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Mehr Platz für Kinder

Berchtesgaden - Die Betreuungsplätze in Kindergärten und Kitas sind ein Sorgenkind der Bundesrepublik. Um eine bessere Betreuung zu gewährleisten, ist bereits 2008 das Kinderförderungsgesetz in Kraft getreten. Es sieht einen schrittweisen Ausbau der Betreuungsplätze vor. Im Talkessel bereiten sich die fünf Gemeinden darauf vor, den Anforderungen gerecht zu werden.

Bald gibt's mehr Platz für die Kleinen. Ab 1. August hat jedes Kind ab dem ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ein Recht auf einen Kinderkrippenplatz. Foto: dpa

Der Bund unterstützt dabei die Gemeinden weit mit rund 4 Milliarden Euro. Bis zum 1. August soll die Ausbauphase beendet sein. Dann hat jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr bis zum vollendeten dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Auch danach haben Kinder nun Ansprüche auf einen Betreuungsplatz. Die Lage sieht in den Gemeinden unterschiedlich aus.

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In Ramsau besteht derzeit kein Bedarf am Ausbau der Betreuungsplätze. Bereits 2002 ist das Angebot so weit ausgeweitet worden, dass bis heute genügend Plätze für die Kinder zur Verfügung stehen. Letztes Jahr fand nochmals eine Bedarfsumfrage in der Gemeinde statt, die das Ergebnis festigte.

In Berchtesgaden steht diese Bedarfsumfrage noch aus. Am Wochenende wird ermittelt, ob das Betreuungsangebot ausgeweitet werden muss. Bis dahin gibt man sich bedeckt mit weiteren Prognosen. Allerdings ist die Marktgemeinde optimistisch, dass die derzeitigen Plätze ausreichen.

Auch in Schönau am Königssee schaut die Betreuungslage derzeit sehr gut aus. »Wir haben 120 Kindergartenplätze, 40 Krippenplätze und 35 Hortplätze anzubieten. Das deckt den Bedarf gut ab«, sagt Geschäftsleiter Hannes Rasp. »Es kommen sogar noch Kinder aus Nachbargemeinden zu uns«, ergänzt er. Für die Zukunft sieht er deswegen ein stabiles Platzangebot.

Aktiv in der Erweiterungsphase befindet sich Marktschellenberg. Ein Zuwendungsauftrag wurde gestellt und eine Kinderkrippe wird an den bereits vorhandenen Kindergarten angebaut. Voraussichtlich kann die Krippe ab 31. August den Betrieb aufnehmen. Träger wird dann die katholische Pfarrkirchenstiftung sein. Als Bauherr fungiert allerdings noch Markt Schellenberg. Die Baukosten von rund 500 000 Euro werden zu 72,86 Prozent aus Fördermitteln und der Landkreisstiftung getragen. Rund 100 000 Euro bleiben an der Gemeinde hängen. Mit diesem Ausbau sollte dann die Nachfrage gedeckt werden.

Bischofswiesen setzt sich seit Längerem mit der neuen Rechtsverordnung auseinander. Momentan werden 45 Krippenplätze angeboten, welche die Nachfrage gut decken. Wie es für das Jahr 2013 aussieht, kann aber noch nicht prognostiziert werden, da die Anmeldungen noch laufen. »Wir sind guten Mutes, alle Kinder unterzubringen«, sagt Geschäftsleiter Rupert Walch, »aber um Engpässe zu vermeiden arbeiten wir derzeit einen Notfallplan mit der Insula aus«. Ines Burkhardt