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Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

Reit im Winkl. Der Appell an ein »Miteinander« sowie der Ausblick auf innerörtliche Innovationen wie auch auf überregionale Projekte haben die Hauptversammlung des Reit im Winkler Verkehrsvereins im Festsaal geprägt.

Florian Weindl listete in seinem Rechenschaftsbericht eine Fülle von Veranstaltungen und Aktionen im Jahresverlauf auf, die vom Verkehrsverein finanziell unterstützt und von der Tourist-Info, von Vereinen und Privatleuten realisiert werden: die vier Straßenfeste im Sommer etwa, das Faschingstreiben am letzten Faschingswochenende, die Verbesserung der Wanderwege, die Bereitstellung verschiedener Werbemittel, die Almwochen oder der Vermieter-Stammtisch, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut.

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Weindl wies neuerlich auf die Möglichkeiten der individuellen Vermarktung im Internet hin. Im laufenden Jahr, so der Tourismusleiter, hätten bis Ende November knapp eine Million Besucher die Internetseite der Gemeinde besucht. Im Bereich des Online-Marketings gäbe es immer neue Entwicklungen und Trends, die es für die Vermieter zu kennen und zu berücksichtigen gelte, um auch weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können.

Für das kommende Jahr nannte der Vorsitzende als Vorhaben eine neue Beschilderung von Mountainbike-Strecken und die Schaffung von kinder- und familiengerechten Wanderrouten.

Bürgermeister Josef Heigenhauser gab die aktuellen Gäste- und Tourismuszahlen bekannt. Demnach ließ sich im abgelaufenen Vermietungsjahr bei den Gästezahlen »ein sehr guter Zuwachs« von vier Prozent verbuchen. 96 750 Gäste konnten am Ort begrüßt werden. Dies komme, so Heigenhauser, dem »absoluten Spitzenwert« von 98 000 Gästen sehr nahe, die man im Boomjahr 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung, registriert hatte.

561 000 Übernachtungen waren zu verzeichnen – und damit allerdings hier ein Rückgang von 2,2 Prozent. Das lag wesentlich an der Tatsache, dass die durchschnittliche Verweildauer je Gast zurückging. Lag der Wert 2012 noch bei 6,1 Tagen, fiel er auf 5,8 Tage. »Einen so starken Rückgang innerhalb eines Jahres hatten wir noch nie«, so der Bürgermeister. 4400 Gästebetten stehen am Ort zur Verfügung.

Damit Reit im Winkl auch in Zukunft erfolgreich im Tourismus, dem weitgehend einzigen Erwerbszweig des Bergortes, bestehen kann, definierte Josef Heigenhauser klare, ehrgeizige Ziele. Man müsse in vielen Bereichen schlicht »das beste Angebot« haben, genauer: »Wir stehen für Wandern, Langlauf, Skifahren mit Schneesicherheit und für die ganze Familie.« Um hier dauerhaft »das beste Produkt« zu haben, bedürfe es ständiger, kritischer Fragen: »Passt unser Angebot zu unseren Gästen, ist es funktional, ist es innovativ und authentisch, welchen Mehrwert bietet es unserem Gast?«

Als für den Ort wichtigste Veranstaltung im kommenden Jahr nannte der Bürgermeister schließlich die »Bayernrundfahrt«. Ende Mai wird eine Bergetappe des bekannten Radsport-Rennens auf die Winklmoosalm führen. Geplant sei dabei, so Heigenhauser, ein ganztägiges Rahmenprogramm.

Stephan Semmelmayr, der neue Vorsitzende von Chiemgau-Tourismus, nutzte die Gelegenheit, sich bei der Jahresversammlung den Reit im Winkler Vermietern vorzustellen. Auch auf Nachfragen ließ er sich keine konkreten Zielsetzungen entlocken. »Ich will zunächst fortführen, was hier aufgebaut wurde, und auch zuhören, was die Menschen bewegt«, so Semmelmayr, der zuletzt im österreichischen Flachau beschäftigt war. Seine oberste Prämisse sei es aber, die Marke Chiemgau noch besser im Markt zu positionieren. Dabei lege er sein Augenmerk insbesondere auch auf Reit im Winkl, »einem der wichtigsten Orte der Region«. ost