»Mehr Bewegung im Feld als in den Vorjahren«

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Sie mischte als erste Juniorin seit vielen Jahren in der absoluten Spitze bei der Deutschen Meisterschaft mit: Lisa Spark vom SC Traunstein. (Foto: Reiter)

Eine positive Bilanz ziehen die Verantwortlichen nach der Deutschen Meisterschaft im Biathlon. An den drei Wettkampftagen mit verkürztem Einzellauf, Sprint und Verfolgungslauf am Arber hatten sich sowohl die Sportler des Stützpunkts Ruhpolding als auch aus anderen Stützpunkten mit weitgehend erfreulichen Vorstellungen präsentiert. »Die Bilanz ist durchaus gut. Wir sind absolut zufrieden, sowohl im Top- wie im Nachwuchsbereich«, resümiert auch Mark Hoffmann, der Leiter des Bundesstützpunkts Ruhpolding/Berchtesgaden.


Ihn freute es, dass neben den etablierten Kräften auch »besonders von Lisa Spark ein Achtungszeichen« kam. Neben der 21-Jährigen, die dem Skiclub Traunstein angehört, hätten beim weiblichen Nachwuchs auch Johanna Puff (SC Bayrischzell/Stützpunkt/19 Jahre) oder Selina Kastl (SC Neubau/20 Jahre) sich ganz gut verkauft.

Beim männlichen Nachwuchs seien insbesondere die Leistungen von Frederik Madersbacher (SK Nesselwang), Florian Arsan (SC Vachendorf) und Johan Werner (SC Aising-Pang) schon »richtig gut« gewesen. Insgesamt »waren wir auch mit einem großen Team da – das waren die anderen aber auch. Es war zwar keine Kader-Qualifikation, aber es haben sich schon alle stark präsentiert.« Im Herrenbereich sei insbesondere Marco Groß (SC Ruhpolding) von den nachrückenden Kräften »sehr stark« gewesen. Auch dessen jüngerer Bruder Simon habe gezeigt, »dass er einen Schritt nach vorn gemacht hat.«

Eine ähnliche Bilanz zieht Remo Krug, sowohl am Stützpunkt als auch im DSV für den Perspektivkader der Männer zuständig. »Es waren auch ein paar Überraschungen bei der DM dabei«, weiß der Inzeller. Das gelte »speziell für Marco Groß und Matthias Dorfer sowie für Max Barchewitz.« Groß (4. Verfolgung und Einzellauf, Titelgewinner im Sprint) und Dorfer (SV Marzoll/Titel in der Verfolgung/9. in Sprint und EL) gehören dem Stützpunkt an. Barchewitz (SVE Frankenhain/20. EL/2. Sprint/10. Verfolgung) trainiert in Oberhof. »Auch Simon Groß hat sich gegenüber den Vorjahren deutlich verbessert.«

Die etablierten Kräfte wie Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl/8. EL/11. Sprint/2. Verfolgung), Philipp Nawrath (SK Nesselwang/12. EL/17. Sprint/6. der Verfolgung mit bester Nettozeit!) und Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding (3. EL/5. Sprint/8. Verfolgung) hätten sich gut bewährt, »vor allem Donhauser hat seine Leistungen aus dem Vorjahr bestätigt.« Aus Trainersicht allgemein erfreulich sei gewesen, dass sich im Feld »mehr Bewegung als in den Vorjahren« ergeben hätte. »Die Athleten sind näher zusammengerückt. Es ist erfreulich, dass sich viele jüngere Sportler gut präsentiert haben.«

Auch bei den Damen drängte der Nachwuchs nach, die etablierten Athletinnen zeigten sich jedoch besonders stark. Darüber konnten sich Bundestrainer Kristian Mehringer (Ruhpolding) und der Trainer des Perspektivkaders, Tobias Reiter (Oberwössen) freuen. Erfahrene Weltcup-Läuferinnen wie Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/Deutsche Meisterin im Einzel/3. Sprint/5. Verfolgung), Vanessa Hinz (SC Schliersee/3./4./3.) und Franziska Preuß (SC Haag/10./8./6.) aus dem Stützpunkt oder auch Janina Hettich (SC Schönwald/8./1./8.) hatten sich sehr gut in Form gezeigt. Auch Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld/Stützpunkt/7./16./10. mit siebtbester Nettozeit), im Vorjahr noch durch zwei Rippenbrüche lange außer Gefecht gesetzt, mischte im Vorderfeld mit. Dies gelang zudem dem früheren Weltcup-Stammgast Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld) aus dem Stützpunkt: Nach Jahren mit einigen gesundheitlich bedingten Rückschlägen wurde sie Vizemeisterin im Sprint und der Verfolgung sowie Siebte im Sprint.

Auf vorderen Plätzen landeten auch die schon im vergangen Jahr nachdrängenden Vanessa Voigt (WSV Rotterode/5./2./1.) und die Stützpunkt-Biathletinnen Anna Weidel (WSV Kiefersfelden/4./5./13.) und Marion Wiesensarter (SV Oberteisendorf/11./9./7.). Doch für besonderes Aufsehen sorgte Spark (5./5./9.): Die 21-Jährige »ist seit vielen Jahren die erste Juniorin, die mitten in die Spitze reingelaufen ist. Das war richtig gut – und es ist auch sehr wichtig, dass man sieht, dass auch da etwas nachkommt«, freut sich Reiter über die Leistungen der Traunsteinerin, die bei Juniorentrainer Andi Birnbacher im Team ist.

Überschätzen dürfe man die Ergebnisse bei der DM jedoch nicht, mahnt Reiter: »Es waren halt Wettbewerbe mitten aus dem Training heraus. Weil es keine Qualifikation war, konnten die Aktiven viel ausprobieren, ob beim Aufwärmen oder auch im Rennen selbst.«

Die Leistungen hätten auf jeden Fall Mut gemacht. An der Hauptaufgabe für die Aktiven aber ändere sich nichts: »Es geht jetzt darum, sich für den Winter weiterzuentwickeln.«

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