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Mehr Patienten bringen besseres Betriebsergebnis

Teisendorf - Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Hermann Steinmaßl zog auf der Hauptversammlung im Teisendorfer »Poststall« Bilanz über die Tätigkeit der Kliniken Südostbayern AG. In den vergangenen drei Jahren habe man einiges bewegt, so Steinmaßl. Als Beispiele nannte der Aufsichtsratsvorsitzende die Eröffnung der Geriatrischen Rehabilitation in Berchtesgaden, die Einrichtung der Kardiologie und der Stroke Unit in Bad Reichenhall, den Abschluss der Sanierung des Bettenhauses Ost in Traunstein und den Beginn der Sanierung des Funktionsbaues in Trostberg.

Was die Entscheidung zum Zusammenschluss der Traunsteiner und Berchtesgadener Kreiskliniken zur Kliniken Südostbayern AG anbelangt, meinte er, dass man die richtige Entscheidung getroffen habe und auf einem guten Weg sei. Steinmaßl hob die Bedeutung der Kliniken für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum hervor: Sie bilden das Rückgrat der stationären Versorgung. 50 Prozent der ambulanten Notfälle landen in den Kliniken. Für die Ausbildung der Ärzte und das Pflegepersonal haben sie große Bedeutung. »Auch wenn noch viele Hausaufgaben zu erledigen sind und es mitunter noch Jahre dauern wird, bis die Häuser zu einer Einheit verwachsen sind, die ersten Schritte, die bekanntlich die schwierigsten sind, sind getan«, betonte er.

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In den Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG wurde 2011 die Zahl der stationär behandelten Patienten im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf über 50 000 erhöht. Rein statistisch betrachtet sei damit jeder fünfte der rund 270 000 Einwohner der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land in den Kliniken behandelt worden, stellte Hermann Steinmaßl fest.

»Dank dieser Steigerung konnte das Betriebsergebnis von 187 000 in 2010 um 885 000 Euro auf euns 1,07 Millionen Euro verbessert werden«, erklärte Klinik-Vorstand Stefan Nowack. Verschlechtert hat sich jedoch das Jahresergebnis der Aktiengesellschaft von 1,1 Millionen 2011 auf 1,8 Millionen Euro Defizit. Begründet ist dies dadurch, dass das Jahresergebnis 2010 durch einmalige positive Auswirkungen bei der Umsetzung des Bilanzmodernisierungsgesetzes geprägt war. Hauptsächlich durch Zu-nahme beim Anlagevermögen nahm die Bilanzsumme um 3,5 Millionen Euro auf 240,7 Millionen Euro zu.

Die Leistungserträge wurden von 187,9 Millionen auf 191,6 Millionen Euro erhöht. »Große Sorgen bereiten der Klinik-AG jedoch die steigenden Personalkosten«, so der Vorstand. Sie legten für die rund 3 400 Beschäftigten von 127,7 Millionen auf 135,1 Millionen Euro über-durchschnittlich zu. Der Materialaufwand blieb mit 53,8 Millionen Euro in etwa auf dem gleichen Niveau. Kummer bereiten den Kliniken die Kosten für Wasser, Energie und Brennstoffe (plus 340 000 Euro), die Prämien für die Haftpflichtversicherungen (plus 605 000) sowie für Mieten und Leasinggebühren (plus 430 000).

Die Kliniken Südostbayern AG verfügte 2011 über 1 162 Planbetten im Akutbereich sowie über 62 Betten in den Geri-atrischen Rehabilitationen Trostberg und Berchtesgaden. Die durchschnittliche Verweildauer wurde in den Akutkrankenhäusern von 6,57 auf 6,22 Tage gesenkt, wogegen sie in den Geriatrien von 19,63 auf 20,14 Tage leicht erhöht wurde. Eine kleine Steigerung konnte der Vorstand auch bei der Ausnutzung der Planbetten vermelden. Die durchschnittliche Jahresauslastung der Akut-krankenhäuser stieg von 74,3 auf 75 Prozent an.

Aufsichtsratsvorsitzender Steinmaßl hatte die finanziellen Sorgen beim Besuch des bay-erischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in der Kreisklinik Trostberg vorgetragen, denn durch den Gesetzgeber seien Entscheidungen zum Nachteil der Krankenhäuser getroffen worden. Der Ministerpräsident habe ihm vor Kurzem in einem persönlichen Gespräch versichert, dass das Thema Krankenhausfinanzierung im Herbst nochmals auf der bundespolitischen Agenda stehen werde.

Trotzdem stellte er fest, dass es noch sehr viel Arbeit gebe, insbesondere für den Vorstand mit seinem Team. Im Herbst habe der Aufsichtsrat bei der Erstellung des Wirtschaftsplans 2012 ein neues Paket zur Stabilisierung und Defizitbegrenzung (SuD-Paket) mit Maßnahmen aufgelegt, die den wirtschaftlichen Erfolg der Kliniken Südostbayern AG dauerhaft sichern sollen. »Dabei müssen wir sicher von manchen Gewohnheiten Abschied nehmen. Aber es müssen wirklich alle an einem Strang ziehen«, so Steinmaßl. Es gehe dabei auch um das Personal, wo durchaus Einschnitte notwendig seien, aber auch um Pfründe und Eigenheit mancher Ärz-te, die geändert werden müssten.

Da gemäß der Aktionärsvereinbarung die Amtszeit des Aufsichtsratsvorsitzenden Steinmaßl abgelaufen ist und er die Aufgabe mit dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Georg Grabner tauscht, dankte Grabner ihm für die geleistete Arbeit. »Hermann Steinmaßl hat die Geschicke der Kliniken Südostbayern AG in ihrer Aufbauphase geleitet. Es war sicherlich keine einfache Aufgabe, die fünf Kliniken zusammenzuführen und später auch noch das Vinzentinum Ruhpolding einzuglie-dern«, stellte Grabner fest. Im Herbst werde sich der Aufsichtsrat ausgiebig mit der strategischen Ausrichtung der Kliniken und der erforderlichen Finanzierung befassen. »Wir können uns nämlich auf Dauer Defizite nicht leisten«, sagte er. Viele Krankenhausträger seien dem Beispiel der Fusion gefolgt. »Wir waren Vorreiter in Bayern«, so Grabner. Bjr