großteil der Kabinen über dem Rhein festhing, mussten zahlreiche Fahrgäste aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden. Andere wurden über Drehleitern vom Ufer oder von der Zoobrücke aus der beängstigenden Situation gerettet.

Die Rettungsaktion mit mehr als 100 Feuerwehrleuten und Höhenrettern ist beendet. «Unterstützt von Kräften der Feuerwehren Aachen, dem Oberbergischen Kreis, Düsseldorf und Dortmund gelang es deutlich früher als befürchtet, die über 70 festsitzenden Passagiere wieder ans Ufer und auf den Boden zu bringen», teilte die Stadt Köln am Abend mit.

Ein Mann und eine schwangere Frau wurden leicht verletzt, sie hatten Kreislaufprobleme.

«Sowas ist noch nie passiert», sagte der Feuerwehr-Sprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste aber nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden damals auf ein Boot abgeseilt. Auch diesmal musste dieser Rettungsweg gewählt werden.

Bei der spektakulären Rettung festsitzender Seilbahn-Fahrgäste über dem reißenden Rhein bekamen die Rettungskräfte hundertfachen Applaus: Als eine Mutter mit ihrem Kind aus einer Gondel auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt wurde und beide sicher ankamen, applaudierten Zuschauer am Rheinufer spontan. Hunderte verfolgen das Geschehen von dort aus.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sprach den betroffenen Fahrgästen Mut zu. «Ich denke natürlich an die Menschen, die in den Kabinen sind», sagte Reker, die sich vor Ort ein Bild machte. Da seien Kinder und Senioren dabei, die Mut und Geduld bräuchten. Reker äußerte ihre Zuversicht, dass der Einsatz letztlich gut ausgehe. «Bei der Feuerwehr Köln sind sie in besten Händen.» Sie sei froh, dass die Menschen hinterher psychologische Hilfe und Betreuung bekämen. Sie hofft, dass die Ursache rasch gefunden und für die Zukunft als eine Fehlerquelle ausgeschlossen werden könne.

An dem Rettungseinsatz beteiligten sich deutlich mehr als 100 Feuerwehrleute und die für ihre Einsätze an Rettungsseilen bekannten Höhenretter. Die Rettungskräfte eilten nicht nur aus Köln zum Einsatz, sondern auch aus Düsseldorf, Dortmund, Aachen und dem Oberbergischen Kreis. Auch Mitarbeiter der RWE-Werksfeuerwehr waren dabei.

Laut einer Mitteilung der Stadt Köln hatte eine Gondel der Seilbahn beim Einfahren in die linksrheinische Bodenstation einen Not-Stopp ausgelöst, der dafür da ist, Schlimmeres zu verhindern. Zur eigentlichen Ursache des Notfall war zunächst nichts bekannt.

Nervenprobe in Kölner Seilbahn